Name seit 16.3.1888, vorher bis 1880 Steglitzer Weg, danach Grüner Weg. Benannt nach der hessischen Stadt Laubach. Die Straße ist die Gemarkungsgrenze zwischen Wilmersdorf und Friedenau. Straße und Häuser Nr. 30-56 gehören zu Wilmersdorf, Nr. 1-29 zu Friedenau.

 

 

St. Marien-Kirche. Foto H&S, 2016

St. Marien-Kirche

Von Architekt Karl Kühn

Zentralblatt der Bauverwaltung, 1918

 

Vor längerer Zeit war in der Akademie des Bauwesens eine Sammlung von Bauwerkswiedergaben ausgestellt, die zeigen sollte, daß das deutsche Volk trotz der Wirren des Weltkrieges mit ungebrochener Kraft und Frische den vielseitigen Bauaufgaben der Zeit gewachsen ist. Zwei Bauwerke, katholische Kirchen, die in Großberlin während des Krieges fertiggestellt bezw. ausgeführt worden sind, sind die Maria-Hilf-Kirche (Frauenkirche) in Friedenau, auf dem Schnittpunkt der Laubacher und Schwalbacher Straße gelegen, und die St. Norbert-Kirche in Schöneberg in der Mühlenstraße. Schon im Jahre 1907 hatte mein verehrter Lehrer, der leider allzufrüh am 18. Juni 1911 verstorbene Geheime Regierungsrat Professor Christoph Hehl, eine Skizze für einen Kirchenbau entworfen, den die katholische Gemeinde in Steglitz auf ihrem Vorgelände in Friedenau errichten wollte. Für denselben Bauherrn hatte Hehl im Jahre 1899 die in ihrer Raumwirkung unerreichte und vorbildliche Zentral-Kirche, die Rosenkranz-Kirche in der Kieler Straße in Steglitz, erbaut.

 

 

Der neue Bauplatz in Friedenau stellte ihm eine in bezug auf die Grundrißgestaltung ähnliche Aufgabe. Nur mußte die neue Kirche allseits freistehend errichtet werden. Hehl hatte in derselben Zeit den Entwurf der von ihm erbauten katholischen Kirche in Spandau (vgl. Jahrg. 1911 d. Bl., S. 314), einer ebenfalls allseits freistehenden Kuppelkirche von 20,20 m Durchmesser des zehneckigen Zentralgewölbes, in Arbeit. Von dem Grundrißgedanken dieser Kirchen kam er nicht los. Auch seine Skizze vom Jahre 1910 für Friedenau hält immer noch an demselben fest. Die erstere nahm als Hauptgewölbe eine Kuppel von 16 m, die letztere, in wesentlich freierer Konstruktion, eine Rundkuppel von 8 m Durchmesser an. Der Tod machte dem weiteren Gedankenflug ein Ende.

 

Das Studium der Raumwirkung der inzwischen fertiggestellten Kirche in Spandau veranlaßte nun den Verfasser, von der Grundlage des Kreises oder der ihn umschreibenden Vielecke bei der Gestaltung des Grundrisses für Friedenau abzugehen. Eine Studienreise in Italien die zunächst der Bauaufgabe der Basilika der katholischen Kirche in Berlin-Lankwitz gewidmet war, befestigte den Grundgedanken. So entstand im Jahre 1912 der Entwurf für die katholische Kirche in Friedenau ...

 

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