Über Adam Kuckhoff

 

Adam Kuckhoff wurde am 30. August 1887 in Aachen geboren. Sein Vater war der Nadelfabrikant Bernhard Kuckhoff. Nach dem Abitur 1906 am Kaiser-Karls-Gymnasium studierte er Jura, Germanistik, Geschichte und Philosophie an den Universitäten in Freiburg, München, Heidelberg, Berlin und Halle. Dort promovierte er 1912 mit der Arbeit „Schillers Theorie des Tragischen bis zum Jahre 1784“. Kaum Doktor der Philosophie heiratete der 25 Jährige 912 die Schauspielerin Mie Paulun – die erste Ehe. Am 13. März 1912 wurde in München der Sohn Armin-Gerd Kuckhoff geboren.

 

Exkurs: Nach der Scheidung von Kuckhoff ging Mie Paulun am 16. Oktober 1922 den Ehebund mit dem Schauspieler Hans Otto (1900-1933) ein. Er wurde 1933 von der Gestapo verhaftet und offensichtlich während der Verhöre misshandelt. Otto erlag am 24. November 1933 im Berliner Polizeikrankenhaus an seinen Verletzungen. Das Grab von Hans Otto befindet sich auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof in Stahnsdorf. Sein „Stiefsohn“, der spätere Theaterwissenschaftler und Rektor der Theaterhochschule Leipzig ehelichte die Autorin und Chefredakteurin der DDR-Kinderzeitschrift „Bummi“ Ursula Ursula Böhnke-Kuckhoff (geboren 1927). Armin-Gerd Kuckhoff starb am 19. Juni 2002 in Glienicke/Nordbahn.

 

Adam Kuckhoff absolvierte ab 1913 eine Ausbildung an der Theaterakademie von Louise Dumont in Düsseldorf an. Unmittelbar nach Gründung der USPD wurde er Mitglied der Partei. Von 1917 bis 1920 wirkte Kuckhoff als Dramaturg am Frankfurter Neuen Theater und von 1920 bis 1923 ebenfalls in Frankfurt als Intendant des Künstlertheaters. Zwischen 1927 und 1929 war er Lektor im Jenaer Eugen-Diederichs-Verlag. Dort lernte er Gertrud Viehmeyer kennen – seine zweite Ehefrau. 1930 ging Kuckhoff als Dramaturg an das Staatliche Schauspielhaus in Berlin.

 

Exkurs: Nach Angaben von Greta Kuckhoff lebte er aber „von seiner Frau Gertrud getrennt, aber sie wollte all die Jahre über nicht glauben, dass es eine endgültige Scheidung sei“.

 

Adam Kuckhoff, der nach 1933 als freier Lektor und Schriftsteller tätig war, zog 1936 in die Wohnung seiner neuen Lebensgefährtin Greta Lorke Wilhelmshöher Straße 18. Sie wurde schwanger und am 28. August 1937 wurde geheiratet. Trauzeuge im Standesamt von Schöneberg war Hans Hartenstein, der einige Jahre später als Bevollmächtigter die juristischen und finanziellen Angelegenheiten der Kuckhoffs regeln musste. Mit dabei auch Adolf Grimme, der letzte demokratisch gewählte Kultusminister der Staatsregierung in Preußen. Am 8. Januar 1938 wurde Sohn Ule (1938-1989) geboren.

 

Exkurs: Als 36-Jähriger startete Ule Kuckhoff seine Karriere beim Fernsehen der DDR in Adlershof – Regieassistent, Regisseur, Redakteur. Seine Mutter Greta Kuckhoff, inzwischen als Präsidentin der DDR-Notenbank „abgelöst“, hatte nach dem Mauerbau 1961 das See-Grundstück Oranienburger Straße in Wandlitz übernommen. Im Fernsprechverzeichnis Wandlitz wurde eine Rufnummern-Änderung vorgenommen. Vom Garten-Philosophen Karl Foerster (1874-1970) ließ sie einen „Ausführungsplan mit Staudenpflanzen, Rankgerüst und Gitter“ für den Garten erstellen. 1973 zog die gesundheitlich angeschlagene und mit einem Schwerbeschädigten-Ausweis bedachte Greta Kuckhoff wieder nach Berlin in das Hochhaus Leninplatz 28. Das Anwesen wurde weiter von der Familie Kuckhoff genutzt. Ule Kuckhoff starb am 16. August 1989. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Wandlitz.

 

Bereits seit Beginn des Dritten Reichs hatte Kuckhoff Verbindung zu Widerstandskreisen. Er gehörte mit seiner dritten Frau Greta Kuckhoff zum Widerstandszirkel um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack. Kuckhoff wurde am 12. September 1942 in Prag von der Gestapo verhaftet und am 3. Februar 1943 vom Reichskriegsgericht „wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens und wegen Feindbegünstigung“ zum Tode verurteilt. Zusammen mit 16 weiteren Verurteilten hatte er ein Gnadengesuch an Hitler eingereicht. Aus dem Führerhauptquartier kam am 21. Juli 1943 unter „Betr.: Gnadensachen von 17 vom Reichskriegsgericht im Strafsachenkomplex „Rote Kapelle“ zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte Verurteilten“ folgendes Schreiben: „Ich lehne einen Gnadenerweis ab.“ Der Präsident des Reichskriegsgerichtes ordnete für den 5. August 1943 zwischen 19 und 20 Uhr die Vollstreckung an. Die Toten wurden der Charité-Anatomie übergeben, die sterblichen Überreste im Krematorium Wilmersdorf verbrannt, die Asche verstreut.

 

Name seit 1906, benannt nach Elsa von Brabant, einer Figur aus Richard Wagners Oper „Lohengrin“. Die Straße entstand 1906 durch die Anlage des Wagnerviertels auf dem Gelände des Sportparks Friedenau.

 

 

 

In Vorbereitung

 

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