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Aktuelle Planung

Bebauungsplan mit dem parallel zu Güterzugtrasse, S-Bahn-Ring, Autobahn und Wexstraße geplanten etwa 500 Meter langen und 71,0m bis 84,0m über NHN hohen Gebäuderiegel. Quelle: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, 2016. Veröffentlicht im Rahmen des Bürgerbeteiligungsverfahrens.

Nachwuchs in Friedenau

Quelle: Grüntuch Ernst Architekten. Veröffentlicht vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg im Rahmen des Bürgerbeteiligungsverfahrens.

Ein neues Stadtquartier entsteht nahe Innsbrucker Platz

Stadtteilzeitung Schöneberg, 01.04.2016

Von Ottmar Fischer

 

Als noch Bahn und Schiff das Hauptverkehrsmittel für Güter waren, entstanden in Berlin ringförmig Häfen und Güterbahnhöfe. Doch sind diese Zeiten lange vorbei. Auch der Güterbahnhof Wilmersdorf ist seit Jahrzehnten Geschichte und wartet seitdem auf eine neue Bestimmung. Den Anwohnern ist das Gelände zwischen Handjerystraße und Hauptstraße im Laufe der Zeit ins Jenseits einer undefinierbaren Brache entrückt und allenfalls Hundebesitzern noch näher bekannt. Doch auch diese Zeit geht nun zu Ende.

 

Am 28.10.2009 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung städtebauliche Leitlinien für das seitens der Bahn zum Verkauf bestimmte Gelände. Und sie verteidigte ihre darin festgelegten Ziele seitdem erfolgreich gegen Pläne unterschiedlicher Interessenten, die dort abwechselnd etwa einen Möbelmarkt oder großflächigen Einzelhandel errichten wollten. Mit dem Hamburger Projektentwickler BÖAG meldete schließlich ein Investor sein Interesse an, der in ersten Gesprächen mit dem Bezirksamt seine Bereitschaft zur Entwicklung des Geländes auf der Grundlage des beschlossenen Leitbildes erklärte.

 

Er bekam allerdings durch die damals neu ins Amt gewählte Stadträtin für Stadtentwicklung, Sibyll Klotz (Die Grünen), auch gleich ein vorgezogenes Bürgerbeteiligungsverfahren von bis dahin unbekanntem Ausmaß aufgedrückt. Doch erwies sich der Investor während des gesamten Zeitraums der Entscheidungsfindung als ungewöhnlich kooperativ.

 

Es begann mit einer brechend vollen Auftaktveranstaltung im November 2012, der zwei weitere gut besuchte Veranstaltungen folgten. Im Laufe des Verfahrens wurden 120 Vorschläge aus der Bevölkerung aufgenommen, die zum Teil zwar jenseits des beschlossenen Leitbildes lagen, wie etwa die Schaffung einer reinen Grünzone, oder die unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen würden, wie die Errichtung einer Fußgängerbrücke vom neuen Quartier in den Volkspark, und die deswegen verworfen wurden. Doch fanden zahlreiche Vorschläge Eingang in die weiteren Überlegungen. Dazu gehören etwa ein Abstand von 30m zwischen den Altbauten in der Bennigsenstraße und den Neubauten, sowie eine gestaffelte Höhe der Bauten im neuen Quartier, wobei die Bennigsenstraße das Maß für die nächstgelegene Reihung vorgibt. Oder eine über den Bedarf der zukünftigen Quartiersbewohner hinausgehende Auslegung der Tiefgarage, so dass auch die Alt-Friedenauer Nachbarschaft hier Parkplätze finden kann.

 

Am 19.6.2014 wurde dann in einer weiteren Versammlung unter zwei vorgelegten Entwürfen die Variante 2 des Konsensplans von Czerner Götsch Architekten mit großer Mehrheit zur weiteren Konkretisierung ausgewählt. Wesentliche Merkmale dieses Rahmenplans sind die Erhaltung der vorhandenen Böschung zur Be-nigsenstraße, die Anlage eines Verbindungswegs für Fußgänger und Radfahrer zwischen Handjerystraße und Hauptstraße direkt an der Böschung, die Zugangsmöglichkeit zum Quartier von der Lauterstraße aus, die Anlage eines zentralen Grünzuges zwischen der offenen Gebäudeformation und dem Gebäuderiegel an der Lärmschutzwand längs der Autobahn, zwei Kinderspielplätze und zwei Stadtplätze, sowie die Errichtung einer Kindertagesstätte, die zwar auf Kosten des Investors entsteht, die aber kostenfrei dem Bezirk übereignet wird, wie übrigens auch die gesamte Durchwegung und Begrünung.

 

Vorläufiges Endergebnis

Am 17. März hat nun das mit der Fortentwicklung zur Planreife beauftragte Büro Grüntuch Ernst Architekten im Beisein von auskunftsfreudigen Vertretern des Bezirksamts und des Investors BÖAG in einer Stelltafel-Präsentation den Verfahrensstand vorgestellt. Danach entstehen von insgesamt 940 Wohnungen 25% im sozialen Wohnungsbau durch eine städtische Wohnungsbaugesellschaft, worüber sich die BVV-Fachpolitiker Kühne (Grüne) und Seltz (SPD) sehr zufrieden zeigten. Die übrigen Vorhaben werden in Einzelprojekten an Interessenten wie Pensionskassen, Baugruppen und Genossenschaften weitergereicht, die auch Eigentumswohnungen anbieten werden. Auf Befragen zeigten sich Architekten und Investoren gleichermaßen davon überzeugt, dass die unterschiedlichen Auftraggeber gleichsam naturwüchsig auch für ein individuelles Gesicht der einzelnen Bauwerke sorgen werden. Am Eingangsplatz in Richtung Hauptstraße werden Gewerbebauten für die Nahversorgung entstehen, wobei die größte Einzelfläche auf 2.100 qm begrenzt wurde, was dem Investor allerdings nicht leicht fiel. Die als Gehweg ins Quartier verlängerte Lauterstraße wird die Trennlinie für die Verkehrsführung bilden, um die zukünftige Mehrbelastung der anliegenden Straßen auszusteuern. Ein Viertel der Bewohner wird die Handjerystraße nutzen, drei Viertel des Verkehrs wird die Hauptstraße aufnehmen.

 

Stadtentwicklungsamtsleiter Kroll, der mit wachsamem Blick die Entwicklung der Planung auch anregend begleitet hat, wies im Gespräch mit der Stadtteilzeitung auf die gelungene Gestaltung der Lärmschutzwand hin, die über die gesamte Breite des Quartiers den Lärm von Autobahn und Bahntrasse unschädlich machen soll. Hier wird man als Bahnreisender nicht an einer endlos langweiligen Wand vorbeifahren, wie man das sonst allzu oft erleben kann. Hier wird der Blick geradezu angezogen von einem aufgesetzten Kunstwerk aus kastenförmigen Reihungen quer zur öden Breite.

 

Nach Einschätzung der BÖAG-Vertreter wird die Realisierung des Vorhabens Anfang 2017 mit dem Bodenaustausch beginnen. Aber erst im Folgejahr wird voraussichtlich mit dem Entstehen der Tiefgarage der erste Beton auf dem Gelände zu sehen sein. Der Bauverkehr wird übrigens von der Hauptstraße aus auf das Gelände führen.

 

Anmerkung: Der Autor Ottmar Fischer gehört zur „Ehrenamtlichen Redaktion“ der Stadtteilzeitung Schöneberg, ein „Journalist“ also, der gleichzeitig für die Bürgerinitiative Breslauer Platz tätig ist, die sich auch für die Bebauung des Geländes auf dem ehemaligen Güterbahnhof Wilmersdorf engagiert.

Offener Brief von Jörg F. Simon vom 8. September 2015

Friedenau städtebaulich weiterzuentwickeln bedeutet nicht, es weiterzubauen.

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September 2014: Bahn verzichtet auf Güterinnenring!

 

Die Deutsche Bahn AG verzichtet vorläufig auf die Wieder-Inbetriebnahme des sogenannten Güter-Innenrings. Dies geht aus einer Mitteilung der Bahn zur Kenntnisnahme des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg hervor, die den Bezirksverordneten übermittelt wurde. Das erfuhr unser Mitglied Holger Wuttig, Fraktionsvorsitzender der BVV SPD-Fraktion Charlottenburg-Wilmersdorf, von seinen Tempelhofer Kollegen.

 

Die Inbetriebnahme des Innenrings war höchst umstritten und wurde auch von der Initiative Bundesplatz e.V. abgelehnt: Befürchtet wurde die Abwicklung von Güter-Fernverkehr durch die Berliner Innenstadt entlang dem südwestlichen S-Bahn-Ring zwischen Westkreuz und Neukölln. Besonders betroffen gewesen wären die Wohnlagen an der Ringbahn in Wilmersdorf, Friedenau und Tempelhof. Auch das geplante Neubauvorhaben von 850 Wohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Wilmersdorf wäre durch diese Lärmquelle beeinträchtigt gewesen. Lärmschutzmaßnahmen wurden von der DB abgelehnt, weil es formal um eine Wieder-Inbetriebnahme gegangen wäre, die Bestandsschutz hat.

 

Publiziert am 2. September 2014 von Wolfgang Severin, Initiative Bundesplatz e. V.

September 2016: Nun fahren sie doch

 

Die Berliner Morgenpost berichtete am 27.06.2016, dass ab September wieder Güterzüge über den südlichen Innenring von Halensee nach Tempelhof rollen werden. Auch in der Nacht. Die Deutsche Bahn hat den seit 1878 existierenden, aber seit 15 Jahre brachliegenden Schienenweg reaktiviert. Trotz einer Investition von rund 13 Millionen Euro wurde lediglich der alte Zustand wiederhergestellt. Auf zusätzlichen Lärmschutz hat die Bahn verzichtet. Rechtlich ist die Sachlage klar. Die Bahn hat eine bestehende Bahntrasse wiederbelebt. In diesem Fall gilt der sogenannte Bestandsschutz. Es ist kein Schallschutz erforderlich.

 

Zur Illustration des Artikels veröffentlichte die Berliner Morgenpost diese Grafik. Den kompletten Artikel finden Sie hier.

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© Peter Hahn