Name seit 5.7.1958, benannt nach Walther Schreiber (1884-1958). Er war von 1919-1933 Abgeordneter im Preußischen Landtag und von 1953-1955 Regierender Bürgermeister von Berlin.

 

 

Wer den Straßen die Namen Rheingau, Taunus, Deidesheim, Kreuznach, Offenbach, Schwalbach oder Wiesbaden gab, hatte auch keine Hemmungen, die von Kaiserallee und Rheinstraße gebildete spitze Ecke (inoffiziell) „Am Rheineck“ zu nennen – wobei unklar bleibt, ob damit an die Burg bei Bad Breisig oder an das Fort der preußischen Festung Koblenz erinnert werden sollte. Hier treffen die Ortsteile Friedenau mit der Bundesallee und der Rheinstraße, Schöneberg mit der Schöneberger Straße und Steglitz mit der Schloßstraße zusammen. Nach den heute noch gültigen historischen Gemarkungsgrenzen gehört der Walther-Schreiber-Platz zum größten Teil zu Friedenau, was allerdings niemanden davon abhielt, dem Platz immer wieder einmal ein anderes Gesicht zu verpassen.

 

1902 Auf einer Mittelinsel gegenüber der Bornstraße trafen sich ab 1902 zwei Straßenbahnlinien: Linie 78 Bahnhof Zoo–Friedrich-Wilhelm-Platz–Lichterfelde-Süd und Linie 74 Weißensee–Alexanderplatz–Potsdamer Platz–Hauptstraße–Rheinstraße–Schloßstraße–Finkensteinallee. Die 74 garantierte schon vor dem Ersten Weltkrieg von Sonnabend auf Sonntag einen durchgehenden Nachtverkehr. Am 2. Mai 1963 wurde die Straßenbahn durch Busverkehr ersetzt.

 

1905 Auf den Grundstücken Nr. 96 bis Nr. 103 an der Kaiserallee (heute: Bundesallee) entstanden zwischen Lefèvrestraße und Bornstraße mehrstöckige Mietswohnhäuser. Dieser Häuserblock wurde 1942 bei einem Luftangriff zerstört.

 

1928 Unter der Adresse Schloßstraße Nr. 4 wurde der Titania-Palast mit 1920 Plätzen eingeweiht. Der Eingang befand sich damals direkt an der Ecke Schloß- und Guthsmuthsstraße.

 

1953 Auf den Grundstücken zwischen Lefèvre- und Bornstraße wurde das Kaufhaus Held vom Architekten Paul Schwebes mit seinem gerühmten ovalen Treppenhaus eröffnet. Erhalten blieb die Ecke Nr. 96 Bundesallee/Lefèvrestraße mit Wohnhaus und Postamt Berlin-Friedenau 3.

 

1958 Aus dem Platz „Am Rheineck“ wird am 5. Juli 1958 der „Walther-Schreiber-Platz“, benannt nach dem CDU-Politiker Walther Schreiber (1884-1958). Er war von 1919 bis 1933 Abgeordneter im Preußischen Landtag und von 1953 bis 1955 Regierender Bürgermeister von Berlin.

 

1962 An der Ecke Bundesallee und Rheinstraße entstand nach Entwürfen von Hans Schaefers das Konfektionshaus Ebbinghaus.

 

1970 Auf dem Gelände des seit 1908 bestehenden Bornmarktes zwischen Gutsmuths- und Bornstraße wurde nach Plänen des Architekten Georg Heinrichs das Forum Steglitz eröffnet.

 

1971 Der U-Bahnhof Walther-Schreiber-Platz mit der Linie U9 wurde in Betrieb genommen.

 

1973 Aus dem Kaufhaus Held wurde das Kaufhaus Hertie.

 

2003 Das Kaufhaus Hertie wurde geschlossen.

 

2005 Abriss des Kaufhauses Hertie sowie der Wohnhäuser Bundesallee Nr. 96 mit dem Postamt und dem viergeschossigen Wohngebäude Lefèvrestraße Nr. 29 aus der Zeit um 1905/1910.

 

2006 Die Firma Ebbinghaus an der spitzen Ecke zwischen Bundesallee und Rheinstraße gibt auf. Der Kaufmann Willi Ebbinghaus kam 1945 nach Berlin und eröffnete an der Ecke Nied-/Lauterstraße das Konfektionshaus für gute Kleidung. In den 1960er Jahren erfolgte der Umzug in den Neubau am Walther-Schreiber-Platz. 2007 zogen dort Ärztehaus und Bio-Markt ein.

 

2007 Eröffnung des  Schloss-Straßen-Center SCC.

 

Während die Schloßstraße mittlerweile mit zehn Shoppingmalls zum größten Einzelhandelsstandort Berlins mutierte, schließt in den angrenzen Straßen ein Tante-Emma-Laden nach dem anderen. Sinnvolle Stadtentwicklung sieht anders aus.

 

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