Name seit dem 12. Februar 1935, vorher von 1905 Wagnerplatz. Benannt nach Cosima Wagner (1837-1930), der Tochter von Franz Liszt, die in erster Ehe mit dem Dirigenten Hans von Bülow und ab 1870 mit Richard Wagner verheiratet war. Sie organisierte 1876 die ersten Bayreuther Festspiele.

 

Im Jahr 1709 war durch die Zusammenlegung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt die Königliche Residenz Berlin und damit preußische die Hauptstadt entstanden. Bald darauf entstanden neue Vorstädte. Berlin wurde größer. Da die Stadt wegen leerer Haushaltskasse nicht in der Lage war, selbst für Gaswerke und Stadtbeleuchtung zu sorgen, war das Königlich-Preußische Ministerium des Innern 1825 gezwungen, mit der englischen Firma „Imperial Continental Gas Association“ einen Vertrag abzuschließen. So kam es, dass die I.C.G.A. eigentlich bis zur Liquidation im Jahr 1918 das Monopol für die Errichtung von Gasanstalten und die Beleuchtung der Berliner Straßen innehatte.

 

 

Nach der Eingemeindung von Schöneberg und Tempelhof und der Gründung von Friedenau wurde für das Gelände zwischen Kaiserallee (Bundesallee), Varziner-, Handjery- und Bismarckstraße (Sarrazinstraße) – unmittelbar an der Ringbahnstation Wilmersdorf-Friedenau – um 1880 der Bau einer Gasanstalt geplant. Der Gemeindevorstand von Friedenau, der „Landerwerb- und Bauverein auf Actien“ und der Gemeindekirchenrat erhoben im August 1883 Einspruch bei Ernst von Stubenrauch (1853-1909), dem zuständigen Landrat des Kreises Teltow. Der Einspruch wurde am 20. November 1883 abgewiesen. Die Anlage wurde genehmigt. Im Januar 1884 reichten die Beteiligten ihre Beschwerde beim preußischen „Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten“ ein. Handelsminister Otto von Bismarck – in Personalunion mit seinen Ämtern als Ministerpräsident und Reichskanzler – erteilte am 17.Juni 1884 den Bescheid, dass „der Unternehmerin die nachgesuchte Genehmigung zu versagen sei“.

 

Nach Vorlage von überarbeiteten Plänen mit zwei Gasbehältern von 47 und 56,5 Meter Durchmesser im Oktober 1885 legte Friedenau wiederum beim Landrat Einspruch ein, dem der Kreisausschuß am 10. Dezember 1884 mit der Begründung stattgab, „dass der besondere Charakter des Vorortes Friedenau, die Bestimmung desselben als Villenanlage und als ein für Sommerwohnungen von Kranken etc. gesuchter Ort, eine gewerbliche Anlage, wie die hier projektierte Gasanstalt, ohne sanitäre Belästigungen und Nachteile für die einen gesunden Aufenthalt Suchenden nicht zulasse und deshalb die Genehmigung zu versagen sei ... Durch die Anlage einer umfangreichen Gasfabrik würden sämtliche wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen für die weitere Entwicklung des Ortes Friedenau und seiner nun einmal gegebenen Grundlage verschoben werden.“

 

So entstand um 1890 auf dem Gelände der Sportpark Friedenau mit einer mit einer 500 Meter langen ovalen Radrennbahn. Am 22. September 1904 erwarb der Bauunternehmer Georg Haberland von der Gemeinde Friedenau das Gelände für knapp drei Millionen Mark. Zuvor hatte er allerdings dafür gesorgt, dass die Landgemeinde Friedenau die Berliner Traufhöhe von 22 Metern in den Bebauungsplan aufgenommen hatte. So entstand ab 1906 das „Wagner-Viertel“ mit vierstöckigen Mietshäusern. Das Gebiet rund um den Cosimaplatz umfasst die Straßen mit den Namen Brünnhilde, Elsa, Eva, Isolde, Kundry, Ortrud, Senta und Sieglinde – Erinnerungen an die Frauengestalten diverser Opern von Richard Wagner.

 

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