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Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler

Foto Zitadelle Spandau, 2016

1. Mai 2016

 

Das dürfte für Friedenau interessant sein: Am 29. April 2016 wird in der Spandauer Zitadelle die Dauerausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ eröffnet. Darunter das, was zwischen 1898 und 1901 auf den Grundstücken Wilhelmstraße Nr. 7 (heute Görresstraße) und Bachestraße Nr. 10 im Bildhauerhof von Valentino Casal an Denkmälern für die Siegesallee im Tiergarten entstanden ist.

Für Robert Musil waren diese schon 1927 so unvergesslich, weil „eine Postenkette aus Marmor sonst nirgends in der Kriegsgeschichte vorkommt“. Max Frisch, der im November 1947 wieder nach Berlin kam, beschrieb in seinem Tagebuch das Ende: „Mittagsrast im Tiergarten. Eine baumlose Steppe mit den bekannten Kurfürsten, umgeben von Schrebergärten. Einzelne Figuren sind armlos, andere mit versplittertem Gesicht. Einer ist offenbar vom Luftdruck gedreht worden und schreitet nun herrisch daneben. Außer einem Hund, der mein Picknick riecht, bin ich allein. Im Hintergrund ragt das Denkmal der Roten Armee, das in der Nacht beleuchtet ist.“

Kurz danach wurden die verbliebenen Rest abgebrochen, vergraben, wieder ausgegraben und schließlich irgendwo untergestellt. Elf von 32 wahrlich monumentalen Marmorgruppen mit den Skulpturen von Gestalten der preußischen Geschichte wurden seinerzeit in den Ateliers auf dem Gelände des heutigen Spielplatzes Görresstraße nach den Entwürfen namhafter Bildhauer von Valentino Casal in weißen Marmor aus Carrara verewigt.

Diese politischen Denkmäler bzw. das, was über die Zeit gerettet wurde, werden nun mit der Dauerausstellung wieder ans Licht der Öffentlichkeit gerückt. Der Anblick wird nicht immer erfreulich sein, da sie nicht rekonstruiert, sondern nur im vorgefundenen Zustand konserviert wurden. Auf den hinterlassenen Spuren aber wird deutsche Geschichte sichtbar – über Denkmäler, die das Berliner Stadtbild vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart geprägt haben. Sie setzen ein Zeichen der Erinnerung.

Der eigentliche circa 300 Seiten umfassende Katalog erscheint erst im September 2016. Es sei deshalb darauf hingewiesen, dass die Ausstellung folgende Friedenauer Arbeiten präsentiert: Markgraf Otto I. (Max Unger, 1898), Markgraf Otto II. (Joseph Uphues, 1898), Markgraf Albrecht II. (Johannes Boese, 1898), Markgraf Johann I. und Markgraf Otto III. (Max Baumbach, 1900), Kurfürst Friedrich I. (Ludwig Manzel, 1900), Kurfürst Joachim I. (Johannes Götz, 1900),König Friedrich I. (Gustav Eberlein, 1900) und Kaiser Wilhelm I. (Reinhold Begas, 1901). Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter http://www.enthuellt-berlin.de und im Buch „Friedenau – Geschichte & Geschichten“ von Peter Hahn & Jürgen Stich.

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© Peter Hahn