Name seit dem 5.9.1889, vorher ab etwa 1874 Steglitzer Straße, benannt nach dem Unternehmer und Begründer von Friedenau David Born, eigentlich David Buttermilch (1817-1879). Er übernahm die Direktion des im Juli 1871 gegründeten „Landerwerb- und Bauvereins auf Aktien“, der die Landhauskolonie Friedenau anlegte. Die Bornstraße bildet die südwestliche Grenze zum Ortsteil Steglitz. Zu Friedenau gehören die Häuser Nr. 2-16, zu Steglitz Nr. 17-30.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Wohnungsfrage. Von David Born. Vossische Zeitung, Mai 1871

 

Durch die projektierten Pferdebahnen sind die Bestrebungen, welche die Bebauung der Umgegend Berlins seit Jahren bezwecken, ungemein erleichtert worden; daher ist es mir möglich, den vielen an mich ergangenen Aufforderungen, endlich mit der Gründung eines Bauvereins vorzugehen, jetzt nachkommen zu können. Es ist mir nämlich infolge meiner seit Jahren in der Presse und in öffentlichen Versammlungen fortgesetzten Bemühungen gelungen, für meine Bestrebungen die nötigen Unterstützungen zu finden. Ein Großgrundbesitzer, der sich für die Sache interessiert, hat mir ein Areal von 40 Morgen zum Zwecke der Parzellierung und Bebauung - aber nur für eine Baugesellschaft - zu einem sehr billigen Preise zur Verfügung gestellt. Das Areal, eine Stunde vom Mittelpunkt der Stadt, jetzt schon günstig an Eisenbahn und Chausseen im Westen von Berlin gelegen, wird von einer der projektierten Pferdebahnen durchzogen werden und eignet sich für Bebauung wie für Gärten ganz vorzüglich. Aber nur einer Baugesellschaft will der Besitzer den billigen Preis und außerdem günstige Bedingungen stellen, dagegen aber stellt er seinerseits die Anforderung, dass keine Fabriken, keine hochstöckigen Wohnhäuser und Proletarierwohnungen dort gebaut werden dürfen.

 

Demnach ersuche ich diejenigen, welche sich bei einer solchen Baugesellschaft beteiligen wollen, um gemeinschaftlich Wohnhäuser und die dazu passenden Gärten vermittelst einer Summe, welche die jetzt zu zahlende Miete nicht übersteigt, zu erwerben, mir dies recht bald mitzuteilen; es soll dann eine Versammlung der Angemeldeten einberufen werden. Beamten, Pensionären, Lehrern, Künstlern, Literaten und allen denen, deren Einkommen nicht so rasch und in gleichem Maße als die Wohnungsmiete steigt, kann ich das Unternehmen auf das angelegentlichste empfehlen.

 

David Born, Karlstraße 18.

 

Mit diesem Artikel warb der Volkswirtschaftler und Schriftsteller David Born um Beitritt zu einer Baugesellschaft, die die Gemeinde Friedenau begründen sollte. David Born, ein deutscher Jude, wurde am 30. Oktober 1817 als David Buttermilch in Lissa/Kreis Posen geboren. Bekannt wurde er durch seine 1849 in Berlin erschienene volkswirtschaftliche Publikation „Schutzzoll oder Freihandel? Zunft oder Gewerbefreiheit?“ In den Gründerjahren widmete sich Born dann ganz der Grundstücksspekulation und übernahm in dem 1871 von ihm mitbegründeten „Landerwerb- und Bauverein auf Aktien" die Direktion. In dieser Funktion war er der Vermittler zwischen dem Großgrundbesitzer von Carstenn-Lichterfelde und den Aktionären des Bauvereins, die beabsichtigten, sich in der geplanten Villenkolonie niederzulassen.

 

Am 9. Juli 1871 wurde der „Landerwerb- und Bauverein auf Aktien" gegründet: Geschäftsführung: David Born, Aufsichtsrat: Bankier A. Kämpf als Vorsitzender, Geheimer Rechnungsrat Wilhelm Fröauf, Kanzleirat Louis Blankenberg, Lehrer Paul Consentius, Geheimer Rechnungsrat Carl Hacker, Baumeister Hermann Hähnel, Direktor der Gesellschaft für Holzarbeit, H. Simon.

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