Name seit 1906, benannt nach Ortrud, einer Figur aus Wagners romantischer Oper „Lohengrin“. Die Straße entstand mit dem Bau des Wagnerviertels auf dem Gelände des ehemaligen Sportparks Friedenau.

 

 

 

 

In Vorbereitung

 

Für das neue Wohnviertel mit „gehobenen Standard“ war der Name Richard Wagner gerade gut genug. Dazu gehörten natürlich auch Straßennamen, mit denen die Erinnerung an den Bayreuther Meister wachgehalten werden konnten. Eva war in mehrfacher Hinsicht eine glückliche Wahl. Da war die biblische Geschichte, wonach Gott Adam eine Rippe entnahm, daraus Eva und damit das erste Menschenpaar schuf. Da waren „Die Meistersinger von Nürnberg“, die „volksnah“ und „komisch“ daherkamen, Historisches aus Nürnberg aufgriffen, darunter den Schuhmacher und Spruchdichter Hans Sachs – und endlich mal ohne mythologischen Hintergrund auskamen. Und da war Eva (1867-1942), nach Isolde (1865-1919) und vor Siegfried (1869-1930) das zweite Kind von Cosima und Richard Wagner.

 

Bereits 1880 wurde für das Gelände zwischen Kaiserallee (Bundesallee), Varziner-, Handjery- und Bismarckstraße (Sarrazinstraße) unmittelbar an der Ringbahnstation Wilmersdorf-Friedenau der Bau einer Gasanstalt geplant. Gemeindevorstand von Friedenau, „Landerwerb- und Bauverein auf Actien“ und Gemeindekirchenrat erhoben Einspruch beim zuständigen Teltower Landrat Ernst von Stubenrauch (1853-1909). Der Einspruch wurde abgewiesen und die Anlage genehmigt. 1884 reichten die Beteiligten ihre Beschwerde beim „Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten“ ein. Otto von Bismarck, in Personalunion auch Ministerpräsident und Reichskanzler, verfügte, dass „dass der besondere Charakter des Vorortes Friedenau, die Bestimmung desselben als Villenanlage und als ein für Sommerwohnungen gesuchter Ort, eine gewerbliche Anlage, wie die hier projektierte Gasanstalt, ohne sanitäre Belästigungen und Nachteile für die einen gesunden Aufenthalt Suchenden nicht zulasse und deshalb die Genehmigung zu versagen sei. Durch die Anlage würden sämtliche wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen für die weitere Entwicklung des Ortes Friedenau und seiner nun einmal gegebenen Grundlage verschoben werden“.

 

Dafür gab es ab etwa 1890 den „Sportpark Friedenau“ – im Sommer mit Radrennbahn, im Winter mit Eisbahn. Am 22. September 1904 erwarb der Bauunternehmer Georg Haberland mit seiner „Berlinischen Boden-Gesellschaft“ von der Gemeinde Friedenau das Gelände für knapp drei Millionen Mark. Zuvor hatte er allerdings dafür gesorgt, dass die Landgemeinde die Berliner Traufhöhe von 22 Metern in den Bebauungsplan übernahm. So entstand ab 1906 das „Wagner-Viertel“ mit vierstöckigen Mietshäusern von gehobenem Standard und den Straßen mit den Namen Brünnhilde, Elsa, Eva, Isolde, Kundry, Ortrud, Senta und Sieglinde.

 

Sportpark Friedenau um 1903
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