Ehrengrabstätten 14.08.2018

 

Die Senatskanzlei teilte am 14. August 2018 mit: „Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung eine Vorlage des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller über die Anerkennung von Ehrengrabstätten zur Kenntnis genommen. Geehrt werden sollen folgende Persönlichkeiten mit besonderer Bedeutung für Berlin, die auf Friedhöfen Berlins ihre letzte Ruhe gefunden haben.“

 

Auf www.friedenau-aktuell.de hatten wir uns für die Anerkennung bzw. Wieder-Anerkennung von Ehrengrabstätten eingesetzt. Dieses Engagement war nicht umsonst. Der Senat begreift langsam wieder, dass Geschichte und Erinnern zu unserem Leben gehört.

 

Ottomar Anschütz (1846-1907), Erfinder der fotografischen Momentaufnahme und Pionier der Kinematografie. Er hatte 1895 die ersten Flugversuche Otto Lilienthals am „Fliegeberg“ in Lichterfelde fotografiert. Seine Fotos sind heute in vielen Museen zu finden. Überglücklich war die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin, als sie 2017 auch verschollen geglaubte Anschütz-Fotografien zurückbekam. Die Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Stubenrauchstraße. Ab 1987 war sie Ehrengrabstätte des Landes Berlin. 2009 hat der Senat den Status aberkannt. Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.friedenau-aktuell.de, Menüpunkt „Friedhof Stubenrauchstraße“.

 

Jeanne Mammen (1890-1976), Zeichnerin und Malerin. Im Jahr 1919 bezog sie zusammen mit ihrer Schwester ein Atelier im Hinterhaus des Kurfürstendamms 29, das noch heute existiert und von dem Jeanne-Mammen-Stiftung e.V. als Museum verwaltet wird. 2017/2018 präsentierte die Berlinische Galerie die Ausstellung „Jeanne Mammen – Die Beobachterin. Retrospektive 1910–1975“. Die Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Stubenrauchstraße. Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.friedenau-aktuell.de, Menüpunkt „Friedhof Stubenrauchstraße“.

 

Gustav Eberlein (1847-1926), Bildhauer, Maler und Schriftsteller. Er schuf die Denkmäler für Albert Lortzing Richard Wagner im Tiergarten und das Goethe-Denkmal im Park der Villa Borghese in Rom. Den Stein dafür hatten Gustav Eberlein und Valentino Casal in den Bergen von Carrara ausgesucht und nach Berlin transportieren lassen. Im Atelier von Casal in der Friedenauer Bachestraße wurde aus dem Gipsentwurf ein Denkmal in Marmor. Nach der Fertigstellung wurde das neun Meter hohe Monument in Einzelteile zerlegt, nach Rom gebracht und wieder zusammengebaut. Am 5. August 1904 wurde das Goethe-Denkmal vom italienischen König Viktor Emanuel III. enthüllt. Die Grabstätte von Gustav Eberlein befindet sich auf dem Alten St. Matthäus-Friedhof. Ab 1990 war sie Ehrengrabstätte des Landes Berlin. 2014 hat der Senat den Status aberkannt. Weitere Informationen finden Sie auf www.friedenau-aktuell.de, Menüpunkt „Friedenau-Bachestraße-Gustav Eberlein“.

 

Bully Buhlan (1924-1982), Schlagersänger. Komponist und Schauspieler

Der Berliner Hans-Joachim Buhlan wurde 1947 bekannt mit dem Glenn-Miller-Titel „Chattanooga Choo Choo“ und seiner deutschen Version „Verzeih'n Sie, mein Herr, fährt dieser Zug nach Kötzschenbroda“. Beliebt und gefeiert wurde Buhlan für seine Berliner Lieder „Lieber Leierkastenmann“, „Ich hab' noch einen Koffer in Berlin“, „Ich hab so Heimweh nach dem Kurfürstendamm“ oder „Das Lied von der Krummen Lanke“. Die Grabstätte befindet sich auf dem Waldfriedhof Dahlem. Weitere Informationen finden Sie auf www.friedenau-aktuell.de, Menüpunkt „Friedenauener Sachen“.

 

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Unter Berücksichtigung dieses neuen Senatsbeschlusses beträgt die Zahl der Ehrengrabstätten des Landes Berlin nunmehr 666. Die Vorlage wird nun dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme unterbreitet.

 

Die Presserklärung des Senats finden Sie hier:

 

https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2018/pressemitteilung.729353.php

 

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