Güterbahnhof Wilmersdorf-Friedenau. IST-Zustand 2016. Foto H&S
Güterbahnhof Wilmersdorf-Friedenau. Alternative. Quelle: H&S, 2016

 

Alternative für den Güterbahnhof Wilmersdorf

 

Der Neubauwahn engt die Freiräume für die Allgemeinheit zunehmend ein. Die letzten Freiflächen werden zu einem bedrohten Gut. Mit dem geplanten Wohnhaus in einem Hinterhof des Bayerischen Viertels wird das verengte Konzept der Politik erschreckend deutlich. Die Vereinnahmung und Kommerzialisierung der 6,4 ha des ehemaligen Güterbahnhofs Wilmersdorf durch die BÖAG und den Bau von 940 Wohnungen für über 2000 Menschen zzgl. Kraftfahrzeugen verschärft die sozialen und ökologischen Probleme.

Der Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg hat darauf reagiert und zwischenzeitlich Grundzüge festgelegt. Danach sind „ausreichende Entwicklungsspielräume für Wohnsiedlungen insbesondere dort gegeben, wo gute Verkehrsanbindungen bestehen. Dies gilt für die vom Schienenverkehr gut erschlossenen Teile von Berlin und des Umlands“.

 

Unser Vorschlag

 

Die Struktur des Geländes „Ehemaliger Güterbahnhof Wilmersdorf“ bleibt erhalten. Sichtbar bleibt damit ein Detail der Berliner Entwicklungsgeschichte. Dazu gehören die Zugänge von der Haupt- und Handjerystraße und die Verkehrswege innerhalb des Areals mit der Kopfsteinpflasterung.

Die wesentlichen Gleisführungen und Verladerampen bleiben erhalten. Güterschuppen und Gleichstromgebäude werden einer kulturellen Nutzung zugeführt. Damit wird – nach dem Wegfall des Bürgersaals im Rathaus Friedenau – ein erforderliches Äquivalent geschaffen.

Auf der Verkehrs- und Ladefläche entstehen zwei Sport- und Spielplätze, mit denen das Friedenauer Defizit einigermaßen abgedeckt werden kann. Diese Plätze können ohne irgendwelche Beschränkungen von Anwohnern bzw. vom „Friedenauer TSC“ genutzt werden. Der Lärmschutz kann vernachlässigt werden, da die Kicker den Platz nur stundenweise nutzen – und sich seit Jahren auf dem Fußballplatz an der Lauterstraße vom Lärm nicht haben stören lassen.

Die Zugänge über die „Straße am Güterbahnhof“ von der Hauptstraße und von der Handjerystraße bleiben erhalten. Ein Treppen-Zugang von der Lauterstraße ist vorzusehen. Das Gelände ist autofrei zu halten. Das ist zumutbar, da das Areal von zwei S- und U-Bahnhöfen (Bundesplatz und Innsbrucker Platz) und diversen Buslinien zu erreichen ist.

Der grüne Wildwuchs wird grundsätzlich erhalten, insbesondere auch in den ehemaligen Gleisbetten vor den Verladerampen. Eine Ergänzung durch Grün sollte erfolgen. Berücksichtigt werden sollte jedenfalls, dass sich diese grüne „Landschaftsgestaltung“ eher am Charakter von „Wildwuchs“ als den heute üblichen lackierten Gestaltungskriterien orientiert.

 

Weiteres in Vorbereitung

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© friedenau-aktuell Powered by 1&1