Fregestraße im Jahr 1903. Archiv H&S

Zum 29. April 1884 einigten sich die Berliner Vororte Friedenau, Schöneberg und Steglitz, die durch ihr Terrain verlaufende „Straße Nr. 27“ mit dem Namen „Fregestraße“ zu bedenken, benannt nach dem Theologen Ferdinand Ludwig Frege (1804-1883), der in allen drei Kirchengemeinden als Pfarrer tätig war. Nicht ganz so einfach gestalteten sich über Jahrzehnte Nummerierung und Zugehörigkeit der Grundstücke. Heute gehören zum Ortsteil Friedenau die Häuser Nr. 1-27, zu Schöneberg Nr. 57-81 und zu Steglitz Nr. 31-55.

Fregestraße Nr. 57. Entwurf Max Nagel 1889. Archiv Turnerschaft Berlin

Fregestraße Nr. 57

Von der Villa zum Studentenwohnheim

 

Zum 29. April 1884 einigten sich die Berliner Vororte Friedenau, Schöneberg und Steglitz, die durch ihr Terrain verlaufende „Straße Nr. 27“ mit dem Namen „Fregestraße“ zu bedenken, benannt nach dem Theologen Ferdinand Ludwig Frege (1804-1883), der in allen drei Kirchengemeinden als Pfarrer tätig war. Nicht ganz so einfach gestalteten sich über Jahrzehnte Nummerierung und Zugehörigkeit der Grundstücke. Heute gehören zum Ortsteil Friedenau die Häuser Nr. 1-27, zu Schöneberg Nr. 57-81 und zu Steglitz Nr. 31-55.

 

Im Adressbuch sind die Grundstücke Fregestraße Nr. 55 bis 59 bis 1889 als Baustellen ausgewiesen. Am 11. Januar 1889 stellen Grundstückseigentümer und Bauherr Friedrich Haselwander aus Berlin, Michaelkirchplatz Nr. 23, und der Unternehmer, Baumeister Max Nagel, ansässig am Friedrich-Wilhelm-Platz in Friedenau, beim Schöneberger Amtsvorsteher Bürgermeister Johann Adolph Albert Friedrich Feurig den Antrag zum Bau des Wohnhauses Fregestraße Nr. 57. Die beiden Nachbargrundstücke haben bereits Eigentümer, Nr. 56 (Peterson) und Nr. 58 (Schmidt), sind aber noch unbebaut.

 

 

 

 

Haselwander ist seit 1868 Eigentümer der Chenillen- und Posamentierfabrik in der Neuen Friedrichstraße Nr. 33. Das erworbene Grundstück in Friedenau grenzt nach Osten unmittelbar an die Trasse der Potsdam-Magdeburger-Eisenbahn und (seit den 1960er Jahren als Eckgrundstück) an die Saarstraße. Die Grundstücksgröße beträgt 33,5 x 42,30m (1417 qm) zzgl. Vorgarten 32,5 x 6,0 (198 qm). Davon durften 2/3 der Fläche bebaut werden (814 qm). Am 1. Februar 1889 stellt die „Baupolizei Berlin-Schöneberg“ den „Bauerlaubnisschein Nr. 92“ aus. Baubeginn ist der 13. Februar 1889. Der Rohbau-Abnahmeschein wird am 7. August 1889 ausgestellt, der Gebrauchsabnahmeschein ist mit dem 6. März 1890 datiert.

 

Max Nagel hat sich (nach „den geradezu trostlosen Erfahrungen mit dem Putzbau“ vergangener Jahre) für die Ausführung in Ziegelrohbau entschieden. Das Dach ist allerdings nicht mehr mit seinen geliebten „Siegersdorfer Falzziegeln“, sondern in „Schieferdeckung nach deutscher Art“ ausgeführt. Berücksichtigt hat er auch „die Berliner Gewohnheit, alle erforderlichen Räume in einem einzigen Stockwerk“ zu vereinen: Im Erdgeschoss (Hochparterre) bzw. Erster Stock (Obergeschoss) Bad, WC, Speisekammer, Spülküche, Küche, 3 Schlafräume, 3 Stuben und ein großer Salon mit vorgebautem Erker zur Westseite. Dieser Grundriss wird auch für den Keller (Souterrain) beibehalten – mit anderen Nutzungen: 5 Kellerräume, Waschküche sowie Wohnung mit Küche für den Portier. Ein Ausbau des Dachgeschosses ist nicht vorgesehen. Das Gebäude erhält „zwei in gesonderten Räumen befindliche (feuerfeste) Treppen“.

 

 

 

Friedenau, 11. Januar 1889

An den Amtsvorsteher Herrn Bürgermeister Feurig Ritter pp. Hochwohlgeboren, Schöneberg

Den Amtsvorsteher von Schöneberg bitten wir ergebenst, die Erlaubnis zur Erbauung eines Wohnhauses gnädigst erteilen zu wollen. Dasselbe soll nach Maßgabe der anliegenden Zeichnung auf dem, Herrn Fabrikanten F. Haselwander in Berlin gehörigen, in Schöneberg an der Frege-Straße belegenen und auf dem ebenfalls anliegenden Situationsplane mit den Buchstaben a b c d e umschriebenen Grundstücke errichtet werden. Die Grundstücksnummer werden wir sofort beibringen, sobald mir dieselbe bekannt gegeben worden ist.

Der Besitzer F. Haselwander, Fabrikant; Der Unternehmer Max Nagel, Baumeister, Friedenau

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Max Nagel, Architect, Friedenau, den 13. Februar 1889, Friedrich-Wilhelm-Platz

An den Amtsvorsteher Herrn Bürgermeister Feurig Hochwohlgeboren, Schöneberg

In Erfolg der Bestimmungen des dem Fabrikanten F. Haselwander in Berlin erteilten Bauconsenses vom 1. Februar I Nr. I 1232 Nr. 92 des Bauregisters I 88/89, teile ich ergebenst mit, dass mit dem Bau des Hauses sogleich begonnen werden soll. In Betreff der Grundstückslinie (muss) Herr Geometer Gallauch in Berlin- (?) um gefällige Festsetzung gebeten werden. Hochachtungsvoll ergebenst Max Nagel

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Friedenau, den 15.  Juni 1889

An den Amtsvorsteher Herrn Bürgermeister Feurig Hochwohlgeboren, Schöneberg

Unter Bezugnahme auf den Bauconsens vom 1. Februar unter I Nr. I 1232 und Nr. 92 der Bauregisternummer I 88/89, teile ich ganz ergebenst mit, dass der in der Fregestraße belegene Bau für den Fabrikanten Herrn F. Haselwander in Berlin, Michaelkirchplatz Nr.23, soweit befördert worden ist, dass die Hochbau-Abnahme stattfinden kann. Ich bitte herzlich, einen Termin für diese Abnahme demnächst bestimmen zu wollen. Max Nagel

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Max Nagel, Architect, Friedenau, den 10. Juli 1889, Friedrich-Wilhelm-Platz

An den Amtsvorsteher Herrn Bürgermeister Feurig, Schöeneberg

In Erfolg der geehrten Mitteilung vom 29. (?), welche am 6. Juli in mein Haus gelangt ist, I Nr. I 7632, bitte ich herzlich, ganz ergebenst, für die Abnahme des Haselwanderschen Hausbaus demnächst einen Termin anberaumen zu wollen. Hochachtungsvoll ergebenst Max Nagel

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Max Nagel, Architect, Friedenau, den 27. Januar 1890, Friedrich-Wilhelm-Platz

An den Amtsvorsteher Herrn Bürgermeister Feurig Hochwohlgeboren, Schöneberg

In Erfolg der bestehenden Bestimmungen teile ich hiermit ganz gehorsamst mit, dass das Wohnhaus des Herrn Fabrikanten F. Haselwander, an der Fregestraße 57 belegen, nach den Bestimmungen des Bauconsenses vom 1. Februar 1889, IN I 1232 und Nr. 92 des Bauregisters I 88/89, fertig gestellt ist und bitte ich um geneigte Erteilung des Gebrauchs-Abnahme-Scheins. Hochachtungsvoll ergebenst Max Nagel

 

 

Fregestraße 57, Project zu einem Wohnhaus. Archiv Turnerschaft Berlin
Friedenauer Lokal-Anzeiger 1901 und 1906

Am 1. April 1890 bezieht Friedrich Haselwander mit Ehefrau Marie geb. Ahlmann das Hochparterre. Das Obergeschoss ist stets, aber kaum dauerhaft vermietet worden. 1891 kommen die ersten Mieter: Hauptkommissar Wulfert, Kaufmann Meyer (1892/96), Geheimer Ober-Baurat Zastrau (1897/99), Major Nieber, Schumacher Runge (1900). So geht es bis 1943 munter weiter: Kaufmann Schrape, Ingenieur Seelemann, Bankier Müller (1908/09), Verlagsbuchhändler Dr. Tetzlaff 1910/12), Regierungsrat Schmiedel (1913/18), Witwe Louise von Sanden geb. Zitzewitz mit zwei Kindern (1919/23), Kaufmann Lüttge (1925/26), Kaufmann Berendsen (1927/34), Witwe Rau (1928/32), Dipl.-Ing. Fries (1936), Ministerialrat F. Bamer (1937), Dr. Ing. Wieder (1938/43).

Vom Wechsel ist auch die Portierstelle betroffen. Schon zum 1. Juli 1901 suchte Haselwander „ein kinderloses Ehepaar, von welchem die Frau die Portierstelle übernimmt – gegen freie Wohnung“. 1906 ist es wieder einmal so weit: „Kinderlose Leute finden zum 1. Oktober leichte Portierstelle gegen freie Wohnung (2 Stuben und Küche) im Hause Fregestraße 57.“

 

 

Bereits im Jahr 1901 firmiert die nun in Berlin S, Inselstraße Nr. 10, III. ansässige Firma unter „F. Haselwander Nachfolger, Inhaber Paul Schmidt“. Haselwander selbst wird im Adressbuch unter Fregestraße Nr. 57 als Hauseigentümer und „Rentier“ aufgeführt. Am 23. März 1895 taucht sein Name in der „Wahlmännerliste“ von Schöneberg auf – ohne weitere Konsequenzen.

 

Grundsteuer-Expedition Schöneberg. Mitteilung vom 31. Juli 1919. Archiv Turnerschaft Berlin

 

Am 5. Mai 1905 verschied „nach längerem, schwerem Leiden“ im 70. Lebensjahr Ehefrau Marie. Beerdigt wurde sie auf dem alten Schöneberger Kirchhof an der Hauptstraße. Im Namen der Hinterbliebenen werden in der von Fritz Haselwander unterzeichneten Traueranzeige nur „unsere gute Schwägerin und Tante“ aufgeführt. Die Ehe der Haselwanders war kinderlos geblieben.

 

1911 zieht in die Villa seine Schwester „Ww. Therese Beyer geb. Haselwander“. Friedrich Haselwander  stirbt am 20. März 1917 und findet seine letzte Ruhe ebenfalls auf dem Schöneberger Kirchhof. Therese Beyer wird Erbin. Am 19. Juni 1919 geht das Anwesen an Oberingenieur Artur Schmidt und Ehefrau Anna geb. Rennert über. Artur Schmidt ist möglicherweise der Sohn von Paul Schmidt, Inhaber der Chenillenfabrik „F. Haselwander Nachfolger“. 1928 ist er als Ingenieur und Direktor des Technischen Büros bei der Siemens & Halske AG tätig.

 

Mit ihm, dessen Eigentümerschaft bis 1943 recherchiert werden kann, kommen die ersten größeren Veränderungen am Haus: Balkonanbau auf der Ostseite sowie „Anlage eines Müllhäuschens“ (1930), Einbau einer Etagenheizung (1931) und Bau einer Garage nebst Tor und Einfahrtstor (1935) nach Plänen des Architekten Harry Kreich (Sieglindestraße Nr. 1). Nach dem Weltkrieg wird das Anwesen vom „Berliner Frauenbund 1945 e.V.“ genutzt. 1963 ist die „Erbengemeinschaft Frau Schmidt und Söhne“ in Herleshausen als Eigentümer genannt.

 

 

Zwischen 1900 und 1970 - das Dreieck Friedenau, Schöneberg und Steglitz

 

Bekannt wird die Ecke an der Grenze zwischen den Gemarkungen Friedenau, Schöneberg und Steglitz durch Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938). Im Jahr 1913 ist er in die Körnerstraße Nr. 45 gezogen. Von seinem Atelier hat er den Blick auf Friedenauer Brücke, Wannsee- und Stammbahn sowie die Brandmauern der zu Friedenau gehörenden Häuser Saarstraße Nr. 11 und Nr. 12. Dieses Motiv hielt er in Varianten fest.

 

Entstanden sind „Blick aus dem Fenster“, eine Variante ohne Züge, „Die Eisenbahnüberführung“, wo sich unter der Brücke zwei Dampfzüge begegnen, der schlichte Vorortzug von Berlin nach Wannsee und der elegante Bankierszug von Potsdam nach Berlin. Weniger bekannt sind die Handzeichnung „Eisenbahnüberführung“ (Stiftung Stadtmuseum) und der Holzschnitt „Überführungsbrücke der Wannseebahn“. Ortsgeschichtlich interessant ist das Ölgemälde „Straßenbahn und Eisenbahn“ (Museums Behnhaus Drägerhaus Lübeck), mit Vorort- und Fernzug unter und Straßenbahn auf der Brücke.

 

Die Saarstraße endete ursprünglich als Sackgasse vor den Bahntrassen. Jenseits davon schritt die Bebauung voran. Die „Neu-Friedenauer“ forderten einen kürzeren Weg zu Station und Zentrum von Friedenau. Diese Verbindung wird 1900 als „Saarbrücke“ eröffnet. 1905 wird die Straßenbahnlinie Nr. 60 von Weißensee nach Schöneberg über Hauptstraße, Rheinstraße, Saarstraße und Friedenauer Brücke zur Beckerstraße eingerichtet.

 

Mit dem Ausbau der Bundesallee in den 1960er Jahren und dem Zubringer Saarstraße zur Westtangente wird die Friedenauer Brücke verbreitert. Das Eckhaus Fregestraße Nr. 56 und Saarstraße Nr. 12 wird abgerissen. Zu beiden Seiten der Brücke entstehen sowohl an der Saarstraße als auch an der Rembrandtstraße Treppenhäuser hinunter zur Autobahn als Zugänge für die 1969 eingerichtete Haltestellenbucht „Friedenauer Brücke“ der Buslinie A 84. Mit Wiederinbetriebnahme von Wannseebahn und S-Bahnhof Friedenau wird die Linie 1985 eingestellt. 2010/11 werden die überflüssig gewordenen Zugänge abgebrochen.

 

 

1963 Das Grundstück ist verkauft worden.

 

Villengrundstück Berlin 41, Fregestraße 57. 13.09.1963. Archiv Turnerschaft Berlin

 

Der Weg zum Studentenwohnheim

 

Mit der Reaktivierung von studentischen und akademischen Verbindungen in den 1950er Jahren strebt auch die „Turnerschaft Rhenania im CC" ein eigenes Vereinshaus an. Es soll zugleich Studentenwohnheim sein, da die Wohnungssituation für Studenten in Berlin schon damals schwierig ist, zumal auch Quartiere für die in West-Berlin studierenden Vereinbindungsmitglieder aus der Sowjetischen Besatzungszone gebraucht wurden. So wird am 28. April 1960 der „Hausverein Rhenania Berlin e.V.“ gegründet. Am 24. Juli 1963 wird der Kaufvertrag für das Haus Fregestraße Nr. 57 geschlossen. Der Kaufpreis von 75.000 DM wird durch 40.000 DM Hypothek, 29.000 DM Bausparkassendarlehen und 6.000 DM Eigenmittel beglichen. Am 1. Oktober 1963 geht das Haus in das Eigentum des Hausvereins über. Fregestraße Nr. 57 ist inzwischen Eckgrundstück, da in den 1960er Jahren mit dem Ausbau der Bundesallee als Zubringer zur Westtangente das bisherige Eckgrundstück Fregestraße Nr. 56/Saarstraße Nr. 12 abgebrochen und Saarstraße sowie Friedenauer Brücke verbreitert wurden.

 

In der Fregestraße Nr. 57 wohnen Ende 1963 allerdings noch im Souterrain ein Hausmeisterehepaar und in der ersten Etage mehrere Damen des „Berliner Frauenbunds“. Nachdem das Haus „leergezogen“ ist, wird das ganze Ausmaß der heruntergekommenen Liegenschaft deutlich. Die „Aktiven“ (Verbindungsmitglieder) übernehmen Maler-, Fußboden- und Elektroarbeiten, bauliche Veränderungen werden Handwerkern übertragen. Schon bald musste die dringend notwendige Sanierung (Dach, Trockenlegung der Fundamente, Sanierung Souterrain, Fassade, Sanitäranlagen, Grundstückseinfriedung, Innenausstattung, Gartenpflege usw.) „durch die Aufnahme einer Hypothek finanziert werden“. Mit dem Ausbau des Dachgeschosses 1972/73 sind weitere Zimmer entstanden.

 

 

1963 Wohnheimausbau, Bauzeichnungen. Archiv Turnerschaft Berlin

 

1995 wird aus dem „Hausverein Rhenania Berlin e.V.“ der neue Eigentümer „Hausverein Fregestraße 57 e.V.“. Nach dem Jahr 2000 ist eine grundlegende Sanierung und Modernisierung unumgänglich. Dazu gehören Fassade, Eingangsportal, Dachentwässerung, Abwasserleitung, Fensterverglasung, Sanitärbereich, Küchentrakt, Energieversorgung, Umstellung auf Fernwärme, Warmwasserversorgung und Neugestaltung des Gartenbereichs. Damit entstehen Kosten von 329.500 €. Das Haus ist inzwischen mit Krediten „nicht mehr belastet“.

 

Die Gründung der „Turnerschaft Berlin“ geht auf das Jahr 1873 zurück. Der Bund ist heute Mitglied des 1951 gegründeten Dachverbands „Coburger Convent“ (CC). Unter dem Wahlspruch „Ehre, Freiheit, Freundschaft, Vaterland“ und dem Grundsatz „Selbsterziehung seiner Mitglieder“ finden sich in den Korporationen Studenten und Alte Herren zu „gelebten Freundschaften unterschiedlicher Staatsangehörigkeit, verschiedener Religionszugehörigkeit und unterschiedlichster Parteizugehörigkeit“ zusammen. Die Farben des „pflichtschlagenden Männerbundes“ sind rot-weiß-schwarz-weiß-rot. Grundgedanke des Hauses Fregestraße Nr 57 ist es, den Studenten der Berliner Universitäten und Hochschulen ein angemessenes Umfeld zum Studieren zu geben. Dabei wird Wert gelegt auf geselliges Zusammenleben von verschiedenen Studiengängen und Altersstufen zur Pflege des studentischer Brauchtums. Voraussetzung sind „Toleranz in politischer, nationaler, konfessioneller und ethnischer Hinsicht auf der Grundlage der deutschen freiheitlich-demokratischen Grundordnung". Das angestrebte Netz zwischen Alt und Jung steht und fällt mit der Akzeptanz zu diesem „Generationenvertrag“. Das eigene Haus des gemeinnützigen "Hausverein Fregestraße 57 e.V." mit 16 preiswerten Studentenzimmern, 2 Gästezimmern und diversen Gesellschaftsräumen - und die Dependance in der Fregestraße Nr. 81 für Studentinnen - fördert über den täglichen Kontakt Bundesbrüderlichkeit und Persönlichkeitsbildung.

 

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Wir danken den Herren Peter Andrews, Dietrich Fleischer, Carl-Wilhelm Fricke, Christhard George, Tom Goeres, Hannes Höschel, Christian Lütje, Henning Mohr, Marcus Raabe, Hans-Joachim Rödiger, Burkhart Rüster, Karl-Heint Ruwisch, Jürgen Schwemmer und Jürgen Wagner für das uns zur Verfügung gestellte Material.

Fregestraße Nr. 80

Theodor und Elly Heuss

 

„Wollt Ihr als Eheleute einander lieben und ehren und die Ehe nach Gottes Gebot und Verheißung führen, in guten und in bösen Tagen, bis der Tod Euch scheidet?“ Die Frage von Pfarrer Albert Schweitzer zum Treueversprechen beantworteten Theodor Heuss (1884-1963) und Elly Knapp (1881-1952) am 11. April 1908 mit „Ja“. Danach waren die beiden 44 Jahre zusammen, bis sich Elly Heuss-Knapp am 19. Juli 1952 in der Universitätsklinik Bonn für immer verabschiedete. Ihr Ehemann hatte breitgefächert studiert, Ökonomie, Literatur, Geschichte, Philosophie, Kunstgeschichte, Staatswissenschaften, und promovierte schließlich 1905 in München über „Weinbau und Weingärtnerstand in Heilbronn am Neckar“. Danach übernahm er als „Doktor der Staatswissenschaften“ in Berlin die Redaktion der von Friedrich Naumann gegründeten Zeitschrift „Die Hilfe“.

 

 

Am 5. August 1910 wurde im Königsweg 8, III. Stock, (heute Naumannstraße) Sohn Ernst Ludwig (Lulu) geboren. Da Vater Heuss 1912 Chefredakteur der „Neckarzeitung" wurde, zog die Familie nach Heilbronn. Sein Interesse an Architektur und Design und die sich abzeichnenden Veränderungen müssen wohl dazu geführt haben, dass sich Theodor Heuss 1918 entschloss, in Berlin die Geschäftsführung des Deutschen Werkbundes zu übernehmen.

 

Bereits im Dezember 1917 besichtigten Elly und Theodor Heuss die Wohnung in der Fregestraße 80: „Erster Stock, sechs Zimmer, Warmwasserversorgung und Heizung, kein Gegenüber, Bäume vor dem Haus, freier Blick auf das Rathaus Friedenau und davor ein kleiner Markt (zweimal in der Woche), hinten hinaus ein sehr weiter Hof mit etwas Rasen und Büschen. Sehr sonnig. Warmwasser sogar im Schlafzimmer, elektrisches Licht etc., vorn Balkon an meinem Stübchen (das jetzt aber eine gute Stube wird) und einer hinten am Lulu-Schlafzimmer.“ Im März 1918 war „die Wohnung frei, wir können alles herrichten und einziehen“.

 

Zwölf von 44 Ehejahren lebten sie dort – mit guten und bösen Tagen. Sohn Ernst Ludwig besuchte ab 1919 das Schöneberger Helmholtz-Realgymnasium in der Rubensstraße und anschließend das Friedenauer Reformrealgymnasium in der Schwalbacher Straße. Vater Theodor war in die vom Journalisten Theodor Wolff initiierte sozialliberale „Deutsche Demokratische Partei“ (DDP) eingetreten und stellte sich am 23. Februar 1919 im Bezirk „Schöneberger Vorstadt“ zur Wahl. Nach der SPD mit 8.696 Stimmen wurde die DDP mit 6.560 Stimmen zweitstärkste Fraktion und Heuss Stadtverordneter in Schöneberg.

 

Es müssen turbulente Jahre gewesen sein. Arthur Johnson (1874-1954), der Karikaturist der Zeitschrift „Kladdaradatsch“, hat diese Zeit 1929 auf einem grotesk-überzeichneten Wandfresko im Ratskeller Schöneberg festgehalten. Während sich im Saal der Bezirksverordnetenversammlung die „Experten“ von Bau- und Kunstdeputation im politischen Tagesgeschäft befehden, feiern sie im Ratskeller ihre jeweiligen „Erfolge“. Das Spruchband am unteren Bildrand trifft den Kern: „Hart für das Wohl der Gemeinde befehden sich oben die Geister. Unten versöhnt sie des Weins Frieden gebietender Geist.“ Johnson verewigte die wichtigsten Akteure: Stadtbaurat Heinrich Lassen (1864-1953), der das Rathaus realisierte und den Turmbau für den Maler Hans Baluschek (1870-1935) in den Ceciliengärten besorgte, Kunsthistoriker Max Osborn (1870-1946) und last but not least der Stadtverordnete Theodor Heuss.

 

 

Ratskeller Schöneberg. Sechster von links Theodor Heuss. Fresko Arthur Johnson, 1929

 

 

Schon 1920 beklagte Frau Elly, dass „das Leben hier in den letzten sechs Wochen um ein Drittel teurer geworden ist ... Wir gehen mit dem Gedanken des Zimmervermietens um, wenn nicht eine neue Einnahmequelle sich öffnet“. Ein halbes Jahr vor der Reichstagswahl schreibt sie am 29.11.1923: „Der Gedanke der Nachbarschaftshilfe wird jetzt in jedes Haus gebracht, in den Mieterversammlungen, wo seither nur über Kohlenbeschaffung und Müllabfuhr geredet wurde, wird sie organisiert. Unser Nachbarhaus hier erhält ein altes Ehepaar vollständig durch freiwilliges Abgeben von Essen.“

 

Die Inflation erreichte ihren Höhepunkt und die beiden Reichstagswahlen am 4. Mai bzw. 7. Dezember 1924 enden mit erheblichen Stimmengewinnen der Rechten und schweren Niederlagen von Linken und Liberalen. Von den 472 Sitzen entfallen auf die DDP nur 28 bzw. 32 Sitze, darunter immerhin einer für den Wahlkreis 31 (Württemberg) und Theodor Heuss. Nach einer weiteren Wahlschlappe der DDP am 20. Mai 1928 und dem Verlust seines Abgeordnetenmandats plädierte auch Heuss für eine Konzentration der politischen Mitte und stimmte für die Reichstagswahlen am 14. September 1930 bzw. 31. Juli 1932 dem Zusammenschluss von „Volksnationaler Reichsvereinigung“ (VNR) und DDP zur „Deutschen Staatspartei“ (DStP) zu. Theodor Heuss war wieder Reichstagsabgeordneter – bis zur Wahl am 6. November 1932, bei der die DStP nur 2 Sitze erreichte und Heuss nicht wiedergewählt wurde.

 

Für die Reichstagswahl am 5. März 1933, gut fünf Wochen nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler, der letzten Wahl, an der mehr als eine Partei teilnahm, trat Theodor Heuss für die DStP auf Basis des sogenannten „Reichswahlvorschlags“ seines Wahlkreises Württemberg an – und wurde gewählt. Am 23. März stimmte Heuss mit seiner Partei dem vom Kabinett Hitler eingebrachten „Ermächtigungsgesetz“ zu. Ein Fehler. Allerdings hätte sein Nein wohl kaum die nationalsozialistische Diktatur verhindern können.

 

Es kam noch schlimmer: Aufgrund der von der NSDAP-Fraktion durchgesetzten „Verordnung zur Sicherung der Staatsführung“ wurde sämtlichen Abgeordneten der SPD und DStP am 7. Juli 1933 das Reichstagsmandat aberkannt. Mit Schreiben vom 12. Juli 1933 wurde er vom Reichstagsdirektor aufgefordert, „seine Ausweiskarte als Mitglied des Reichstags, der Freifahrkarten für Eisenbahn und Kraftposten sowie der noch in Ihren Händen befindlichen Schrankschlüssel“ zurückzugeben.

 

Heuss verlor seine Dozentenstelle an der Deutschen Hochschule für Politik. Seine Publikation „Hitlers Weg – Eine historisch-politische Studie über den Nationalsozialismus“ (Union Verlag Stuttgart 1932) befand sich auf den Listen der Bücherverbrennung. Obwohl mitunter behauptet wird, Heuss erhielt Publikationsverbot, erschienen 1937 „Friedrich Naumann. Der Mann, das Werk, die Zeit“ (Deutsche Verlagsanstalt), 1939 „Hans Poelzig. Bauten und Entwürfe. Das Lebensbild eines deutschen Baumeisters“ (Wasmuth), 1940 „Anton Dohrn in Neapel“ (Atlantis-Verlag) und 1942 „Justus von Liebig. Vom Genius der Forschung“ (Hoffmann und Campe).

 

 

Bis 1933 kannte das Ehepaar Heuss keine finanziellen Sorgen. 1931 hatten sie die Wohnung in der Fregestraße 80 aufgegeben und das Haus Kamillenstraße 3 in Lichterfelde gemietet (das 1968 wegen Verbreiterung der Straße Unter den Eichen abgerissen wurde). Sohn Ernst Ludwig war „aus dem Haus“ und studierte an den Universitäten Berlin, Heidelberg und Bonn Rechts- und Staatswissenschaften. Nun aber fehlte das Geld. Schließlich hatte sie ihrem Theodor doch einst geschworen, „in guten und in bösen Tagen“ an seiner Seite zu stehen.

 

Ellys Vetter Hermann Geiger, Besitzer der Wybert-Gaba-Werke in Basel, erinnerte sich an das Jahr 1919 und ihren Wahlslogan, „Frauen, werbt und wählt! Jede Stimme zählt! Jede Stimme wiegt! Frauenwille siegt!“, und fragte an, ob sie etwas für das Image seiner Hustenpastillen tun könnte. „Naja, eine Hebung des Niveaus ist es ja nicht“, aber sie konnte. Die Frauenrechtlerin wurde Werbetexterin: „Ob‘s windet, regnet oder schneit, Wybert schützt vor Heiserkeit.“ Oder für Nivea: „Im Sommer hocken wir nimmer im Haus, da lockt uns die Sonne hinaus“.

 

Ihr Markenzeichen: Sie erfand für die Produktnamen eingängige Melodien und ließ diese singen. Für einen Nivea-Werbespot fragte sie 1935 die Beiersdorf AG: „Darf die Familie schwäbeln?" Sie durfte. Und so sind heute nicht nur die großen Reden des späteren Bundespräsidenten dokumentiert, sondern auch sein gemütliches Schwäbisch im Nivea-Werbespot. Als Goebbels 1936 Werbung im Rundfunk verbot, stieg sie aufs Kino um. Es entstanden 1938 der blau-weiße Schattenrissfilm für Nivea und vor allem der Reklame-Rumba-Film „La Cajita Azul“, dessen Refrain „Crema dí dia – Nivea. Crema de noche – Nivea“ in Südamerika zu einem populären Schlager wurde.

 

Elly Heuss-Knapp hat der deutschen Funk- und Filmwerbung ein Gesicht gegeben. Und sie hat die Familie damit in schwierigen Zeiten „über die Runden“ gebracht. „Wollt Ihr als Eheleute einander lieben und ehren und die Ehe nach Gottes Gebot und Verheißung führen, in guten und in bösen Tagen, bis der Tod Euch scheidet?“ Ja.

 

Hans Magnus Enzensberger am S-Bahnhof Friedenau, um 1970, Archiv hme

Fregestraße Nr. 19

Hans Magnus Enzensberger

 

Die Geschichte des Hauses Fregestraße Nr. 19 beginnt eigentlich mit einem Brief vom 23. Dezember 1959. Da nahm der gerade von Ost nach West gewechselte Schriftsteller Uwe Johnson Kontakt mit dem beim Suhrkamp Verlag als Lektor tätigen Hans Magnus Enzensberger (geb. 1929) auf. Fünfzig Jahre später offenbart der bei Suhrkamp erschienene Briefwechsel „Enzensberger. Johnson“ ihre Auseinandersetzung über Möglichkeiten und Grenzen von Freundschaft. Bereits im Oktober 1966 forderte Uwe Johnson, den gemeinsamen Briefwechsel „nicht mehr für eine künftige Edition und Altersversorgung einzurichten sondern für Zwecke der brutalen Verständigung“. Über scheinbar Alltäglichem kommt es zu prinzipiellen Betrachtungen und zuletzt zu einem Zerwürfnis.

 

 

 

 

 

Ein Jahr später erreicht selbst diese Verständigung ihre Grenzen – unter Hinterlassung einer Korrespondenz, bei der sich beide Partner nichts schuldig bleiben: am wenigsten den hochpointierten Dialog zweier grundverschiedener Naturen. Dabei hatte es so gut angefangen. Enzensberger interessierte sich für ein Haus in Friedenau, für sich, seine Frau Dagrun und Tochter Tanaquil: „ihr hättest nichts dagegen wenn wir in eure Nachbarschaft kämen“, schreibt er am 7. Oktober 1964 hilfesuchend an Johnson, der ihm bei der Suche behilflich sein sollte. Der Brief enthielt seine „Spezifikationen“ – selbstverständlich in der von Enzensberger bevorzugten Kleinschreibung:

 

1. größe: minimum fünf zimmer, maximum bei acht oder neun zimmern, je nach größe und Verteilung der räume, ideale Verteilung: zweistöckig, mit (plus) ausbaubarer mansarde für ein gästelogis.

2. alter: ein neubau kommt nicht in betracht, je älter, desto besser, es sollte ein haus aus dem 19. jahrhundert sein.

3. lage: am liebsten friedenau … am liebsten städtischer charakter mit guten einkaufsmöglichkeiten und verkehrsverbindungen. keine hauptverkehrsstraße. ruhe ist ein vorteil.

4. ästhetische kriterien: bitte geh von den deinen aus.

5. preis: für das richtige haus würde ich viel geld bezahlen, dabei ist aber der bauzustand zu berücksichtigen; je mehr ich für die herrichtung des hauses aufwenden muß, umso weniger kann ich bar bezahlen, mehr als 60.000 mark in bar habe ich nicht, davon müßte ich bezahlen: die ‚anzahlung‘, die grunderwerbssteuer und die gebühren, die notwendigsten instandsetzungsarbeiten, die obere grenze für den gesamtaufwand läge bei etwa 120.000 mark, dh ich könnte schulden in höhe von 60.000 mark aufnehmen.

6. grundstück: je größer je besser, ein kleiner garten oder ein hinterhof mit bäumen wäre schön.

7. technische details: das wichtigste ist die heizung. zentrale ölfeuerung wäre das beste, das zweitbeste Zentralheizung mit koks. das haus sollte voll unterkellert sein, warmwasseranlage. bad. die küche kann primitiv eingerichtet, sie dürfte aber nicht zu klein sein: wir würden selber das nötige einbauen lassen, falls kein telefonanschluß vorhanden, sollte wenigstens die technische möglichkeit dazu gegeben sein, (rückfrage bei der post.) Heizung, warmwasser, küchenverhältnisse wären mit dem preis in vergleich zu setzen, je mehr davon zur hand ist, desto teurer darf das haus sein.“

 

Nach langem Suchen fand Johnson das Haus in der Fregestraße Nr. 19. Da sich Uwe Johnsons zu dieser Zeit bereits in New York City befand, bat er Günter Grass, der „das Haus schon einmal von innen angesehen“ hatte, „während meiner Abwesenheit die Sache für Herrn Enzensberger wahrzunehmen“. Die Enzensbergers sind im November 1966 eingezogen. Das Glück währte nicht lange. Bereits am 8. Januar 1967 teilte Dagrun Enzensberger Johnson mit, dass „Hans Magnus und ich uns für einige Zeit trennen werden“. So kam es, dass Uwe Johnson während seines Aufenthalts in New York seine Familienwohnung in der Stierstraße 3 an Dagrun und seine Arbeitswohnung in der Niedstraße 14 ab Mai 1966 Enzensbergers Bruder Ulrich zur Verfügung stellte. Ein Jahr später gab es die „Kommune I“, die letztendlich beide Wohnungen auf den Kopf stellte. Hans Magnus Enzensberger, in den 1960er Jahren das „literarische Sprachrohr einer ganzen Generation“, erklärte dazu in einem Brief an Johnson vom 30. März 1967:

 

„hier muß nun ich (ich will nicht: ich muß) auf eben dem beharren was ich dir vor deiner abreise nicht nur ein sondern mehrere male, nicht ohne nachdruck, gesagt habe; nämlich daß ich in dieser frage der hüter meines bruders nicht sein; keine Verantwortung übernehmen kann für die einhaltung eures Vertrages; und somit aus jeder meinungsverschiedenheit, die zwischen euch entstehen mag, ausgeschlossen bleiben möchte, das selbe gilt nun freilich (und das habe ich wohl nicht deutlich genug ausgedrückt) auch für dagrun. du weißt daß wir uns getrennt haben - diese trennung erstreckt sich auch auf unsere Verpflichtungen allen anderen leuten gegenüber; so hat dagrun sichs gewünscht; ich nahm an sie hätte dirs geschrieben; es wäre ihre Sache gewesen.

im einen wie im andern fall kann ich dir nicht zustimmen wenn du sagst: ihr hättet eure Wohnungen im grunde mir zur Verfügung gestellt, als ihr sie ‚teilen meiner familie‘ überließt.

 

ich habe allerdings versucht zu tun was in meinen möglichkeiten stand, das hat zur Zerstörung dieser möglichkeiten geführt. ich gehöre keiner kommune an, habe mit keiner kommune etwas zu schaffen.

ich habe mehr als einmal von ulrich und von dagrun verlangt, sie möchten dir schreiben, ob sie es getan haben, weiß ich nicht, versprochen haben sie es. - es ist mein ernst: ich habe keinen einfluß mehr auf die beiden, ich kann für sie nicht haften, du kannst mich nicht dafür haftbar machen, was sie tun und lassen.

 

Johnson ist enttäuscht. Er hatte von Enzensberger ein Mehr an Vertrauen und Verantwortlichkeit erwartet.

 

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