Der bisher namenlose dreieckige Platz zwischen Laubacher Straße und Südwestkorso erhielt am 30. August 1990 den Namen Adam-Kuckhoff-Platz, benannt nach dem Schriftsteller und Widerstandskämpfer Adam Kuckhoff (1887-1943). Ursprünglich sollte der Platz „Adam und Greta Kuckhoff-Platz“ benannt werden, was aus historischer Sicht richtig gewesen wäre, da das Ehepaar von 1936 bis zur Verhaftung durch die Gestapo im Jahr 1942 in der nahen Wilhelmshöher Straße 18 wohnte. Mit der fadenscheinigen Begründung der Schöneberger Bezirksverordnetenversammlung, es gäbe bereits in Ost-Berlin eine Kuckhoff-Straße, wird der Name Greta Kuckhoff (1902-1981) bis heute verschwiegen.

Im Zusammenhang mit der Gedenktafel für Adam Kuckhoff am Haus Wilhelmshöher Straße Nr. 18 teilte uns auf Nachfrage am 26. Februar 2016 Prof. Dr. Michael Wildt, Inhaber des Lehrstuhls für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert an der Humboldt-Universität und seit 2013 Vorsitzender der „Historischen Kommission zu Berlin", mit: „Dass Greta Kuckhoff auf der Tafel nicht erwähnt wird, ist in der Tat ein Versäumnis."

 

Eine ausführliche Würdigung von Adam und Greta Kuckhoff finden Sie unter ihrer letzten Friedenauer Wohnanschrift Wilhelmshöher Straße.

 

 

Warum heißt der Brunnen Erika-Brunnen?

 

Der Friedenauer Hagen Naß  „konnte dazu bisher leider nichts finden. Der ‚alte‘ Name ‚Kinderbrunnen‘ ist ja selbsterklärend. Können Sie mich aufklären?“

 

Den Platz schmückte seit 1911 der von Emil Cauer d. J. (1867-1946) entworfene „Erikabrunnen“. Der Brunnen wurde 1943 zerstört und 1982 vom Bildhauer Heinz Spilker (geb. 1927) nach Fotos restauriert. Zwei Figuren wurden von Spilker frei nachgestaltet. Auf einem zweigestuften Sockel steht eine Schale mit vier vorgelagerten Podesten. An gegenüberliegenden Seiten sitzen zwei gleiche Putten (Bronze) mit dem Rücken zum Becken (Sandstein) und halten eine Schale über den Kopf, aus der sie Wasser schütten. Auf den anderen beiden Podesten stehen sich Gruppenplastiken gegenüber: zwei spielende Putten mit einer Gans bzw. einem Fisch als Wasserspeier im Arm. Im Becken ist eine Sprudelfontäne installiert. Obwohl der Brunnen wegen der Puttengestaltung mitunter „Kinderbrunnen“ genannt wird, die offizielle Bezeichnung lautet „Erikabrunnen“.

 

Martin Mende vom „Verein für die Geschichte Berlins“ lieferte folgende Erklärung: „Als der rekonstruierte Brunnen am 13. Mai 1982 wieder der Öffentlichkeit übergeben wurde, schrieb der ‚Tagesspiegel‘: „Den Namen ‚Erika‘ soll das Kind eines Schöneberger Politikers getragen haben, das für eine der damaligen Putten Pate gestanden haben soll, erzählt man im Bezirk.“ Ich halte diese Aussage für unwahrscheinlich, war doch die erste Bezeichnung ‚Kinderbrunnen‘ viel schlüssiger. Nach der Errichtung 1912 war der Platz mit einem Tiergartengitter eingefasst und nicht begehbar. Erst um 1925 entstand anstelle eines Schmuckbeets um den Brunnen eine runde Platzfläche, die durch drei Zugangswege erschlossen wurde. Ich nehme an, dass ab dieser Zeit sich der neue Name verbreitet hat.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
      Twitter & Facebook      © friedenau-aktuell, 2017