Cornelia Schleime. Foto Markus Hurek, 2008

Hannah-Höch-Preis für Cornelia Schleime

 

Der Hannah-Höch-Preis des Landes Berlin geht in diesem Jahr (2016) an die Künstlerin Cornelia Schleime. Sie erhält die mit 60.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr herausragendes künstlerisches Lebenswerk. Die Auszeichnung erinnert an die Künstlerin Hannah Höch (1889-1978), die mit Ihren innovativen Collagen und Fotomontagen einen wesentlichen Beitrag zur DADA Bewegung geleistet hat. Hannah Höch, Taufname Anna Therese Johanne Höch, wohnte und arbeitete laut offizieller „Berliner Gedenktafel“ von 1917 bis 1933 im Dachwohnungsatelier in der Büsingstraße 16, Portal II.

Cornelia Schleime wurde 1953 in Ost-Berlin geboren, absolvierte Lehren als Friseuse, Maskenbildnerin, Pferdepflegerin, und studierte Grafik und Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Sie gehörte zu einer jungen Szene, die sich gegen die offizielle Kunstpolitik formierte. 1981 wurde sie in der DDR mit einem Ausstellungsverbot belegt. 1984 siedelte sie nach West-Berlin über.

Unter dem Titel „Bis auf weitere gute Zusammenarbeit“ entstand 1992 und 1993 eine Folge von 14 Fotografien auf Siebdruck. „Dieser Arbeit ging die Einsicht meiner Stasiakten voraus. Neben den Berichten, die meinen Ekel gegenüber dem politischen System belegten, trafen mich besonders jene Berichte, die die inoffiziellen Mitarbeiter über meine Intimsphäre angefertigt hatten. Als ich diese las, hatte ich das Gefühl, man hätte mir die Vergangenheit gestohlen.

 

Ich begann meine Arbeit, einer Fotoinszenierung mit Selbstauslöser, bei der ich die beschriebenen Situationen nachstellte und überhöhte. Als ich diese Arbeit das erste Mal ausstellte, fragte man mich, wie ich denn auf die Textpassagen gekommen sei, so als ließe sich die eigene Biografie irgendwo ausleihen. Es waren Künstler, die mich dies fragten und ich begriff auf einmal, dass es vielen nur noch um das Wie aber nicht mehr um das Was geht.“

Im Herbst 2016 richtet die Berlinische Galerie in der Alte Jakobstraße 124-128 eine Ausstellung aus (25.11.2016–24.04.2017).

 

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Nachtrag: Wohnadressen von Hannah Höch in Friedenau

Ab Anfang 1915 wohnte sie als Untermieterin in der Brunhilde Straße 5 und Friedrich-Wilhelm-Platz 17. Ab 1917 in der Büsingstraße 16, Portal II, 102 Stufen, Vorderhaus, Mansardenwohnung mit Atelier. Von Oktober 1926 bis zum 1. November 1929 vermietete sie ihre Atelierwohnung und lebte in Den Haag. Sie kam zurück und lebte mit ihrer Freundin Til Brugman(1888-1961) wieder in die Büsingstraße 16. Nach der Trennung von Brugman zog Hannah Höch 1933 in die Rubensstraße 66 III. Am 3. November 1939 zieht sie in ihr Haus in Heiligensee.

 

 

Weiteres in Vorbereitung

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