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Nicolas Born

Nicolas Born 1972 in Friedenau. Quelle: Irmgard Born

Vor dem Vergessen bewahren

 

Ich gebe zu, daß ich schöne Gedichte schreiben wollte, und einige sind zu meiner größten Überraschung schön geworden. Nicolas Born

 

Die ersten Gedichte von Nicolas Born erschienen 1960-1962 in den Zeitschriften „Fliegende Blätter“ und „Neues Rheinland“. Unmittelbar nach der Gründung des „Literarischen Colloquiums Berlin“ lud dessen Initiator, der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Walter Höllerer (1922-2003), Nicolas Born 1963 in die Arbeitsstätte für Autoren am Wannsee ein. Dort entstand 1965 „Das Gästehaus“, ein Gemeinschaftsroman von Peter Bichsel, Walter Höllerer, Klaus Stiller, Peter Heyer, Hubert Fichte, Wolf Simeret, Elfriede Gerstl, Jan Huber, Hans Christoph Buch, Wolf D. Rogosky, Martin Doehlemann, Corinna Schnabel, Nicolas Born, Joachim Neugröschel und Hermann Peter Piwitt.

In den folgenden Jahren lebte Nicolas Born in der Souterrain-Wohnung in der Fredericiastraße in Charlottenburg (1966), in der Wohnung von Peter O. Chotjewitz in der Leibnizstraße (1967), in Nürtingen bei Stuttgart (1968) und in Gailingen bei Konstanz (1970). 1971 zog er in die Friedenauer Dickhardtstraße Nr. 48. Nach einem Studienaufenthalt in der Villa Massimo in Rom zieht er sich ins niedersächsische Wendland zurück. Dort stirbt er am 7. Dezember 1979.

Nicolas Born, Gedichte. Wallstein Verlag

Drei Wünsche

 

Sind Tatsachen nicht quälend und langweilig?

Ist es nicht besser drei Wünsche zu haben

unter der Bedingung daß sie allen erfüllt werden?

Ich wünsche ein Leben ohne große Pausen

in denen die Wände nach Projektilen abgesucht werden

ein Leben daß nicht heruntergeblättert wird

             von Kassieren

Ich wünsche Briefe zu schreiben in denen ich

             ganz enthalten bin-.

Ich wünsche ein Buch in das ihr alle vorn hineingehen

             und hinten herauskommen könnt.

Und ich möchte nicht vergessen daß es schöner ist

dich zu lieben als dich nicht zu lieben

Eine zu Tode erschrockene Gesellschaft

 

Eingebunkert

Leben im Zitat

das läßt sich gut finden ohne Seele.

Eingefärbtes Licht hebt Schatten auf,

es bleiben

Leute die ihre Sorgen haben

mit der verschriebenen Biografie.

 

Vertreter, Abonnentenwerber schwärmen aus

nach einem Plan mit Kaffeeflecken

     vom Hotelfrühstück

gekränkt aber entschlossen

zur Macht des Kleingedruckten.

 

Und freundlich ist der Haß

zärtliche Würgemale,

Regen draußen in den schiefen Gärten,

das Verlangen der Honoratioren nach

    Zerstreuung.

 

Unfallfreie Autoleichen, öde Gestalten

wenn sie nur so herumstehen,

knappe Selbstbeteiligung an Bewegung:

das große Abenteuer ein Juckreiz

oder ein Flug durch Fotos.

 

Sprache im Griff toben hören

das nasse Pflaster sehen, Geisterwohnungen.

Nichts fehlt. Kein Wort angesichts

des frisch Eingetroffenen, der lückenlosen

    Bestände.

 

Natur rächt nichts, nicht mal die verkleinerte

mordlustige Tierwelt.

Es regnet, mein Gott es regnet

und ich weiß, hohl.

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Fünfzehn Autoren und ein Roman

DIE ZEIT, 8. April 1966

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© Peter Hahn