Name seit 2.11.1892, benannt nach dem Baumeister Hermann Hähnel (1830-1894). Er war Mitbegründer und Aufsichtsratsmitglied des Landerwerb- und Bauvereins auf Aktien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Friedenau, Montag den 16. Juni 1902

† Frau Baumeister Hähnel †

 

Am Sonnabend starb im 74. Lebensjahre in ihrer kleinen Villa Ringstraße 11 (seit 1962 Dickhardtstraße) die verw. Frau Baumeister Hähnel, die unserem so prächtig emporblühenden Ort den Namen gegeben hat. Herr Baumeister Hähnel, der Ehemann der jetzt Verstorbenen, war Mitbegründer und Aufsichtsrathmitglied des 1871 gegründeten Landerwerb- und Bauvereins auf Aktien zu Berlin. Im Jahre 1872, nachdem die ersten Häuser der neuen Kolonie errichtet waren, sollte dieselbe auch einen Namen erhalten. Endlich, nach langen Berathungen einigte man sich auf den Vorschlag der Verstorbenen, zum Andenken an dem Friedensschluß des Jahres 1871, der Kolonie den Namen „Friedensau“ zu geben. Später ist dann das runde „s“ fortgelassen und hieß die Kolonie, als sie im Jahre 1875 selbstständige Gemeinde wurde, nun Friedenau. Baumeister Hähnel bewohnte eine Villa an der Ecke der Rhein- und Kirchstraße, die er um das Jahr I894 an dem verstorbenen Bauunternehmer Herrn Pählchen verkaufte, der auf der Baustelle das große Eckhaus Rheinstraße 18 erbaute und eine Bauparzelle an den Bauunternehmer Herrn Stöckel verkaufte, der das Haus Rheinstraße 17 baute. Die Ecke gehört jetzt den beiden hiesigen Töpfermeistern Herren Hermann und Robert Fiebig und das Grundstück Rheinstraße 17 Herrn Dr. Guthmann. Nach Verkauf der Villa zog Herr Baumeister Hähnel nach Zehlendorf, wo er bald verstarb. Seine Leiche wurde auf dem Friedenauer Kirchhof beigesetzt und wird seine Ehefrau neben ihm ruhen. Die Verstorbene zog nach dem Tode ihres Mannes wieder nach Friedenau, und zwar im Hause Rheinstraße 15, wo der damalige Besitzer desselben. Herr Rathgen, einen Theil der prächtigen Rosen der ehemaligen Hähnel’schen Villa in seinem Garten verpflanzt hatte. Frau Hähnel pflegte diese Rosen wie ihre Kinder. Als sie dann 1898 die Villa Ringstraße 11 kaufte, legte sie dem jetzigen Besitzer des Hauses Rheinstraße 15 ans Herz, ihre Kinder der Flora weiter zu pflegen. Leider sind dieselben wegen ihres Alters bei späterem Umpflanzen bis auf einen Stock eingegangen, der auch infolge Alters sehr zurückgegangen ist, aber in diesem Frühjahr drei Knospen getrieben hat, welche der Verstorbenen nach dem Aufblühen auf ihr Grab gelegt werden sollen. Die Beerdigung findet morgen Nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des hiesigen Friedhofs statt.

 

Anmerkung:

Die Grabstätte von Hermann Hähnel (1830-1894) und seiner Frau Auguste (1828-1902) auf dem Friedhof Stubenrauchstraße existiert nicht mehr.

 

 

Kurt Hiller (1885-1972)

 

Zur Gedenktafel für den Schriftsteller Kurt Hiller (1885-1972) am Haus Hähnelstraße Nr. 9 ist der „Historischen Kommission zu Berlin“ nicht viel eingefallen. Seit der Enthüllung am 2. Oktober 1990 ist zu lesen: „Hier wohnte von 1921-1934 Kurt Hiller. 17.8.1885-1.10.1972. Der expressionistische Schriftsteller emigrierte 1934 nach erlittener KZ-Haft. Er kehrte 1955 nach Deutschland zurück. Von 1969 bis zu seinem Tod war er Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.“

 

Bereits in unserem Buch „Friedenau – Geschichte & Geschichten“ haben wir die „Inhaltsleere“ beanstandet. Nichts davon, dass Hiller schon während seines Jura-Studiums in Berlin als „Stänkerer“ und „Zankapfel“ bekannt war. Eine Biographie „über den heute fast nur noch als Pionier der expressionistischen Literatur bekannten Publizisten“ war seit langem überfällig. Der in Rostock lebende Historiker Daniel Münzner hat sich nun dieser Aufgabe gestellt: „Kurt Hiller. Der Intellektuelle als Außenseiter“ ist im Wallstein Verlag Göttingen erschienen. Das Buch wurde in der FAZ vom 15. Juni 2016 mit einer ziemlich detaillierten Rezension gewürdigt.

 

 

 

Dieser arme Homosaxone

ePaper
Teilen:

Maskulinist und APO-Opa. FAZ, 15.06.2016

ePaper
Teilen:
Druckversion Druckversion | Sitemap
E-Mail info@friedenau-aktuell.de © friedenau-aktuell, 2017