Buchenwald-Glocke von Wademar Grzimek

Waldemar Grzimek (1918-1984)

Wilhelmstraße Nr. 16 (heute Görresstraße Nr. 21)

 

Waldemar Grzimek lehrte von 1948 bis 1951 als Professor für Plastik an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Charlottenburg. Weil er an Ausstellungen des Verbandes bildender Künstler der DDR teilgenommen hatte, wurde er 1951 aus dem Charlottenburger Lehramt entlassen.

Kaum hatte die DDR beschlossen, auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald zu schaffen, war neben Fritz Cremer (1906-1993), Fritz Kühn (1910-1967), René Graetz (1908-1974) und Hans Kies (1910-1984) auch Waldemar Grzimek als künsterischer Gestalter der Gocke im Buchenwald-Turm 1958 wurde die monumentale Denkmalsanlage eröffnet und als sozialistischer Realismus geprießen. Für uns Abiturienten, die wir mit Nackt unter Wölfen von Bruno Apitz im Rucksack immerfort auf den Ettersberg zitiert wurden, waren diese Rituale der Erinnerung ein Gräuel.

1956 wurde Grzimek Professor für bildende und angewandte Kunst an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Berichtet wird, dass er sich am Tag des Mauerbaus am 13. August 1961 auf dem Weg von Ost- nach West-Berlin befand. Er meldete sich bei einem Grenzposten und trug sein Anliegen vor, wurde daraufhin festgenommen, inhaftiert, verhört und schließlich nach West-Berlin abgeschoben.

Grzimek blieb in West-Berlin, blieb Mitglied der DDR-Akademie, verkaufte seine Werke an Museen und Sammlungen der DDR und beteiligte sich zwischen 1967 und 1984 an elf Ausstellungen des DDR-Künstlerbundes. 1964 wurden seine Arbeiten auf der documenta III gezeigt. Bevor Waldemar Grzimek 1967 schließlich als Professor an die Technische Universität Darmstadt berufen wurde, war er offensichtich als freischaffender Künstler auch im Atelier Görresstraße Nr. 21 tätig.