Name seit dem 31. Juli 1947, benannt nach dem (katholischen) Publizisten Joseph Görres (1776-1848). Er gründete 1814 in Koblenz die liberale Zeitung „Rheinischer Merkur“. Görres, Anhänger der Französischen Revolution, wird als Schöpfer der modernen politischen Zeitung betrachtet. Auf dem Bebauungsplan von 1874 ist eine Stuttgarter Straße eingetragen. Von 1876 bis 1937 wurde sie Wilhelmstraße genannt. In der NS-Zeit erhielt sie 1937 den Namen Golzheimer Straße als Erinnerung an den „Märtyrer“ Albert Leo Schlageter (1894-1923), der 1923 während der Ruhrbesetzung von einem französischen Militärgericht wegen Sabotage und Sprengstoffanschlägen zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Die zwischen 1945 und 1947 angedachte Umbenennung in Aufbaustraße wurde verworfen und nicht amtlich. Mit der Umbenennung in Golzheimer Straße wurde die bis heute gültige Nummerierung der Häuser vollzogen (gerade Hausnummern rechts, ungerade links). Bis dahin zählte die (vom Friedrich-Wilhelm-Platz) rechte Straßenseite zwölf Grundstücke mit den Nummern 1, 2, 3/4, 5/6, 7, 8, 9, 10, 11 sowie 11a, 11b und 11c, die linke Straßenseite (vom Südwestkorso aus) Nummer 12 bis Nummer 23. Seither fehlen in der Görresstraße die Hausnummern 5, 7 und 17.

 

Dem Grundstück zwischen Görresstraße Nr. 16 und Bachestraße Nr. 10 gebührt eine besondere Aufmerksamkeit. Der „Integrative Kinderspielplatz mit Durchwegung“, den die Landschaftsarchitektin Regine Lechner 2008/09 zwischen den beiden Straßen geschaffen hat, könnte auf eine Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkriegs hindeuten. Die Brandwände zu beiden Seiten sind allerdings auf die Geschichte zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik zurückzuführen. Das Grundstück konnte über Jahrzehnte aus rechtlichen Gründen nicht bebaut werden.

 

Auf dem Plan von 1901 ist ersichtlich, dass es die Bachestraße damals noch gar nicht gab und in der damaligen Wilhelmstraße (seit 1947 Görresstraße) nur drei Grundstücke bebaut waren. Das Grundstück hatte der Italiener Valentino Casal im Januar 1899 gekauft. Zur Wilhelmstraße hin mit der Nr 7 (heute Görresstraße Nr. 16) entstand das Haus für seine Familie, auf dem hinteren Teil bis hin zur Straße 12 (seit 1910 Bachestraße) ließ Casal Ateliers errichten. Von da an konnten mehr als ein Dutzend Bildhauer mit der Friedenauer Adresse Wilhelmstraße aufwarten, darunter Eberhard Encke, Johannes Götz, Edmund Gomansky, Wilhelm Haverkamp, Johannes Hinrichsen, Johannes Hoffart, Paul Hubrich, Ludwig Isenbeck, Ludwig Manzel, Heinrich Mißfeldt und Georges Morin. Casals „Atelier für Marmor-Ausführungen, Monumentalbauten und Grabdenkmäler“ wurde für Kaiser Wilhelm II. zum „Klein Carrara“ von Friedenau.

 

Leonhard Sandrock, 1912

Görresstraße Nr. 21 (Wilhelmstraße Nr. 16)

Leonhard Sandrock

 

Als Alfred Bürkner 1996 sein Buch „Friedenau“ veröffentlichte, wies er unter Görresstraße Nr. 21 (Wilhelmstraße Nr. 16) darauf hin, dass „auf dem hinteren Teil des Grundstückes ein Atelierhaus steht, in dem die bildhauerische Tradition der Görresstraße mit dem Bildhauer Michael Schoenholtz (geb. 1937) fortgeführt wird. Er meinte damit auch die Bildhauer Franz Rosse (1858-1900), Johannes Hoffart (1851-1921) und Edmund Gomansky (1854-1930), die das Atelier zeitweise genutzt hatten. Nachzutragen ist, dass dort auch Schriftsteller, Zeichner, Kunstgewerbler und Maler gewirkt haben.

 

Dass dieses Anwesen ein „Künstlerdomizil“ wurde, hat wohl mit Otto Wesche zu tun, der einst für die Zwickauer Marienkirche den „Engel“ und für seine Familie auf dem Friedhof ein Wandgrab geschaffen hatte. Wesche war Mitinhaber der Firma „Wesche & Ramcke“, die in Zwickau ab 1871 „Bildhauerei und Stuckatur-Geschäft“ betrieb. 1901 legte er sich in Friedenau das Anwesen Wilhelmstraße Nr. 16 zu. Da „die Stadt Meerane den Bildhauer Otto Wesche aus Berlin-Friedenau mit zwei Brunnenprojekten beauftragte“, entstand um diese Zeit wohl auch das Atelier. Genutzt hatte er es nicht. Jedenfalls sind bildhauerische Arbeiten von ihm nicht bekannt.

 

Ab 1909 mietete der Oberleutnant a. D. Leonhard Sandrock (1867-1945) das Atelier. Er war am 5. März 1867 im schlesischen Neumarkt geboren worden, hatte das Gymnasium in Schweidnitz besucht und war 1887 in die preußische Armee eingetreten. Ein Reitunfall beim Feldartillerie-Regiment in Verden beendete seine militärische Karriere. Der fortan gehbehinderte Mann zog mit Ehefrau Ellen geb. Schmidt nach Berlin und studierte ab 1894 Malerei. Er wurde Mitglied des „Vereins Berliner Künstler“, beteiligte sich ab 1899 regelmäßig an der Großen Berliner Kunst-Ausstellung und gehörte dem 1920 gegründeten „Künstlerbund Schöneberg-Friedenau“ an.

 

 

 

1912 entdeckte ihn Max Osborn (1870-1946), der Kunstkritiker der „Vossischen Zeitung“. Er bezeichnete Sandrock als „eins der stärksten und hoffnungsvollsten Talente der Berliner Malerzunft“, von dem „noch Vieles und Gutes zu erwarten“ ist. Sandrock wusste um den Einfluss der Zeitungen. Bereits am 28. Juni 1911 hatte er an Redakteur Ganske von der illustrierten Tageszeitung „Der Tag“ geschrieben: „Sie wollten mich doch immer einmal in meinem Atelier besuchen. Ich habe augenblicklich eine größere Zahl an Bildern da, so dass ich Ihnen doch wenigstens etwas zeigen kann. Passt es Ihnen an einem der kommenden Nachmittage? Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen. Mein Atelier liegt Friedenau, Wilhelmstraße 16 in derselben Straße, wo die Ateliers von Martin Götz und Casal liegen. Vielleicht ist es am einfachsten, Sie telephonieren mich einmal an (Amt Pfalzburg 8401). Ich bin mit ziemlicher Sicherheit morgens bis 9 Uhr und dann nachmittags von 2 1/2-4 Uhr zu Hause zu erreichen.“ Zu Hause, das war von 1907 bis 1918 die Wohnung in der Stubenrauchstraße Nr. 58. Im Jahr 1919 zog das kinderlose Ehepaar in die Niedstraße Nr. 31. Dort wohnten sie bis zu ihrem Tod. Leonhard Sandrock starb mit 78 Jahren am 30. Oktober 1945 (unter bis heute ungeklärten Umständen), die sieben Jahre jüngere Ehefrau Ellen geb. Schmidt ein Jahr später am 8. Dezember 1946. Nicht bekannt ist, wo die beiden begraben wurden. Der Mietvertrag für das Atelier Wilhelmstraße Nr. 16, aus der 1937 Golzheimer Straße Nr. 21 geworden war, existierte bis 1945.

 

Leonhard Sandrock, dies wird beim Betrachten seiner Gemälde deutlich, reiste viel. Immer wieder Hamburg, Nordsee, Ostsee, Adria, Mittelmeer, die „Marinebilder“, die vor Ort und in Ruhe entstanden sind, und dann Schlesien und Westfalen, die „Industriebilder“ der Stahlwerke, die wegen Hitze, Lärm, Dampf und Dreck vor Ort nur skizziert und später im Atelier in Öl umgesetzt werden konnten.

 

Nach seinem Tod wurde Sandrock zum „vergessenen Maler des Impressionismus“. Da „29 Gemälde, Aquarelle und Graphiken dem Hamburger Hafen direkt zuzuordnen und von den übrigen Hafenbildern wahrscheinlich eine ganze Anzahl in Hamburg entstanden waren", gab es 1992 eine erste Ausstellung im „Altonaer Museum“. Die Kunsthistorikerin Dorothy von Hülsen steuerte dazu den Katalog „Leonhard Sandrock - Ausgewählte Werke aus öffentlichem und privatem Besitz“ bei. Es ist ganz zweifellos ihr Verdienst, dass Werk und Leben von Leonhard Sandrock vor der Vergessenheit bewahrt wurden. Für Dorothy von Hülsen war Sandrock „ein versierter Handwerker. Neben der Fähigkeit, das Gesehene naturgetreu malen zu können, besaß er die große Begabung, Wesentliches vom Nebensächlichen zu trennen, inhaltliche und malerische Akzente zu setzen, Bildausschnitte zu wählen, die den Beschauer direkt ins Bild führen“. Zu seinen Lebzeiten hatten neben der Nationalgalerie Berlin einige deutsche Museen seine Gemälde erworben. Weitere Bilder entstanden im Auftrag der Industriewerke in Schlesien und Westfalen.

 

Das Ehepaar Sandrock hatte keine Kinder. So ging Dorothy von Hülsen der Frage nach, was aus dem Nachlass wurde. Etwa fünfzig Gemälde, Zeichnungen, Lithographien, Radierungen und Skizzenbücher waren früh in den Besitz des Sohnes der Cousine von Ehefrau Ellen Sandrock übergegangen. In den 1930er Jahren hatte der Berliner Kaufmann Heinrich König eine größere Anzahl an Gemälden von Sandrock erworben. Während des Weltkriegs zog er – mit den Bildern – in den Spreewald. Nach der Währungsreform übersiedelte die Familie in den Rheingau und vertraute den Transport der Sandrock-Gemälde der Tochter Melanie an. Ihr gelang es, die Bilder ohne Keilrahmen Stück für Stück aus der damals sowjetisch besetzten Zone nach West-Berlin zu bringen. Von dort gingen sie per Post nach Westdeutschland. Zehn Jahre nach dem Tod des Ehepaars König wurde der Nachlass mit über 300 Bildern dem Kunsthändler Eduard Sabatier in Verden angeboten.

 

Sabatier sorgte (nicht uneigennützig) dafür, dass das Werk „des vergessenen Malers“ an die Öffentlichkeit kam. 1992 präsentierte das „Altonaer Museum“ in Hamburg die Ausstellung „Leonhard Sandrock 1867-1945: Ausgewählte Werke aus öffentlichem und privatem Besitz“. 1997 folgte in der Zitadelle Spandau eine Würdigung Sandrocks mit „Maschinen-Dampfdome-Arbeit". Und zu seinem 150. Geburtstag erinnerten 2017 gleich zwei Bremer Museen an den deutschen Impressionisten: Das Overbeck-Museum Bremen zeigte den „Industriemaler“ und das Museum Schloss Schönebeck den „Marinemaler“. Das weitere Geschäft übernahmen Auktionshäuser, darunter die 1919 in Schöneberg gegründete Kunsthandlung Leo Spik. Sandrocks Werke, ob nun Darstellungen von Häfen, Schiffen, Lokomotiven oder Stahlwerken, gelten inzwischen als „Geheimtipp“.

 

Berlin ist mit den bisher bekannten Gemälden „Im Krögelhof“ (1914), „Bahnhof Schöneberg“, „Straßenbahndepot“ (1930), „Schlesischer Bahnhof“, „U-Bahnbau bei Nacht in der Motzstraße“ (Berlin Museum), „Gasometer“, „In der Zentrale der Berliner Elektrizitätswerke“ und „Ansicht von Schloss Köpenick“ (o. J) etwas „zu kurz“ gekommen.

 

 

Quelle: Katalog Pro Art

Graphische Ausstellung im Schöneberger Rathaus, 1923

 

Mit der Entstehung von Groß-Berlin und der Übernahme von Friedenau in den Verwaltungsbezirk Schöneberg wurde 1920 auch der „Künstlerbund Schöneberg-Friedenau“ gegründet. Leonhard Sandrock wurde Mitglied. Zu den Ereignissen dieser Jahre gehört die 1923 von der „Bezirks-Kunstdeputation“ und dem „Künstlerbund Schöneberg-Friedenau“ organisierte Ausstellung „Graphische Ausstellung eines Schöneberger Sammlers“ in der Halle des Schöneberger Rathauses. Basis war die Sammlung von Sebastian Malz (1873-1945), darunter u.a. Werke von Adolph Menzel, Hans Thoma, Wilhelm Steinhausen, Richard Albitz, Fritz Ascher, Wilhelm Blanke, Fritz Geyer, Hans Hartig, Ernst Kolbe, Carl Kayser-Eichberg, Max Fabian, Alfred Liedtke, Franz Müller-Münster, Paul Plontke, Cornelia Paczka, Hermann Sandkuhl, Franz Stassen, Georg Wolters und Leonhard Sandrock.

 

Sebastian Malz war Inhaber der „Kunstdruckerei Sebastian Malz und Sohn“ in der Gothaer Straße Nr. 16, die das lithografische Verfahren der Algraphie weiterentwickelt hatte. Der Begriff Algraphie setzt sich aus den Wörtern „Aluminium“ und dem griechischen „graphein“ (schreiben) zusammen, und weist daraufhin, dass bei diesem Verfahren eine „gekörnte Aluminiumplatte“ verwendet wird. Malz hat bereits 1910 seine Erfahrungen mit dem Flachdruckverfahren zur Buchillustration in „Die Techniken der Algraphie: mit besonderer Berücksichtigung der künstlerischen Herstellungsverfahren jeder Art und Behandlung derselben im Druck“ publiziert. Die Druckergebnisse von „Malz und Sohn“ genossen bei Künstlern einen hervorragenden Ruf.

Quelle: Katalog Pro Art

Leonhard und Ellen Sandrock im Birkenwäldchen

 

Die Kunsthistorikerin Dorothy von Hülsen veröffentlichte 1992 in ihrem Katalog „Leonhard Sandrock: Ausgewählte Werke aus öffentlichem und privatem Besitz“ ein bisher unbekanntes Fotos, das wahrscheinlich aus dem Landesarchiv Berlin stammt. Es ist etwa um 1925 entstanden und zeigt Leonhard Sandrock und seine Frau Ellen. Da die Sandrocks zu dieser Zeit in der Niedstraße Nr. 31 wohnten und hinter der Bank Birken zu sehen sind, liegt es nahe, dass diese Foto im „Birkenwäldchen“ auf dem Maybachplatz (Perelsplatz) aufgenommen wurde.

Grab Max Pählchen. Foto H&S, 2017

Görresstraße Nr. 23 (Wilhelmstraße Nr. 15)

Familie Pählchen

 

Zum Volkstrauertag am 19. November 2017, an dem der Kriegstoten gedacht wird, waren auf der Grabfläche für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs auf dem Friedhof Stubenrauchstraße vor dem Grabkreuz von Max Pählchen eine Gedenkkerze und eine Rose. Es muss also jemand an den am 16. Juli 1915 im Alter von 29 Jahren gefallenen Leutnant „gedacht“ haben. Unter der offiziellen Inschrift ist eine (inoffizielle) Erinnerungstafel angebracht: „Zum Gedächtnis meines lieben Sohnes und Bruders Ernst Pählchen * 29.9.1890 † 29.5.1918.“ Sein Tod ist in den „Verlustlisten Erster Weltkrieg“ dokumentiert. Auf Seite 24743 der Liste Preußen 1178 heißt es: „Pählchen, Ernst (Berlin-Friedenau)“. Während Max Pählchen 1915 noch bestattet werden konnte, war es wenige Monate vor dem Ende des Weltkrieges wohl nicht mehr möglich, dem Toten in Friedenau die letzte Ruhe zu gewähren.

 

 

 

 

 

 

 

Der Name „Pählchen“ kommt in Deutschland selten vor. Im Adressbuch von Friedenau taucht im Jahre 1895 zum ersten Mal die „Wilhelmstraße“ auf, ohne Hausnummern, aber mit dem Hinweis „Baustelle Pählchen’sches Haus“. Eigentümer des Grundstücks war der Bauunternehmer Hermann Pählchen aus der Rheinstraße Nr. 52. Hervorgetan hat er sich 1890 als Baumeister des dreigeschossigen Wohnhauses Perelsplatz Nr. 17 für den Fleischwarenhändler August Striesche. 1891 schuf er das für Friedenau ungewöhnlich hohe fünfgeschossige Eckhaus Rheinstraße Nr. 19/Schmiljanstraße Nr. 16 und 1893 das Haus Rheinstraße Nr. 17 mit Vorderhaus, Läden, Seitenflügel und Quergebäude. Alle Häuser stehen längst unter Denkmalschutz.

 

Noch bevor der Bauunternehmer Georg Haberland (1861-1933) mit seiner „Berlinischen Boden-Gesellschaft“ große Teile des damals noch unbebauten Friedenauer Westens erwarb, hatte Pählchen 1895 in der Wilhelmstraße vier Grundstücke gekauft. Er gehört damit zu den ersten Eigentümern dieser Straße. Die eigentlichen Bautätigkeiten begannen 1901: Nr. 1-6, Nr. 8-13 und Nr. 17-21 waren als „Baustellen“ deklariert. Nr. 14 diente vorerst als „Lagerplatz“. Das Haus Nr. 7 mit dem Grundstück bis hin zur Straße 12 (später Bachestraße) war errichtet und gehörte dem Bildhauer Valentino Casal. Nr. 16 war Eigentum von Otto Wesche, Mitinhaber der Zwickauer Firma Wesche & Ramcke Nachf., Bildhauerei, Stuckgeschäft, Kunststeinfabrik, Grabdenkmäler. Architekt Oskar Haustein hatte die Grundstücke Nr. 22 (vorerst als Zimmerplatz) und Nr. 23 erworben.

 

Das Schicksal meinte es nicht gut mit der Familie Pählchen. Mit dem Tod des Bauunternehmers waren die Baupläne für die vier erworbenen Grundstücke hinfällig geworden. 1896 gibt es nur noch die Wilhelmstraße Nr. 15 mit der Eigentümerin „Johanne Pählchen, Witwe, Abfuhrgeschäft und Wohnung Rheinstraße Nr. 23“. Ab 1897 sind dort als Mieter die Kutscher W. Rogalla und St. Tietz eingetragen.

 

Johanne Pählchen übernahm, was bis dahin an der rückwärtigen Grundstücksgrenze entstanden war, Wirtschaftsgebäude, Pferdeställe, Unterstände für die Kutschen, Wohnungen für das Personal. Sie konzentrierte sich offensichtlich nur noch auf das Fuhrunternehmen. Zu einer Wohnhausbebauung im vorderen Teil des Grundstücks kam es nicht mehr. Im Jahr 1908 übernahm Theodor Zimmermann das Fuhrgeschäft. Bis heute ist ein ziemlich winkliges Grundstück erhalten, das mit seinem Garagenhof und diversen Wohngebäuden die Vergangenheit nicht verleugnen kann und zu den ältesten Gebäudeteilen in der Görresstraße gehört.

 

Mehr kann über die Familie Pählchen nicht berichtet werden. So bleibt als Dokument (bisher) nur das „Zentralblatt der Bauverwaltung, Ausgabe 35. 1915, Nr. 59“ und die Meldung: „Auf dem Felde der Ehre sind gefallen: „Max Pählchen, Studierender der Technischen Hochschule Berlin, Inhaber des Eisernen Kreuzes.“

 

 

Valentino Casal. Archiv Schmiedeberg-Casal

Görresstraße Nr. 16 (Wilhelmstraße Nr. 7)

Valentino Casal: Ein Italiener als Initiator

 

Die Eltern von Valentino Ludwig Maria Casal sahen für sich in den italienischen Dolomiten keine Zukunft und waren 1833 von Forno di Zoldo in den Stadtteil Cannaregio von Venedig gezogen. Im Jahr 1852 kaufte Giuseppe Casal (1834-1906) eine Werft, in der er mit Holzbildhauer Valentino Panciera und Partner Domenico Tramontin den Gondelbau revolutionierte. So entstand die heute noch gebräuchliche Form von 11 Meter Länge und 1,40 Meter Breite mit den weit aufgebogenen Enden. Von da an konnte die Gondel von nur einem Gondoliere gerudert werden, und nicht wie zuvor von zwei Gondolieri.

 

Valentino Casal wurde am 7. Juni 1867 in Venedig geboren. Er ging an die „Scuola di arte applicata all‘industria di Venezia“ und lernte vom Bildhauer Antonio Dal Zotto (1841-1918) Modellieren und Anatomie. Dal Zotto wurde 1879 Professor an der „Accademia di belle arti di Venezia“. Sein Schüler folgte ihm für sechs Studienjahre. 1887 gewann Casal mit dem marmornen „San Giorgio Relief“ für die Fassade des Hauses Brown in Zattere einen ersten Preis. Mehr als das hat es nicht eingebracht. Wie viele andere Italiener auch, zog es ihn im Frühjahr 1891 nach Berlin. Der „Gastarbeiter“ wohnte mit Wanderarbeitern in einem Zimmer in der Linienstraße, suchte den Kontakt zu den berühmten Bildhauerkollegen, Max Baumbach, Reinhold Begas, Johannes Boese, Ludwig Cauer, Gustav Eberlein, Johannes Götz, Wilhelm Haverkamp, Max Unger, Joseph Uphues, und arbeitete für die Bildhauer Max Kruse (1854-1942) und Walter Schott (1861-1938) als Skulpteur: „Professor Schott sorgte für meinen guten Namen in Berlin.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Siegesallee im Tiergarten

 

Am 27. Januar 1895 verkündete Kaiser Wilhelm II., dass im Tiergarten von verschiedenen Bildhauern eine 750 Meter lange „Siegesallee“ mit 32 Marmor-Standbildern der Fürsten Brandenburgs und Preußens geschaffen werden sollte. Akademiemitglied Reinhold Begas zweifelte an den handwerklichen Fähigkeiten der Bildhauer: „Sie haben ja von der handwerksmäßigen Technik kaum eine Ahnung. Sie sind ja nur Modelleure, und so wandert Modell auf Modell zum Steinmetz. Es ist doch ein ganz gewaltiger Unterschied zwischen dem Modelliren und dem Meißeln. Zwei ganz verschiedene Principien: dort das des Auflegens, hier das des Abnehmens; dort die weiche Masse, wo sich immer wieder umformen, verbessern läßt, und hier ein Centimeter, oft nur ein Millimeter zu viel fortgeschlagen oder gebosselt, und die Arbeit ist verdorben!“

 

Das war die Stunde von Casal. Er hatte den Umgang mit Marmor gelernt, konnte mit dem Punktierkreuz die Maße vom Gipsmodell auf den rohen Stein übertragen, beherrschte Konturieren und Ziselieren, und wusste die Qualitäten von Statuario, Bianco und Ordinario zu unterscheiden. Dazu kam sein Talent zum Improvisieren und Organisieren. Er holte sich aus Venedig den erfahrenen Steinmetz Annibale Pedrocchi und eröffnete im Herbst 1895 eine Werkstatt in der Charlottenburger Fasanenstraße. 1896 erhielten sechs Künstler vom Kaiser die ersten Aufträge für die Monumente der Siegesallee, 1897 kamen zwölf weitere hinzu, 1898 sechs und 1899 acht – insgesamt also 32. Zehn Bildhauer hatten nichts Eiligeres zu tun, als Casals „Atelier für Marmor-Ausführungen, Monumentalbauten und Grabdenkmäler“ mit der Umsetzung ihrer Gipsentwürfe in Marmor zu beauftragen. Er war „im Geschäft“.

 

In Berlin hatte der Italiener inzwischen die Ostpreußin Ida Eva geborene Sucht kennengelernt. Die Liebe seines Lebens war am 2. März 1872 in Tilsit geboren worden. Im Mai 1893 wurde geheiratet, eine Wohnung in der Pfalzburger Straße Nr. 84 bezogen, in der seine Töchter Eva (1894) und Eugenie (1896) geboren wurden. Nach dem Umzug in das Haus Wilhelmstraße Nr. 7 kam endlich am 4. Oktober 1900 der ersehnte Stammhalter Peter zur Welt.

 

Casals Annonce im Friedenauer Lokal Anzeiger war mehr immagine als notwendige Werbung: Cav. Valentino Casal, Bildhauer, Friedenau, Wilhelmstr. 7 (T. Fr. 76). Ateliers f. Marmor-Ausführungen, Monumental-Bauten und Grab-Denkmäler in Friedenau u. Carrara. Nun wurden Denkmale nach den Gipsmodellen diverser Bildhauer am laufenden Band produziert: Schiller, Wagner, Lortzing, Liszt, Feuerwehrdenkmal, Wilhelm I., Kaiserin Augusta, Großherzogin Alexandrine von Schwerin, Großherzog von Baden und Friedrich II. für Berlin, Wiesbaden, Potsdam, Kufstein, Mannheim und Magdeburg. Im Auftrag von Kaiser Wilhelm II. entstand nach einem Entwurf von Gustav Eberlein im Casalschen Atelier als Geschenk an die Stadt Rom das Goethe-Denkmal für die Viale Goethe in der Villa Borghese. Das Werk aus Marmor wurde am 5. August 1904 von König Viktor Emanuel III. enthüllt – Valentino Casal wurde mit dem Ritterorden der Krone von Italien Cavaliere dell’Ordine della Corona d’Italia bedacht.

 

Die Friedenauer kamen auch an die Reihe, voran die Familie Hirt. Albert Hirt, Chef der Adler-Apotheke in der Rheinstraße Nr. 16 und Sohn von Julius Franz Hirt, dem höchsten Richter im Fürstentum Reuß-Gera, hatte mit seiner Frau Marie im eigenen Landhaus in der Wielandstraße Nr. 15 einen Salon für die hiesige Prominenz geführt, darunter die Familien Prowe und Casal. So kam es, dass Casal gebeten wurde, 1905 das Grabmal für Albert Hirt und 1908 die Skulptur für das von Oscar Haustein ausgeführte Wandgrab Prowe auf dem Friedhof Stubenrauchstraße zu gestalten.

 

Kaiser Wilhelm II. schätzte Casals Arbeiten. Häufig kam er mit seinem Jugendfreund Görtz in den Bildhauerhof. Dort wurde wohl auch die Idee geboren, eine um etwa ein Drittel vergrößerte Kopie von Schadows berühmter „Prinzessinnengruppe“ anfertigen zu lassen. Die Nationalgalerie musste im Juli 1909 den Abguss des Originalgipses aus der Modellsammlung zur Verfügung stellen, den Casal allerdings bald zurückgab, da er sich einen Abguss von dem Marmor-Original im Königlichen Schloss gemacht hatte. Am 19. Juli 1910, dem 100. Geburtstag von Königin Luise, wurde das Königinnen-Denkmal mit den Schwestern Friederike von Hannover und Luise von Preußen in Hannover enthüllt.

 

Kurz zuvor war Casal mit Ehefrau Ida-Eva in Florenz. Er wollte eine Villa in Fiesole erwerben und das Anwesen in Friedenau im Wert von 125.000 Mark, abgesichert mit 55.000 Mark stabiler Vermögenswerte in Gold, aufgeben. Ich wäre glücklich gewesen, meine letzten Jahre in dem schönen Land zu verbringen, in dem ich geboren wurde. Seine Frau war dagegen. Er brachte Venedig ins Gespräch. Über Professor Antonio Dal Zotto hatte er das Angebot erhalten, für den geringen Preis von acht Lire pro Quadratmeter ein Grundstück an den Brunnen in Lido zu erhalten, mit der Verpflichtung, innerhalb von zwei Jahren zu bauen. Hier wollte er mit Frau und den Kindern Eva, Eugenie und Peter leben. Auch dieser Plan scheiterte am Einspruch seiner Frau. Die Ostpreußin wollte in Deutschland bleiben. Sie fürchtete sich vor Isolation und wohl auch der Dominanz der Casalschen Verwandtschaft.

 

Unerwünscht

 

Es kam der Erste Weltkrieg. Nachdem Italien am 4. Mai 1915 den Dreibund zwischen dem deutschen Kaiserreich und Österreich-Ungarn gekündigt hatte, verließen viele Italiener Berlin. Casal, obwohl mit einer Deutschen verheiratet, hatte Angst: Come straniero temevo di venir internato in una Konzentrationslager, come si faceva in quel tempo dei francesi e degli inglesi. Am 7. Mai 1915 war er in Zürich. Im Juli hatte er ein Haus am Zürichsee gefunden und mit einem Freund ein Exportbüro für Lebensmittel, Tierfutter und Grassamen eröffnet. Da die Familie partout nicht in die Schweiz wollte, beantragte er die Wiedereinreise.

 

Am 28. August 1916 erklärte Italien Deutschland den Krieg. Nun war er unerwünscht. Die Reichsregierung hatte die deutschen Banken angewiesen, jeden italienischen Untertan als feindlichen Ausländer zu erachten und jede Zahlung, die ihm etwa geschuldet sein sollte, hintanhalten sollten, sowie die Unterbrechung der Zahlung der Renten an italienische Arbeiter. Umgekehrt verfuhr das Königreich Italien ebenso. Für Casal brach eine Welt zusammen. 15 Jahre hatte er für das Kaiserreich von Wilhelm II. Denkmale geschaffen. Nun war das Eigentum des Italieners beschlagnahmt. 1917 ist es in den Besitz der Gemeinde Friedenau übergegangen. Frau und Kinder durften im Haus Wilhelmstraße Nr. 7 bleiben. Die Schweiz lehnte seine Einbürgerung ab. Das Kloster Einsiedeln, dem er anbot, die Kunstwerke ohne Lohn, nur für Unterkunft und Verpflegung, zu restaurieren, verweigerte die christliche Nächstenhilfe. Als Casal sich 1917 an der XIII. Schweizerischen Kunstausstellung in Zürich mit seiner Skulptur „Mädchen mit dem Spiegel“ beteiligen wollte, war die Arbeit in München beschlagnahmt.

 

Unmittelbar nach dem Waffenstillstand 1918 fuhr er zur Familie nach Friedenau. Nun begann der Kampf um sein Eigentum. Mit der Weimarer Republik änderte sich erst einmal nichts. 1921 gingen seine Anwesen Bachestraße Nr. 10 und Wilhelmstraße Nr. 7 an die „Grundstücksverwaltungsgesellschaft Schöneberg“. Bereits am 22. März 1922 waren die auf die Bachestraße ragenden Bauteile entfernt. 1925 ging das gesamte Grundstück an das Bezirksamt XI. der Stadt Berlin (Schöneberg).

 

Nach dem Vertrag von Versailles war für Streitfragen, die sich für Rechte und Interessen von Privatpersonen im Zusammenhang mit dem Krieg ergaben, die Geschäftsstelle des deutsch-italienischen Schiedsgerichtshofs in Rom zuständig. Nach einem Treffen mit Regierungsrat Benno Mergenthaler, den vom Auswärtigen Amt delegierten römischen Statthalter der Weimarer Republik, kam das Verfahren offensichtlich im Dezember 1925 zum Abschluss. Bis zur Vollstreckung reduzierten sich allerdings Casals Ansprüche in Folge der Inflation: „Ich musste es hinnehmen, denn die miserable Rate wurde durch den berüchtigten Versailler Vertrag festgelegt.“

 

Am 18. Juni 1934 erklärte sich das Bezirksamt Schöneberg mit dem Abriss sämtlicher Gebäude auf dem Grundstück Wilhelmstraße Nr. 7/Bachestraße Nr. 10 und der Schaffung einer Parkanlage einverstanden. Die Abrissarbeiten auf dem städtischen Grundstück wurden im Jahr 1935 ausgeführt.

 

Neue Heimat Heidelberg

 

Nach dem Weltkrieg fanden Frau und Kinder in Heidelberg eine neue Heimat. Casal brauchte Zeit. Er reiste viel: Salzburg, Triest, Forno di Zoldo, Venedig. In Lugano entstand ein Grabdenkmal für die Familie Monti (1919), in Brescia ein Denkmal für die Gefallenen (1921), an der Königlichen Porzellanfabrik im oberfränkischen Tettau modellierte er Porzellanfiguren. Im Januar 1926 wurde er zum Professor h.c. für Bildhauerei an der Università degli Studi di Padova ernannt. Casal war ein Familienmensch. Er konnte nicht isoliert und allein leben. Ich beschloss, nach Heidelberg zurückzukehren. Dies geschah am 22. Dezember 1927. Tochter Eugenie war am Theater Heidelberg als Sängerin engagiert, Sohn Peter studierte Chemie in Darmstadt und Gattin Ida Eva suchte nach einer Aufgabe. Nachdem das Reichsausgleichsamt seine Entschädigung überwiesen hatte, kaufte Casal im Jahr 1929 die Villa in der Scheffelstraße Nr. 1, in der seine Frau das Töchter-Pensionat Casal gründete. Er legte sich in der Oberen Neckarstraße Nr. 29 ein Atelier zu. Dort entstanden Statuen und Reliefs in Gips, Terracotta, Marmor, Bronze. In Heidelberg sind sie beide gestorben, Ida-Eva Casal am 24. August 1948, Valentino Casal am 8. Juni 1951. Er war davon überzeugt, dass er mit seiner eigenen Kunst auch einen Namen hinterlassen haben würde, wenn es nicht 1914 den schrecklichen Weltkrieg gegeben hätte.

 

Heinrich Mißfeldt im Atelier. Archiv Horst Mißfeldt

Görresstraße Nr. 16 (Wilhelmstraße Nr. 7)

Heinrich Mißfeldt

 

Nach einer Lehre als Holzbildhauer in Kiel ging Heinrich Mißfeldt (1872-1945) zum Studium nach Berlin, zunächst 1891 an die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin und anschließend an die Akademie für Bildende Künste. Mit der Bronzestatuette „Kugelspieler“ gelang ihm 1903 der künstlerische Durchbruch. Zu seinen erhaltenen Werken gehören u.a. „Kugelspieler“ (1903, Bronzestatuette 57 x 32 x 28, 2 cm, Kunsthalle Bremen), „Abschied“ (1907, Marmorfigur von Kaiser Wilhelm für das Schloss Wiesbaden erworben), „Grabmal Familie Taeschner“ (1900, Luisenstädtischer Friedhof Kreuzberg), „Kriegerdenkmal“ (1920 Friedhof Lichtenrade) sowie das bronzene „Reliefportrait Adolf Hitler“, gegossen in der Friedenauer Bildgießerei Hermann Noack (sign. H Missfeld, 7,8 x 8,2 cm). Nicht zu recherchieren war bisher, zu welchem Zeitpunkt Heinrich Mißfeldt aus dem Haus von Valentino Casal in der Wilhelmstraße Nr. 7 ausgezogen und sein Atelier in der Eschenstraße Nr. 3 bezogen hat.

 

 

Rathaus Schöneberg. Foto H&S, 2015

Görresstraße Nr. 16 (Wilhelmstraße Nr. 7)

Hinrichsen & Isenbeck

 

Der Bildhauer Ludwig Isenbeck (1882-1958) und der Architekt Johannes Hinrichsen gehören nicht zur allerersten Garde, aber sie haben mit den Skulpturen am Schöneberger Rathaus (1911-1913) oder mit dem Fassadenschmuck am Weinhaus Huth (1911-1912) Werke hinterlassen, die gewürdigt werden sollten. Was sollen Bürger davon halten, wenn Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) während ihrer Führung durch das Rathaus Schöneberg am 16. Februar 2013 „zur Architektur nicht allzu viel erzählen möchte“ und es dabei belässt, dass „der Fassadenschmuck und die vier Turmfiguren Werke der Friedenauer Bildhauer Johannes Hinrichsen und Ludwig Isenbeck sind“.

 

Schon in der vom Bezirksamt im Jahr 2014 höchst aufwändig erstellten Dokumentation über „Das Rathaus Schöneberg“ bleibt die Information dürftig. Wir zitieren: „Hinrichsen, Johannes (?), Bildhauer und Architekt (Werkstatt Hinrichsen & Isenbeck, Berlin-Friedenau); Bildhauerische Arbeiten in Stein, Keramik und Metall für zahlreiche öffentliche Bauten in Berlin, u.a. Fassadenschmuck Weinhaus Huth, Restaurationsgebäude im Berliner Zoo); Bauplastische Gestaltung am Außenbau, u.a. Figuren am Turm sowie in Eingangshalle, um 1914. - Isenbeck, Ludwig (1882-1958), Bildhauer (Werkstatt Hinrichsen & Isenbeck, Berlin-Friedenau); Bildhauerische Arbeiten in Stein, Keramik und Metall für zahlreiche öffentliche Bauten in Berlin, u.a. Fassadenschmuck Weinhaus Huth, Restaurationsgebäude im Berliner Zoo); Bauplastische Gestaltung am Außenbau, u.a. Figuren am Turm sowie in Eingangshalle, um 1914.“

 

Zu befürchten ist, dass die Fassadengestalter „Hinrichsen & Isenbeck“ demnächst ganz in Vergessenheit geraten. Obwohl der Bundestag schon vor Jahren eine „Deutsche Digitale Bibliothek" beschlossen hat, ist auch das ansonsten verdienstvolle Architekturmuseum der TU Berlin bisher nicht in der Lage, das 1912 von Hinrichsen & Isenbeck „als Bildhauer“ geschaffene Gipsmodell „Allegorie der Fruchtbarkeit“ für das Portal des Weinhauses Huth am Potsdamer Platz (Inventarnummer 42285) als Bild zu zeigen. Nach wie vor aber gilt: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“

 

Von „Hinrichsen & Isenbeck“ sind in Berlin u.a. erhalten: „Skulpturen am Schöneberger Rathaus (1911-1913), „Muschelkalkskulpturen“ als Fassadenschmuck am Weinhaus Huth Potsdamer Platz (1911-1912), „Fassadenschmuck Schiller-Oberschule“ (Leibniz-Realschule) Schillerstraße Charlottenburg (1911-1913), „Bildhauerarbeiten Vier Jahreszeiten“ Eosander-Schinkel-Grundschule (Gemeindeschule) Nithackstraße Charlottenburg (1913-1914), „Vier-Winde-Brunnen“ am Rathaus Lankwitz (1910), „Springer“ an der Fassade des Stadtbades Lichtenberg (1928).

 

 

Signatur Edmund Gomansky

Görresstraße Nr. 16 (Wilhelmstraße Nr. 7)

Edmund Gomansky

 

Edmund Gomansky (1854-1930) studierte an der Berliner Akademie der Künste. Er war Schüler von Fritz Schaper (1841-1919) und Rudolf Siemering (1835-1905). Unter Siemerings Anleitung entstand 1891 die Skulptur „Betende Knaben“ für die Königlichen Museen Berlin. 1895 nahm Gomansly am Wettbewerb für das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Chemnitz teil. Der Entwurf wurde prämiert, ausgeführt jedoch der Entwurf von Wilhelm von Rümann (1850-1906). Erfolgreicher verlief 1900 der Wettbewerb für den Brunnen in Oppeln. Sein „Ceres-Brunnen“ auf dem ehemaligen Friedrichsplatz wurde 1907 zum 100. Jahrestag des Oktoberedikts von 1807 und damit der Preußischen Agrarreformen eingeweiht. Die Skulpturen von Demeter (Ceres) und ihrer Tochter Persephone (Proserpina) sowie Poseidon (Neptun) mit Meeresgott Glaukos und einem Fischernetz und Herakles mit einer Hacke symbolisieren Landwirtschaft, Fischerei und Bergbau. Gomanskys Marmorskulptur „Mutter mit Kind“ (1898) war gemeinsam mit der „Vatergruppe“ von Wilhelm Haverkamp (1864-1929) bis 1960 Bestandteil einer Marmorsitzbank auf dem Andreasplatz. Sie befindet sich heute im Volkspark Friedrichshain.

 

 

Rosse führende Dioskuren. Skulpturengruppe von Eberhard Encke in St. Petersburg, 1913

Görresstraße Nr. 14 (Wilhelmstraße Nr. 5-6)

Eberhard Encke

 

Eberhard Encke (1881-1936) war der Sohn des Bildhauers Erdmann Encke (1843-1896). Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste München. Nach einer Studienreise nach Rom wurde er 1907 mit dem „Rom-Preis“ der „Preußischen Akademie der Künste“ ausgezeichnet. Von 1908 bis 1911 war er Meisterschüler des Bildhauers Louis Tuaillon (1862-1919) an der Berliner Akademie. Für den Bau der deutschen Botschaft in Sankt Petersburg nach Entwürfen des Architekten Peter Behrens (1868-1940) schuf Encke die Skulpturengruppe „Rosse führende Dioskuren“. Kaum war die Botschaft 1913 fertiggestellt, wurde sie gestürmt. Die bekrönende Figurengruppe wurde heruntergerissen. Sie ist seither verschollen. In seiner Behrens-Monographie schrieb der Architekturhistoriker Stanford Anderson (1934-2016) den bemerkenswerten Satz: „Behrens konnte dem ‚Mob‘ kaum ein passenderes Symbol zum Attackieren geben.“ Die einstige Botschaft wurde in der Zwischenzeit von verschiedenen deutschen und russischen Institutionen genutzt. Das Gebäude gehört heute dem Justizministerium der Russischen Föderation – ohne die Skulpturen auf dem Dach. Eberhard Encke wurde neben seinem Vater auf dem Alten Friedhof Wannsee in einem Ehrengrab beigesetzt. Das Familiengrab existiert noch immer.

 

In Berlin sind von Eberhard Encke u.a. folgende Werke erhalten: „Faustkämpfer für den Fehrbelliner Platz“, „Figuren und Giebelrelief“ für das Krematorium Wilmersdorf, „Zwei Hasenfiguren“ auf dem Geländer der Hasensprung­brücke in Grunewald sowie die Kriegerdenkmale für die „Gefallenen des XXII. Reservekorps“ im Ersten Weltkrieg in Wilmersdorf (1924) und die „Gefallenen des Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Regiments“ in Kreuzberg.

 

Ludwig Manzel

Görresstraße Nr. 20 (Wilhelmstraße Nr. 9)

Ludwig Manzel

 

Er hatte die Nase allzeit vorn. 1898 fertigte er für die ostpreußische Sommerresidenz von Kaiser Wilhelm II. in Cadinen (Kadyny) ein kaiserliches Wappen. In den letzten Jahren der Weimarer Republik schuf er das Grabmal für den Filmregisseur Friedrich Wilhelm Murnau auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof. Als die Nazis die Macht übernommen hatten, präsentierte er nach Ansicht des Berliner Lokal-Anzeigers „eine ausgezeichnete Bronzemedaille von Dr. Goebbels“.

 

Besonders verbunden war der Bildhauer Karl Ludwig Manzel (1858-1936) dem Altkreis Teltow und seinem Landrat. Für das Teltower Kreishaus in der Berliner Viktoriastraße entstand eine Büste Stubenrauchs. Einige Zeit später ließ Teltow als Dank an das Haus Hohenzollern an der Havelchaussee zwischen Potsdam und Berlin einen Turm errichten: „König Wilhelm I. zum Gedächtnis. Der Kreis Teltow baute mich 1897". Inzwischen heißt das märkische Backsteinwerk weder „König-Wilhelm-Turm“, was die Teltower wollten, noch „Kaiser-Wilhelm-Turm“, wie ihn Wilhelm II. nannte, sondern Grunewaldturm. Geblieben ist in der Kuppelhalle ein überlebensgroßer Marmor des ersten deutschen Kaisers. Die Manzelsche Skulptur reiht sich nahtlos in das damals Übliche ein.

 

Manzel bevorzugte das Großformat. Das Überschreiten der menschlichen Proportionen wurde vielfach zum Maßstab. Damit setzte er höchst auffällige Zeichen, sowohl bei profanen Denkmalen als auch bei sakralen Bauten. Seine Arbeiten demonstrieren Macht und Überlegenheit. Dafür stehen die Wilhelm-Skulptur im Grunewald wie auch sein 1924 gefertigtes Monumentalrelief „Christus“ auf dem Südwestkirchhof. Der aus dem 11. Matthäus-Kapitel entnommene Titel, „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“, stellt zumindest in diesem Zusammenhang eine fragwürdige Botschaft dar.

 

 

 

Manzels Monumentalkunst kommt nicht von ungefähr. Der am 3. Juni 1858 in Kagendorf bei Anklam geborene Karl Ludwig Manzel wurde in jungen Jahren an der Akademie der Künste zuerst Schüler von Albert Wolff und später von Fritz Schaper. Die idealistisch ausgerichteten Schöpfungen dieser Bildhauer, darunter Kolossalstatuen, Reiterstandbilder, Marmorgruppen und Bronzereliefs, blieben nicht ohne Einfluß. Vor allem Schaper galt als „väterlicher Freund“, an den er sich „in künstlerischen und menschlichen Nöten, auch noch lange nach der Schülerzeit“, wenden konnte.

 

1889 machte sich Manzel in Berlin bereits selbständig. Einige Jahre später war er Eigentümer des Hauses Wilhelmstraße 9 in Friedenau – mit Untermieter Paul Hubrich (1869-1948), sein Schüler und wohl auch lebenslanger Bildhauer-Gehilfe. In der Folgezeit entwickelte sich ein enges Verhältnis zu Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Viktoria. Vom Kaiserpaar entstand eine Reihe von Büsten und Reliefs. Da er in Italien den Umgang mit glasiertem Ton gelernt hatte, wurde er vom Kaiser nach der Modernisierung der Cadiner „Tonwarenfabrik March“ vielfach um Entwürfe für die dortige Majolika-Produktion gebeten: für die Kaiserin Terrakotten, für den Kaiser Kannen, Vasen und Dosen im historischen Jugendstil.

 

1895 wird Karl Ludwig Manzel Mitglied der Akademie der Künste, 1896 erhält eine Professur am Königlichen Kunstgewerbemuseum in Berlin, 1903 wird er Nachfolger von Reinhold Begas als Vorsteher eines Meisterateliers und 1912 Präsident der Preußischen Akademie der Künste.

 

Man muß es aus der Zeit heraus verstehen, wenn Manzel zwei Monate nach Beginn des Ersten Weltkriegs neben Max Liebermann, Engelbert Humperdinck, Gerhard Hauptmann und Max Planck jenen Aufruf „An die Kulturwelt“ unterzeichnet hat, in dem die Vertreter deutscher Wissenschaft und Kultur „Protest gegen die Lügen und Verleumdungen erheben, mit denen unsere Feinde Deutschlands reine Sache in dem ihm aufgezwungenen schweren Daseinskampfe zu beschmutzen trachten. Der eherne Mund der Ereignisse hat die Ausstreuung erdichteter deutscher Niederlagen widerlegt. Umso eifriger arbeitet man jetzt mit Entstellungen und Verdächtigungen. Gegen sie erheben wir laut unsere Stimme. Sie soll die Verkünderin der Wahrheit sein“.

 

Den Nationalsozialisten, die mit dem Rückgriff auf das Preußentum und dessen militärische Traditionen das Bild vom verlorenen Krieg zu revidieren versuchten, kamen seine Schöpfungen gelegen. Für die Ehrung von Hindenburg und Ludendorff dekorierte die Weltkriegsabteilung des Berliner Zeughauses 1939 Manzels Bronzebüsten mit russischen Beutefahnen aus dem Ersten Weltkrieg. Ludwig Manzel? Wer war das? Eine Antwort bleibt bisher auch die Akademie der Künste schuldig. Seine letzte Ruhe fand Manzel auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof (Grabstelle Block Heilige Geist, Gartenblock V, Gartenstelle 1).

 

 

Wohnhaus von Johannes Götz in der Wilhelmstraße Nr. 5/6 um 1909

Görresstraße Nr. 12/14 (Wilhelmstraße Nr. 5/6)

Johannes Götz

 

Der Bildhauer Johannes Götz (1865-1934) wurde von Kaiser Wilhelm II. mit Lieblingsprojekten des Hohenzollern bedacht. Er schuf 1897 die Quadriga für das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal gegenüber dem Berliner Stadtschloss am Spreekanal und lieferte 1900 für die Siegesallee den Entwurf der Gruppe 19 mit der Skulptur von Kurfürst Joachim I. (1900) und gestaltete ganz wesentlich den Fassadenschmuck für den Berliner Dom (1905). 1906 ließ sich Götz vom Architekten Heinrich Schweitzer (1871-1953) auf dem Grundstück Wilhelmstraße Nr. 5/6 ein Landhaus mit Atelier bauen. Der Bauplatz war wohl mit Bedacht gewählt. Er wurde Nachbar von Valentino Casal, in dessen Ateliers (Nr.7) seine konkurrierenden Bildhauerkollegen Max Baumbach, Johannes Boese, Ludwig Cauer, Gustav Eberlein, Emil Görtz zu Schlitz, Ludwig Manzel, Max Unger und Joseph Uphues seit Jahren ihre Gipsmodelle vom Spezialisten in Marmor verewigen ließen.

 

 

Am 18. Februar 1909 berichtete der „Friedenauer Lokal-Anzeiger“: (18.2.1909). „Der Kaiser erschien im Atelier des Prof. Goetz und besichtigte das Modell der in Auftrag gegebenen Achillesstatue für das Achilleion auf Korfu.“ Der deutsche Kaiser hatte 1907 den Achilleion-Palast auf Korfu von den Erben der österreichischen Kaiserin Elisabeth (Sisi) erworben. Im Park stand seit 1884 die Marmorskulptur des „Sterbenden Achill“ von Ernst Herter (1846-1917). Sie passte nun nicht mehr in das Wilhelmsche Konzept seiner Ferienresidenz. Götz musste einen zweiten Achill schaffen, riesig, männlich, heroisch, bewaffnet mit Schild und Speer. Am 28. August 1909 „besichtigte der Kaiser bei Prof. Goetz die fertiggestellte Achilles-Statue für Korfu“ und Tage später „besichtigte die Kaiserin Auguste Viktoria am 2. September 1909 bei Prof. Goetz die Achillesstatue“. Danach wurde die Achilles-Statue von Götz nach Korfu geschafft. Seither stehen beide Helden im Park des Achilleion-Palastes – der siegreiche vorn, der sterbende hinten.

 

Nachzutragen ist, dass Götzens Villa den Zweiten Weltkrieg nicht überlebt hat. Auf dem Grundstück wurde ein Verwaltungsgebäude für das DRK Berlin gesetzt, wie es für die Gegend „nicht fremder“ hätte sein können.

 

Eingang zum ehemaligen Buchhändlerkeller Görresstraße 8. Foto H&S

Görresstraße Nr. 8 (Wilhelmstraße Nr. 6)

Buchhändlerkeller

 

Zum 50-jährigen Bestehen des Buchhändlerkellers Berlin erschien unter http://www.kuhlewampe.net/ am 3. Dezember 2017 ein Beitrag von Dr. Christian G. Pätzold. Wir bedanken uns für diesen Hinweis und veröffentlichen den Artikel mit freundlicher Genehmigung des Autors.

 

Eine 68er Institution in Berlin feierte 50. Jubiläum. Im Buchhändlerkeller werden vor allem Bücher und Lebensgeschichten vorgestellt und diskutiert, an den Wänden gibt es aber auch Kunstausstellungen. Es ist kein Wunder, dass der Buchhändlerkeller bis heute existiert, denn die Revolte von 1968 war eng mit Büchern verbunden. Alle Beteiligten lasen damals unheimlich viele Bücher. Nur sind die meisten alten 68er inzwischen in ihren 70er und 80er Jahren und relativ gebrechlich, wenn sie noch leben.

 

 

 

 

 

Im Buchhändlerkeller funktioniert alles durch persönliches Engagement der Vereinsmitglieder. So kommen etwa 2 bis 3 Veranstaltungen pro Woche zusammen. Um die Kosten zu decken, muss ein Eintrittsgeld verlangt werden. Der Buchhändlerkeller ist heute immer noch eine der angesehensten literarischen Adressen in Berlin, ist aber schon lange kein Keller mehr, sondern ein schicker Laden im Erdgeschoss der Carmerstraße 1 in Berlin Charlottenburg. Ich erinnere mich gern an die Veranstaltungen, die ich im Buchhändlerkeller besucht habe. Daher wünsche ich dem Buchhändlerkeller weitere 50 Jahre. Wünschen kann man sich ja was.

 

Anlässlich des Festes zum 50. Jubiläum schrieb der Buchhändlerkeller: 50 Jahre - nur wenige literarische Institutionen in Berlin blicken auf längere kontinuierliche Arbeit im Dienst der aktuellen Belletristik, des literarischen Erbes und der gesellschaftspolitischen Debatte zurück. 1967 richteten KP (Klaus Peter) Herbach und linke Buchhändler und Lehrlinge aus dem gewerkschaftsnahen „Arbeitskreis Berliner Jungbuchhändler e.V.“ ihren „Buchhändlerkeller“ unter einer ehemaligen Bäckerei in der Friedenauer Görresstraße ein. Es wurde gelesen, diskutiert und gemeinsam demonstriert - bis der Keller nach einer Überschwemmung unbrauchbar wurde.

 

1976 dann der Neuanfang in der Charlottenburger Carmerstraße 1 in den Räumen der ehemaligen Galerie Mikro von Michael S. Cullen, der hier u.a. erstmals in Berlin Christo ausgestellt hatte. Kein Keller mehr, sondern das Parterre eines noblen Gründerzeithauses und jeden Donnerstag eine aktuelle Lesung, gefördert von Verlagen, vom Senat und vom Börsenverein, bis zu KP Herbachs Tod im Januar 2004.

 

Ein neuer Vorstand aus dem Freundeskreis von Herbach erweiterte das Programm um Ausstellungen, Filmvorführungen und viele andere Formen und Sujets - die Senatsförderung versiegte trotzdem: Der Buchhändlerkeller als „Institution“ mit kontinuierlichem Programm passte nicht mehr in das Projektkonzept der permanenten Innovation. Doch gute 10 Jahre nach dem Ende der Subvention gibt es den sympathischen Buchhändlerkeller immer noch, und er erfährt nach wie vor viel Zuspruch für die Veranstaltungen und für den Ort selbst als originellem Treffpunkt von Liebhabern eines aktuellen, aber auch weit zurückreichenden Literatur- und Bildungsbegriffs, verbunden mit kritischer gesellschaftspolitischer Auseinandersetzung."

 

Wie es mit dem Buchhändlerkeller weiter geht, weiß man nicht so genau, denn die jetzigen ehrenamtlichen Macher_Innen des Buchhändlerkellers sind doch schon sehr in die Jahre gekommen. Die jungen Leute leben heute im digitalen Cyberspace. Da ist so etwas wie ein Buchhändlerkeller ziemlich old school.

 

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