Quelle: Der Tagesspiegel, 29.04.2016

Friedenauer Filz

 

Es ist schon erstaunlich, dass der „Tagesspiegel“ vom 29. April 2016 in seinem Bericht „Müllers Machtmacher – Das Tempelhofer Netzwerk“ den Namen Dilek Kolat noch nicht einmal erwähnt. Dabei ist die Genossin seit Dezember 2014 Stellvertreterin des Regierenden Bürgermeisters, Chefin des SPD- Kreisvorstands Tempelhof-Schöneberg und für den Bezirk nach dem Tempelhofer Michael Müller auf Platz 2 für die Wahl zum Abgeordnetenhaus 2016. Dilek Kolat gehört für die Hauptstädter zu den eher unbekannten Senatoren.

Am 18. September 2016 wird es in Tempelhof-Schöneberg spannend werden. Immerhin ist die CDU gegenwärtig (noch) die stärkste Kraft in der BVV Tempelhof-Schöneberg. Davon hatte sie bisher nicht viel, denn es gibt (noch) eine Rot-Grüne Zählgemeinschaft.

2011 erreichte die CDU 29,3 Prozent, die Grünen kletterten auf 24,6 Prozent und die SPD sackte auf 26,6 Prozent ab. Das wird so nicht mehr sein. Nachdem nun auch der Bezirksparteitag der AfD Tempelhof-Schöneberg erstmals im John F. Kennedy-Saal des Rathauses stattfinden konnte, ist wohl mit einem Einzug der AfD in die BVV zu rechnen. Die Grünen werden laut Prognose nur etwa 17 Prozent erreichen – zu viel Grün wurde geopfert. Die traditionell starke CDU tritt mit Daniel Dittmar an – er kandidiert in Friedenau gegen Dilek Kolat.

 

 

 

 

 

Aber:

Dilek Kolat macht für die SPD schon lange keine gute Figur. 1967 in der Türkei geboren, 1970 in Berlin, 1986 Abitur, 1989 Diplom-Wirtschaftsmathematikerin, 1990 Depot-A Managerin bei der Deutschen Kreditbank AG Berlin. „Verheiratet (mit Kenan Kolat, dem ehemaligen Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Deutschland, auch SPD), keine Kinder, Islam“. Im Jahr 1995 trat sie in die SPD ein – und schnurstracks war sie Mitglied der BVV Schöneberg und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion. Nach den vorgezogenen Wahlen von 2001 wurde sie Mitglied des Abgeordnetenhauses und ab 2004 Kreisvorsitzende der SPD Tempelhof-Schöneberg. Mit den Wahlen zum Abgeordnetenhaus 2006 und 2011 gewann sie jeweils das Direktmandat für den Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg 3. Sie wurde stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Abgeordnetenhaus. Die einflussreiche Mitgliedschaft im Sparkassenbeirat und bei der Lottostiftung kamen hinzu – und im Dezember 2011 der Posten als Senatorin.

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