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Detlev Meyer

Detlev Meyer. Foto Detlef Grumbach, 1992

Die Veröffentlichung seiner 50 Gedichte „Heute Nacht im Dschungel“ 1981 im Berliner Oberbaumverlag war für uns Anlass genug, den Schriftsteller Detlev Meyer zu einer Lesung im Rahmen des Projekts „Sternzeichen – Homosexualität und Theater“ in das Theater am Turm in Frankfurt am Main einzuladen. Mit seiner Performance „Vier Nächte Status“ am 27. Dezember 1982 behauptete er sich souverän neben den Darbietungen der populären Szenekünstler Georgette Dee, Mathilde Santing, Familie Schmidt, Arnie Reinhardt, Corny Littmann, Dieter Heitkamp, Helge Musial, Guido Bachmann und Christoph Eichhorn – mit seiner Lyrik.

Detlev Meyer, geboren am 12. Februar 1948 in Berlin, gehört zu jenen „Friedenauer Autoren“, die in den Auflistungen der Friedenauer Berühmtheiten erst einmal gar nicht erwähnt werden. Er war bis zu seinem frühen Tod am 30. Oktober 1999 immer unter der Adresse Blankenbergstraße 1 zu erreichen. Er war einer, der sich im Leben wie im Werk offen zu seiner Homosexualität bekannte, vor allem aber war er ein Dichter, für DIE ZEIT sogar „einziger Dandy der deutschen Gegenwartsliteratur“. Meyers Thema war das Leben in und mit der Szene – betörend, witzig, erotisch, traurig, alltäglich. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof an der Stubenrauchstraße (Grablage 20/21). Und noch immer, so scheint es, stellt er seine Fragen: „Wäre es eigentlich schade um uns? Wäre es eigentlich ein Verlust für die Menschheit, wenn es uns alle dahinraffte? Was fehlte der Welt, wenn es uns eines Tages nicht mehr gäbe?“

Juli 2016

Detlev Meyer liest

Ganz schön traurig. Quelle: Detlef Grumbach
Meyer Ganz schön traurig.mp3
MP3-Audiodatei [2.0 MB]

Ganz schön traurig

 

Wo du jetzt bist, da wird es niemals regnen,

und selbstverständlich ist es niemals kalt.

 

Ein junger Gott wird deine Heimstatt segnen,

das ist ein Haus von Marmor und Basalt.

 

ln deinen Höfen blühen Hyazinthen,

in deinen Brunnen sprudelt kühl der Sekt.

 

Ein schöner Gärtner liebt dich scheu von hinten,

weil ihn dein junges Antlitz fast erschreckt.

 

Wo du jetzt bist, wird niemals etwas enden,

drum bIeibt der Gärtner ewig an dir dran,

 

hält ewig dich in seinen schönen Händen –

was ich nicht konnte, weil das niemand kann.

 

Ich ließ dich los nach ein paar schönen Jahren,

und du verschwandest wie ein schöner Traum.

 

Sacht spielt der Wind in deinen schönen Haaren.

Spürst du das noch? Du spürst es kaum.

Publikationen von Detlev Meyer (Auswahl)

Weiteres in Vorbereitung

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© Peter Hahn