Name seit 1900, benannt nach Gut Varzin in Hinterpommern. In Anerkennung seiner Verdienste erhielt Reichskanzler Bismarck vom preußischen König im Jahre 1867 eine Dotation von 400.000 Talern, die in Grundbesitz anzulegen war. Am 7. Juni 1867 kauft der damalige preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck Varzin von Werner Ewald von Blumenthal. Varzin (heute Warcino) blieb bis 1945 im Besitz der Familie von Bismarck.

 

 

Ehemalige Bildgießerei Hermann Noack, Varziner Straße 16 & 17

Varziner Straße 16 & 17

 

Die Redensart, „den Bock zum Gärtner machen“, weist auf eine Person hin, die für eine bestimmte Tätigkeit aufgrund ihrer Herkunft und Interessenslage für eine Aufgabe ungeeignet ist. Bezirksbaustadtrat Jörn Oltmann (DIE GRÜNEN) gehört dazu. Immerhin war der gelernte Betriebswirt und Sozial-Ökonom von 2000 bis 2016 bis zur Ernennung als „politischer“ Leiter für Stadtentwicklung und Bauen des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg 16 Jahre Geschäftsführer der MCA Berlin Immobilien GmbH mit den Schwerpunkten WEG-Verwaltung und Gewerbevermietung. Da weiß er schon, was er seiner zahlungskräftigen Klientel der GRÜNEN-Wähler bieten muss.

 

Der Rest ist schnell erzählt: Nachdem die Bildgießerei Noack 2010 ihre Werkstatt von der Varziner Straße Nr. 16 & 17 an das Spreeufer verlegt hatte, konnten Baupläne für das Grundstück entwickelt werden. Zum Zuge kam „PROJECT Immobilien Wohnen AG Nürnberg“, die parallel zum Stadtring an der Wexstraße bereits die einfallslos-schlimmen Bauten „ParkCarré“ und „Studio Living Mikro-Apartments“ in die Höhe gezogen hat.

 

 

Nun offeriert diese Firma in der Varziner Straße Nr. 16 & 17 ein Mehrfamilienhaus mit 39 Eigentumswohnungen in „klassisch-zeitloser Architektur mit eleganter Fassade und harmonischer Bepflanzung in lila und weiß“, dazu Personenaufzüge und Tiefgaragenstellplätze. Innen wird es auch schön, mit Echtholzparkett, Fußbodenheizung und stilvollen Ausstattungsdetails mit edlen Armaturen und hochwertiger Sanitärkeramik von Grohe, Keramag und Villeroy & Boch.

 

Ein wahres Schnäppchen: Im EG 3 Zimmer mit Terrasse 88 m² zu 462.000 €, in den Obergeschossen 2 Zimmer mit Balkon auf 59 m² zu 351.000 € bis 4 Zimmer mit Balkon auf 104 m² zu 566.000 €. Selbstverständlich gibt es auch eine 4-Zimmer Dachterrassenwohnung auf 102 m² zu 696.000 €.

 

Vermarktet wird das alles unter dem Begriff „Maison VIKTORIA“, und gemeint ist damit die „Goldelse“ auf der Siegessäule, die der Bildhauer Friedrich Drake (1805-1882) im Jahr 1873 geschaffen hatte und mittlerweile von der Firma Noack mehrmals „vergoldet“ werden musste. Gewiss kein gutes Omen. Geworben wird mit bunten Bilderchen, Grass-Haus, Marlene-Grab, „liebevoll geführte Nikolaische Buchhandlung“, „kleine, inhabergeführte und innovationsfreudige Lokale und Fachgeschäfte“ wie Tante Behrens Torten, Lula am Markt, dem „nur wenige Hausnummern entfernten Ladengeschäft Süßkramdealer, in dem schon Hildegard Knef als Kind einkehrte, um für ihren Vater Tabak zu kaufen“. Die zukünftige GRÜNE Klientel weiß jedenfalls vorab schon mal Bescheid.

 

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Wir ergänzen: Die Bildgießerei Hermann Noack wurde 1897 gegründet und ließ sich 1899 an der Ringbahn auf dem Grundstück Fehler- und Varziner Straße in Friedenau nieder. Seit vier Generationen trägt der jeweilige Chef des Hauses den Namen Hermann Noack: Hermann I. (1867-1941), Hermann II. (1895-1958) sowie Hermann III. (* 1931), der derzeit mit Hermann IV. (* 1966) die Firma leitet. Bedeutende Bildhauer kamen in die Varziner Straße und ließen hier aus ihren Gipsentwürfen Werke im Bronzeguss entstehen. Genannt seinen Ernst Barlach, August Gaul, Bernhard Heiliger, Ed Kienholz, Fritz Klimsch, Georg Kolbe, Käthe Kollwitz, Henry Moore oder auch der Guss des „Berliner Bären“ von Renée Sintenis für die „Berlinale“, nicht zu vergessen die Restaurierungen von Johann Gottfried Schadows „Quadriga“ auf dem Brandenburger Tor und der „Viktoria“ auf der „Siegessäule“. 2009 war in Friedenau Schluss. Die Firma Noack bezog 2010 den neuen Standort Am Spreebord /Ecke Sömmeringstraße in Berlin-Charlottenburg.

 

 

 

 

 

Ausführliche Informationen zum rot-grünen Luxus-Projekt Varziner Straße erhalten Sie mit einem Klick auf den Button:

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