Eduard Bernstein (1850-1932)

 

Sie mochten ihn nicht …

weil er die Macht der Tatsachen gegen ihre liebgewonnenen Glaubenssätze ins Feld führte – und weil er auch noch recht hatte. Gemeint ist Eduard Bernstein, geboren am 6. Januar 1850 und gestorben am 18. Dezember 1932, Führender SPD-Theoretiker, Stadtverordneter und Stadtrat in Schöneberg, Mitglied des Deutschen Reichstages.

Laut Liste des Senats von 2016 wird dem Politiker und Schöneberger Bezirksverordneten Friedrich Wegehaupt (1904-2000), Widerstandskämpfer während der Nazizeit und politischer Häftling der DDR, immerhin (noch) ein Ehrengrab (Grablage: 11-282) zugestanden. Verlassen kann man sich darauf nicht. Dem Publizisten und Politiker Eduard Bernstein (1850-1932) wurde 1952 ein Ehrengrab „bewilligt“ (Grablage: Abt. 12/231). Im Jahr 2010 wurde es ihm vom rot-roten Senat wieder genommen, obwohl ihm die SPD Jahre zuvor zum 75. Todestag (2007) einen neuen Grabstein spendiert hatte.

 

Für Ehrengrabstätten ist in der Senatskanzlei ein in diesen Angelegenheiten ganz offensichtlich häufig überforderter Beamter zuständig. Für ihn und/oder die zuarbeitende Senatsverwaltung war der sozialdemokratische Theoretiker offenbar „jwd“ und nicht mehr „würdig“. Nun, nach Protesten der SPD, hat Eduard Bernstein seinen roten Ehrengrabziegelstein wieder. Was aber macht die Senatskanzlei in 20 Jahren, wenn die Eisackstraße ganz aufgegeben und, was nach dem florierenden Neubauwahn zu erwarten ist, natürlich nur mit sozialverträglichen Wohnungen entlang der Autobahn bebaut wird?

Eduard Bernstein: Verkannter Vordenker

ePaper

Eduard Bernstein: Der pragmatische Genosse

ePaper

Eduard Bernstein und sein Ehrengrab

ePaper

 

Weiteres in Vorbereitung

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
      Twitter & Facebook      © friedenau-aktuell, 2017