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Gefühltes Friedenau

Quelle: Senat von Berlin

Wo anfangen? Wo aufhören? Diese Fragen stellten sich, als wir ein Buch über Friedenau machen wollten. Mit unseren Büchern über die „Berliner Friedhöfe in Stahnsdorf“ und „Teltowkanal“ hatte sich viel Material auch über Friedenau angesammelt. Immer deutlicher wurden uns die Zusammenhänge zwischen Drinnen und Draußen. Für „Friedenau – Geschichte & Geschichten“ haben wir uns entschlossen, den Ort in seinen im Jahr 1874 festgelegten Grenzen zu beschreiben. Es war uns von Anfang an klar, dass wir jene Menschen enttäuschen würden, die sich als „gefühlte Friedenauer“ oder gar als „Neu-Friedenauer“ sehen.

Da war zum Beispiel die Fregestraße, benannt nach dem Schöneberger Pfarrer Ludwig Frege (1804-1883). Sie hat die Hausnummern 1-81 und verläuft von der Ecke Haupt- und Stierstraße über die Peschkestraße bis (fast) zum S-Bahnhof Feuerbachstraße. Sie durchquert dabei die Ortsteile Friedenau (Nr. 1-27B), Schöneberg (Nr. 57-81) und Steglitz (Nr. 31-55) – oder verwaltungskonform ausgedrückt, zuständig sind heute die Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf.

Geht man nach den offiziellen Angaben, dann hat die Fregestraße im Ortsteil Friedenau eine Länge von 835 m, in Schönberg 640 m und in Steglitz 460 m – also eine Gesamtlänge von 1.935 m. Diese Addition ist nicht korrekt, da sich die Ortsteile Friedenau und Schöneberg von Haupt-/Stierstraße bis Holsteinische Straße die Fregestraße teilen und damit eine gemeinsame „Grenze“ haben – eine uralte historisch gewachsene Geschichte, die auf das Aufeinandertreffen zweier Gemarkungen zurückzuführen ist.

So kommt es, dass das Haus Nr. 19, in das der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger im November 1966 einzog, zu Friedenau, und das Haus Nr. 80, in dem der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland Theodor Heuss von 1918-1930 wohnte, zu Schöneberg gehört. Dementsprechend haben wir Enzensberger gewürdigt und Heuss „nur“ erwähnt.

Kaum war unser Buch erschienen, wünschte sich nicht nur der in Friedenau lebende Essayist Dr. Christian G. Pätzold von uns eine weitere Publikation über „das gefühlte Friedenau“, wobei er aber gleich anmerkte, dass es schwierig sein wird, die Grenzen abzustecken. Wir fangen an.

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© Peter Hahn