Name seit dem 2. November 1892, benannt nach Baumeister Hermann Hähnel (1830-1894), dem Mitbegründer von Friedenau. Auf Vorschlag seiner Frau Auguste (1828-1902) soll in Erinnerung an den 1871 geschlossenen „Friede von Frankfurt" der Kolonie der Name „Friedensau“ gegeben worden sein. Daraus wurde später „Frieden Au“ und schließlich Friedenau. Die Häuser Hähnelstraße Nr. 7, 8, 14, 15, das Eckhaus Hauptstraße Nr. 70/Hähnelstraße Nr. 10 und Hauptstraße Nr. 71, 72 und 73 sind als Baudenkmale eingetragen.

 

 

Das  Teltower Kreis-Blatt veröffentlichte am 17. November 1894 folgende Meldung: Ein Mitgegründer Friedenau's, der Direktor und Baumeister Hermann Hähnel, welcher bis zum Juli 1893 in unserm Ort wohnte und dann nach Zehlendorf übersiedelte, ist am Mittwoch früh daselbst gestorben, und wurde heute Nachmittag auf dem hiesigen Frieddhof zur letzten Ruhe bestattet.

 

Der „Friedenauer Lokal-Anzeiger“ berichtete am 16. Juni 1902: Am Sonnabend starb im 74. Lebensjahre in ihrer kleinen Villa Ringstraße 11 (seit 1962 Dickhardtstraße) die verw. Frau Baumeister Hähnel, die unserem so prächtig emporblühenden Ort den Namen gegeben hat. Herr Baumeister Hähnel, der Ehemann der jetzt Verstorbenen, war Mitbegründer und Aufsichtsrathmitglied des 1871 gegründeten Landerwerb- und Bauvereins auf Aktien zu Berlin. Im Jahre 1872, nachdem die ersten Häuser der neuen Kolonie errichtet waren, sollte dieselbe auch einen Namen erhalten. Endlich, nach langen Berathungen einigte man sich auf den Vorschlag der Verstorbenen, zum Andenken an dem Friedensschluß des Jahres 1871, der Kolonie den Namen „Friedensau“ zu geben. Später ist dann das runde „s“ fortgelassen und hieß die Kolonie, als sie im Jahre 1875 selbstständige Gemeinde wurde, nun Friedenau. Baumeister Hähnel bewohnte eine Villa an der Ecke der Rhein- und Kirchstraße, die er um das Jahr I894 an dem verstorbenen Bauunternehmer Herrn Pählchen verkaufte, der auf der Baustelle das große Eckhaus Rheinstraße 18 erbaute und eine Bauparzelle an den Bauunternehmer Herrn Stöckel verkaufte, der das Haus Rheinstraße 17 baute. Die Ecke gehört jetzt den beiden hiesigen Töpfermeistern Herren Hermann und Robert Fiebig und das Grundstück Rheinstraße 17 Herrn Dr. Guthmann. Nach Verkauf der Villa zog Herr Baumeister Hähnel nach Zehlendorf, wo er bald verstarb. Seine Leiche wurde auf dem Friedenauer Kirchhof beigesetzt und wird seine Ehefrau neben ihm ruhen. Die Verstorbene zog nach dem Tode ihres Mannes wieder nach Friedenau, und zwar im Hause Rheinstraße 15, wo der damalige Besitzer desselben. Herr Rathgen, einen Theil der prächtigen Rosen der ehemaligen Hähnel’schen Villa in seinem Garten verpflanzt hatte. Frau Hähnel pflegte diese Rosen wie ihre Kinder. Als sie dann 1898 die Villa Ringstraße 11 kaufte, legte sie dem jetzigen Besitzer des Hauses Rheinstraße 15 ans Herz, ihre Kinder der Flora weiter zu pflegen. Leider sind dieselben wegen ihres Alters bei späterem Umpflanzen bis auf einen Stock eingegangen, der auch infolge Alters sehr zurückgegangen ist, aber in diesem Frühjahr drei Knospen getrieben hat, welche der Verstorbenen nach dem Aufblühen auf ihr Grab gelegt werden sollen. Die Beerdigung findet morgen Nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des hiesigen Friedhofs statt."

 

Fotografien von Hermann und Auguste Hähnel sind nicht auffindbar. Die Grabstätte auf dem Friedhof Stubenrauchstraße existiert nicht mehr.

 

Hähnelstraße Nr. 9

Baudenkmal

Entwurf Ernst Buckenauer

Bauherr Eduard Cassirer & Cassirer, Salo

1908-1909

 

An diesem Haus erinnert eine Gedenktafel daran, dass hier 1921-24 der Schriftsteller Kurt Hiller (1885-1972) lebte: „Hier wohnte von 1921-1934 Kurt Hiller. 17.8.1885-1.10.1972. Der expressionistische Schriftsteller emigrierte 1934 nach erlittener KZ-Haft. Er kehrte 1955 nach Deutschland zurück. Von 1969 bis zu seinem Tod war er Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.“

 

Den inhaltsleeren Text formulierte die „Historische Kommission zu Berlin“. Nichts davon, dass Hiller schon während seines Jura-Studiums in Berlin als „Stänkerer“ und „Zankapfel“ bekannt war. Eine Biographie „über den heute fast nur noch als Pionier der expressionistischen Literatur bekannten Publizisten“ war seit langem überfällig. Der in Rostock lebende Historiker Daniel Münzner hat sich dieser Aufgabe gestellt: „Kurt Hiller. Der Intellektuelle als Außenseiter“ ist im Wallstein Verlag Göttingen erschienen. Das Buch wurde in der FAZ vom 15. Juni 2016 mit einer ziemlich detaillierten Rezension gewürdigt.

 

 

 

Dieser arme Homosaxone

ePaper
Teilen:

Maskulinist und APO-Opa. FAZ, 15.06.2016

ePaper
Teilen:
Hähnelstraße Nr. 1. H&S 2018

Hähnelstraße Nr 1

Baudenkmal Mietshaus

Entwurf Architekt Erich Rösler

1891-1892

 

Hähnelstraße Nr. 7. H&S 2018

Hähnelstraße Nr. 7

Baudenkmal Mietshaus

Entwurf Regierungsbaumeister und Magistratsbaurat Otto Jaeckel

1910

 

 

Hähnelstraße Nr. 8. LDA Berlin

Hähnelstraße Nr. 8

Baudenkmal Mietshaus

Entwurf Architekt und Maurermeister Eugen Freier

Bauherr Gertrud Mais

 

 

Hähnelstraße Nr. 10. H&S 2018

Hähnelstraße Nr. 10/Hauptstraße Nr. 70

Baudenkmal Mietshaus

Entwurf Baumeister Max H. Grunewald

Bauherr Max H. Grunewald

Hähnelstraße Nr. 14. H&S 2006

Hähnelstraße Nr. 14

Baudenkmal Mietshaus

Entwurf Architekt Max Traeger

1910-1911

 

Hähnelstraße Nr. 15. H&S 2006

Hähnelstraße Nr. 15

Baudenkmal Mietshaus

Entwurf und Bauherr Baugeschäft Grosskopf & Schulz

1910-1911

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© friedenau-aktuell, 2017