Die Verdichtung zwischen Wieland- und Fregestraße

Innenhof Wielandstraße Nr. 17. Foto H&S, 2017

Wielandstraße Nr. 17

 

Wenn BÜNDNIS90/GRÜNE eine Grünfläche als „eine überwiegend versiegelte Fläche“ betrachten und daher nun das Blockinnere zwischen den Grundstücken Wielandstraße Nr. 17 und Fregestraße Nr. 72 verdichten und mit neun Eigentumswohnungen und einer Tiefgarage bebauen wollen, dann hat das mit grüner Politik nichts mehr zu tun. „BETON statt GRÜN ist das Motto des GRÜNEN“, schreibt ein Mieter des Hauses Wielandstraße Nr. 17, „nachdem die Holzfäller rigoros alles platt gemacht haben. Baustadtrat Oltmann hat diese Aktion zu verantworten.

 

Die Anwohner sind entsetzt, denn die laut grünem Stadtentwicklungsstadtrat Jörn Oltmann „überwiegend versiegelte Fläche“ stellt sich als begrünter Innenhof heraus. „Der grüne Mann hat nur gesehen, was er sehen wollte, damit er den Bauantrag durchdrücken kann“, so ein Anwohner. Auch auf eine mehr als 200 Jahre alte Buche – älter als Friedenau! – will Oltmann keine Rücksicht nehmen. Er unterstellt laut „Berliner Woche“ den Anwohnern vielmehr, um den Verlust ihrer Stellplätze zu fürchten.

 

 

 

Wenn unsere Informationen zutreffen, dann wurde der Bauantrag einer ausländischen Investorengruppe vor mehr als sieben Jahren eingereicht und am 26.4.2010 vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg mit einem Vorbescheid bedacht. Wenn dieser erst jetzt bewilligt wurde, kann man sich vorstellen, dass Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz im Rathaus Schöneberg wohl in den vergangenen Jahren erhebliche Bedenken gegen die Bebauung hatten.

 

„Politisch geht es mir darum, eine möglichst kompakte Bauweise auf möglichst versiegelten Flächen zu ermöglichen“, so der Dezernent in der „Berliner Woche“. Und weiter: „Grün- und Freiflächen sollen möglichst erhalten bleiben. Wohnungsneubau soll mit Augenmaß geschehen und trotzdem werden wir immer häufiger den Konflikt haben, dass Stellplätze wegfallen um Wohnungsbau zu ermöglichen. Dazu stehe ich in einem gewissen Rahmen. Ich mag keine Extreme. Doch im Fall der Wielandstraße halte ich eine Bebauung für angemessen.“

 

Die „politischen“ Ziele des grünen Stadtrats können die Bewohner der Häuser Wieland- und Fregestraße angesichts dieser Entscheidung nur noch als Zynismus verstehen. Wenn die Immobilienbranche sich einen derart starken Einfluss in Tempelhof-Schöneberg gesichert zu haben scheint, dann sollten bei den Bürgern alle Alarmglocken schrillen. Denn die Folgen davon betreffen die Wohnqualität aller Einwohner des Bezirks.

 

Mündliche Anfrage der BV Wissel (DIE LINKE)

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Antwort von Bezirksstadtrat Oltmann

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