Manfred Miersch, Grabmal Dreidoppel. Konstruktionszeichnung, 1999

Doppelgrab Wildt-Dreidoppel

 

Die Konstruktionszeichnung für das Doppelgrab Wildt-Dreidoppel (Abt. 31/4-5) schuf der Berliner Künstler Manfred Miersch (geb. 1961). Manfred Mierschs bildkünstlerische skulpturale Werke werden von Experten als Konzeptkunst charakterisiert. Nach dem Tod seiner Ehefrau Monika Wildt-Dreidoppen (23.1.1938-8.10.1999) entwickelte Heinrich Dreidoppel gemeinsam mit Manfred Miersch die Idee zu dieser besonderen Grabgestaltung.

 

„Um einerseits der optischen Dominanz der damaligen, rechts gelegenen Nachbargrabstätte mit zwei dunklen Bäumen etwas entgegen zu setzen, und andererseits um die übliche zentrale Aufstellung eines Grabsteins zu vermeiden, bildeten Asymmetrie und Abgrenzung hier die herrschenden Gestaltungsideen, die mit niedrigen Mauern rechts und links, der Schwelle vorne und der asymmetrischen Aufstellung der beiden Pulte oder Podeste aus Kalkstein realisiert wurden. In das Pult rechts wurde ein herausnehmbarer hölzerner Sattel integriert, links dient das Pult als Ablagefläche für Erinnerungssteine.

 

 

Namen und Daten des Ehepaars Wildt-Dreidoppel sind links und rechts in römischer Versalschrift mit Metall in die sich zur Schwelle senkenden Rundungen der Mauern eingeschrieben. Mit dem Sitz auf dem Grab und der anfänglichen Bepflanzung der Grabfläche mit Farnen und Christrosen hinten und Erdbeeren und Waldmeister vorne empfand ich unsere Grabstätte von Anfang als einen Privatgarten auf dem Friedhof Stubenrauchstraße.“ h3d

 

Heinrich Dreidoppel

Zeichnungen vom Friedhof Stubenrauchstraße

 

Die nachfolgenden Zeichnungen von Heinrich Dreidoppel entstanden 2010 auf dem Friedhof Stubenrauchstraße. „ In jenen superheißen Augusttagen war das für mich damals ein kleines Projekt, an das ich mich gern erinnere, zumal ich beim Zeichnen etliche Mäuse und Eichhörnchen um mich herum beobachten konnte. Dauernd stieß ein großer Raubvogel, der seinen Horst in einem der großen Bäume hatte, durchdringende gellend-spitze Schreie aus“. Heinrich Dreidoppel (geb. 1938) studierte von 1958 bis 1962 an der Kunstakademie Düsseldorf Zeichnung, Malerei, Grafik, Kunsterziehung und von 1962 bis 1965 Germanistik an der Universität Köln. Von 1989 bis 2003 war er Professor für „Zeichnen, Malen und vermittlungsorientierte Theoriebildung“ am Fachbereich Bildende Kunst der Universität der Künste Berlin. Seine 1990/91 entstandenen „Stadtzeichnungen Berlin-Mitte“ wurden 2013 in den Räumen der Friedenauer Kammerkonzerte erstmals ausgestellt. Seit 2015 gehören sie zur Grafik-Sammlung des Deutschen Historischen Museums Berlin. Heinrich Dreidoppel lebt in Friedenau.

 

Mit seiner freundlichen Erlaubnis zeigen wir seine Zeichnungen von Gräbern des Friedhofs Stubenrauchstraße erstmals auf dieser Website.