Name seit 1910, vorher Straße 12, benannt nach dem Kommunalpolitiker Friedrich Bache (1841-1917). Bache war von 1893 bis zu seinem Tod Mitglied des Gemeindevorstands von Friedenau. Als stellvertretender Gemeindevorsteher gehörte er dem Teltower Kreistag an. Für die aufstrebende Gemeinde Friedenau war allerdings von Bedeutung, dass Friedrich Bache in den preußischen Provinziallandtag gewählt wurde, über dessen Körperschaften er Einfluss auf Straßenbau, Melioration und Siedlungswesen nehmen konnte. Bache wurde Ehrenbürger von Friedenau. Zu seinem 70. Geburtstag ehrte ihn die Gemeindevertretung durch die Benennung einer Straße. Er wurde auf dem Friedhof Stubenrauchstraße bestattet. Das Grab existiert nicht mehr.

 

Bachestraße Nr. 10, 1910

Bachestraße Nr. 10

 

Der Spielplatz zwischen den Brandwänden der Wohnhäuser von Bache- und Görresstraße (vorher Wilhelmstraße) ist nicht auf die Bombennächte des letzten Krieges zurückzuführen. Dies geht bereits auch aus den Plänen des Historikers Helmut Winz von 1964 hervor.

 

Anfang 1899 existierte in dieser Gegend lediglich die Wilhelmstraße. Die Grundstücke Nr. 1-6, 8-14 und 17-24 waren als Baustellen bzw. Lager- und Zimmererplätze der „Baugesellschaft Bellevue“ ausgewiesen. Gebaut waren vier Wohnhäuser, darunter im Eigentum von Bildhauer Valentino Casal das Haus Wilhelmstraße Nr. 7 mit einem in die Tiefe reichenden bebauten Grundstück. Als die Gemeinde Friedenau unter Gemeindebaurat Hans Altmann den Bebauungsplan änderte und die Straße 12 (ab 1910 Bachestraße) anlegte, reichten die Bauten über Vorgarten und Bürgersteig hinweg bis 6,40m in die Bachestraße hinein. Gebaut waren in der Straße die vierstöckigen Häuser Nr. 1-13. Auf dem Grundstück Bachestraße Nr. 10 stand ein Flachbau, an dessen Außenwand in Versalien der Schriftzug ATELIER V. CASAL prangte.

 

 

 

In den Adressbüchern heißt es bis Anfang der 1920er Jahre: „Zu Wilhelmstraße Nr. 7 gehört Bachestraße Nr. 10.“ Es kam der Erste Weltkrieg. Am 28. August 1916 erklärte Italien Deutschland den Krieg. Das Eigentum des Italieners wurde beschlagnahmt und ging 1917 in den Besitz der Gemeinde Friedenau über. Im Jahr 1921 kamen die Anwesen Bachestraße Nr. 10 und Wilhelmstraße Nr. 7 in die Hände der Grundstücksverwaltungsgesellschaft Schöneberg. Laut Baubuch waren die auf die Bachestraße ragenden Bauteile am 22. März 1922 entfernt worden. 1925 ging das gesamte Grundstück an das Bezirksamt XI. (Schöneberg) der Stadt Berlin. Am 18. Juni 1934 erklärte sich das Bezirksamt Schöneberg mit dem Abriss sämtlicher Gebäude auf dem Grundstück Wilhelmstraße Nr. 7/Bachestraße Nr. 10 und der Schaffung einer Parkanlage einverstanden. Die Abrissarbeiten auf dem städtischen Grundstück wurden im Jahr 1935 ausgeführt.

 

 

Adressbuch Friedenau von 1914 für Bache- und Wilhelmstraße

Das Atelier von Valentino Casal in der Bachestraße Nr. 10

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