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Kiezverstecke

17. Juli 2016

 

Die Friedenauer SPD kann auf Dilek Kolat nicht verzichten. Die Perle der Sozialdemokraten versteht es immer wieder, brenzlige Themen aus ihrem Repertoire zu streichen. Das ist zweifellos verdienstvoll, weil sie sich und ihrer Partei damit unangenehme Fragen erspart. Ihre neue Idee ist das Aufsuchen von „Kiezverstecken“ – nichts anderes als eine Abwandlung des einstigen sozialdemokratischen Stammtisches. Dazu wurde am zweiten Juni-Samstag für zwei Stunden zu einem Gang „Rund um den Varziner Platz“ eingeladen. Wohlgemerkt, am beschaulichen Varziner Platz und nicht einhundert Meter weiter am umstrittenen Güterbahnhof. Wer ihr das wieder eingeredet hat? Angekündigt wurden „alte Hüte“, der rund um die Uhr geöffnete Rossia-Laden mit Spezialitäten aus Osteuropa, der nette Südkramdealer mit Café und Schokoladen, und auch das Cosima, in dem, „Wetten dass …?“, Frau Kolat noch nie gesessen hat.

 

Neu und geradezu wagemutig war allerdings der Besuch bei den Scooterhelden. In diesem Shop für Elektroroller sollen ihre Mitläufer sofort „von grenzenloser Freiheit elektrisiert“ werden. Das kann ja vor dem Wahlkampf nicht schaden. Die Frage ist nur, zu welchem Modell man greifen soll. Da die Freiheit Grundlage unseres selbstbestimmten Lebens überhaupt ist, raten wir zum Scuddy. Dieser Elektroroller auf drei Rädern wird in zwei Versionen angeboten, für den „gemütlichen Fahrer mit 20 km/h, für den dynamischen Fahrer mit 35 km/h Spitzengeschwindigkeit“. Den Revoluzzer mit einem eingebauten Tempomat gibt es für Fahrer mit gehobenem Anspruch, was bedeutet, dass man beim Erreichen der gewünschten Fahrgeschwindigkeit, einfach auf den roten Knopf drückt und die gespeicherte Geschwindigkeit erhalten bleibt. Das Hoverboard ist ein zweirädriges Brett, was „irre Spaß macht“. Da steht der Nutzer auf zwei über eine Achse verbundenen Plattformen und lenkt das Gefährt per Gewichtsverlagerungen. Das alles mag gutgehen, wenn der Fahrer nicht das Gleichgewicht verliert. Die zum Varziner Platz anreisende Gästeschar sollte sich von den Kolatschen Empfehlungen nicht kirremachen lassen, weil das Ding ein „gefährlicher Spaß“ ist, der „ernsthafte Gefahren für Leib und Wohnung birgt“. Vorsorglich wird schon mal darauf hingewiesen, dass „stets Schutzkleidung in Form von Handgelenkschützern, Ellenbogenschützern und Knieschützern sowie ein Helm zu tragen sind. Sicherheit kann die bei 20 Prozent liegende „Volkspartei“ gut gebrauchen.

 

Da SPD Friedenau und Dilek Kolat keine Unannehmlichkeiten erleben möchten, muss vorher eine Anmeldung im Wahlkreisbüro erfolgen. Vorsorglich wird aber darauf hingewiesen, dass „die Platzzahl begrenzt ist“. Ein durchschaubarer Trick, weil damit unerwünschte Personen, die vielleicht Fragen nach den Bauplänen für den ehemaligen Güterbahnhof Wilmersdorf stellen könnten, jederzeit ausgeschlossen werden können. Da weiß man, wo man dran ist.

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© Peter Hahn