Gustav Heinrich Eberlein (1847-1926)

 

 

Der Bildhauer Gustav Heinrich Eberlein

Bemerkenswert ist, dass zwischen 1896 und 1929 ein Dutzend Bildhauer mit der Friedenauer Adresse Wilhelmstraße aufwarteten, darunter in Nr. 6 Johannes Götz und Eberhard Encke, in Nr. 7 Valentino Casal, Georg Hengstenberg, Wilhelm Haverkamp, Heinrich Mißfeldt, Ludwig Isenbeck, Johannes Hinrichsen und Georges Morin, in Nr. 9 Ludwig Manzel, Paul Hubrich und Edmund Gomansky und in Nr. 16 Johannes Hoffart, Otto Wesche und Franz Rosse.

Klein-Carrara nannte Wilhelm II. die Gegend und meinte damit Casals Bildhauerhof zwischen Wilhelmstraße Nr. 7 (heute Görresstraße Nr. 16) und Straße 12 (heute Bachestraße Nr. 10). Nachdem die Monumente für die Siegesallee geschaffen waren, blieben weitere kaiserliche Aufträge nicht aus. Auch Gustav Eberlein (1847-1926) wurde bedacht, weil er es geschickt verstand, auf Wünsche einzugehen. So stellte er 1901 für das zweite Siegesallee-Denkmal von König Friedrich Wilhelm III. auf Bitten des Kaisers diesen nicht als nachdenkenden zaudernden Regenten, sondern als forschen Offizier und jungen König dar. Zum Dank durften Eberlein und Casal anschließend die Skulpturen von Richard Wagner (1903) und Albert Lortzing (1906) für den Tiergarten fertigen.

Kurios auch der nachfolgende Auftrag: Zu seinem 43. Geburtstag am 27. Januar 1902 kam Wilhelm II. auf die Idee, der Stadt Rom ein Goethe-Denkmal für den Park der Villa Borghese zu schenken – ohne den üblichen Wettbewerb und zum Ärger der Kollegen.

 

 

Anlässlich des 170. Geburtstages von Gustav Eberlein ehren die Stadt Hann. Münden und die Gustav-Eberlein-Forschung e.V. einen ihrer bedeutendsten Künstler. Der Bildhauer, Maler und Poet Gustav Eberlein gehört zu den wohl bekanntesten und auch produktivsten Künstlern der Kaiserzeit. Er war Mitglied der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin, wurde 1893 zum Professor ernannt und war um 1900 mit Reinhold  Begas der meist beschäftigte Künstler der Berliner Bildhauerschule. Das Museum von Hann. Münden beherbergt im Schloss einen bedeutenden und umfangreichen Bestand von Eberleins Werken, überwiegend kostbare fragile Gipsunikate. In der vom 14. Juli bis 3. Oktober 2017 geöffneten Ausstellung wird eine Auswahl davon gezeigt. Es werden aber auch Werke aus anderen Materialien – Marmor, Bronze und Gemälde -  mit einbezogen.

 

Für das Begleitprogramm wurde die in Berlin lebende Publizistin Dr. Uta Lehnert eingeladen. Sie hat mit ihrer 1998 im Verlag Dietrich Reimer erschienenen Dokumentation Der Kaiser und die Siegesallee – Réclame Royale ausführlich über den Friedenauer Bildhauerhof von Valentino Casal und die Entstehung der marmornen Skulpturen für die Siegesallee berichtet. Der Vortarg von Uta Lehnert am Freitag, 21. 07. 2017, 19:30 Uhr, in Hann. Münden hat den Titel: Was hat Gustav Eberlein mit der Berliner Bildhauerschule  und der Siegesallee zu tun?  

         

Zum 170. Geburtstag von Gustav Heinrich Eberlein

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Gustav Heinrich Eberlein in Friedenau

Auszug aus dem Buch "Friedenau - Geschichte & Geschichten" von Peter Hahn & Jürgen Stich

 

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