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18.05.2013

22.05.2013

Wohnungsneubau in Tempelhof-Schöneberg

 

27. Juni 2014: Zur Halbzeitbilanz der Wahlperiode erklärt Bezirksstadträtin Sibyll Klotz:

 

Seit dem Jahr 2012 sind in Tempelhof-Schöneberg 1.051 Wohnungen genehmigt worden. Neben Ein- und Zweifamilienhäusern und Dachausbauten sind darin auch Mehrfamilienhäuser mit einer Wohnungszahl zwischen 5 und 192 enthalten. Sehr erfreulich ist es, dass auch städtische Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften wieder im Bezirk aktiv werden. So hat die DEGEWO 52 neue Wohnungen in Marienfelde errichtet, durch die Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz e.G. werden zwischen Töpchiner Weg und Alt-Lichtenrade 11 Wohnhäuser mit 192 Wohnungen gebaut. Damit hat der Bezirk fast die Zahl an neuen Wohnungen erreicht, die lt. Wohnungsmarktbericht der IBB zwischen 2002 und 2011 in Tempelhof-Schöneberg neu gebaut wurde.

Weitere, auch größere, Bauvorhaben sind in Vorbereitung. Das sind zum ersten die zwischen Bezirksamt, BVV und Senat abgestimmten größeren Wohnbaupotenziale, die bei deutlich über 2.000 Wohnungen liegen.

 

Tempelhofer Weg (Schöneberger Linse)   700 Wohnungen

Eythstraße/Bessemerstraße                  230 Wohnungen

Güterbahnhof Wilmersdorf                      800 Wohnungen (laut B-Plan 940 Wohnungen)

Monumentenstraße (Am Lokdepot)         220 Wohnungen

Bautzener Straße                                  250 Wohnungen

Blohmstraße                                           36 Wohnungen

Nuthestraße                                         140 Wohnungen

 

Das Bezirksamt erschließt aber auch kleinere Potenzialflächen und schließt Lücken. Einige Beispiele dafür sind:

 

Kurfürstenstraße (Schöneberg)                100 Wohnungen

Kurfürstenstraße (Tempelhof)                     26 Wohnungen

Arnulfstraße                                             30 Wohnungen

Barnetstraße/Werfelstraße                        65 Wohnungen

Columbiadamm                                        62 Wohnungen

Vorbergstraße                                          33 Wohnungen

Welserstraße                                           11 Wohnungen

Waldsassener Straße                               52 Wohnungen

Alt-Mariendorf/Großbeerenstraße               60 Wohnungen

 

Die Diskussion über weitere Potenzialflächen wird kontinuierlich fortgeführt, so dass hier noch weitere für Wohnungsbau geeignete Flächen gefunden und Lücken geschlossen werden dürften.

Bei den hauptsächlich privaten Neubauvorhaben hat der Bezirk schon bisher in städtebaulichen Verträgen im Rahmen von Bebauungsplänen erreicht, dass sich Investoren an der Errichtung von öffentlicher Infrastruktur finanziell beteiligen. Ein rechtliches Instrument, das einen verbindlichen Anteil bezahlbarer Mietwohnungen sichert und berlinweit gilt, wird derzeit vom Senat erarbeitet.

Bei folgenden größeren privaten Bauvorhaben will der Bezirk erreichen, dass bezahlbare Mietwohnungen geschaffen werden:

 

Bautzener Straße: Vertraglich abgesichert sollen dort 80% Mietwohnungen und 40% kleinere Wohnungen entstehen. Der Bezirk will erreichen, dass mindestens 25% der Mietwohnungen nach den Regeln der Wohnungsbauförderung des Senats entstehen.

 

Eythstraße/Bessemerstraße: Ein Anteil von 25% „sozialverträglicher Wohnungen“ mit einer Quadratmetermiete unter den durchschnittlichen Neubaumieten mit einer Wohnfläche unter 70 m² sowie Kita und eine öffentlich zugängliche Freifläche wird angestrebt

 

Sachsendamm/Tempelhofer Weg: Ein Vorhaben zum Bau von 300 neuen Wohneinheiten inklusive Kita. Auch hier wird die Schaffung eines Anteils von mind. 25% Wohnungen nach den Regelungen der Wohnungsneubau-förderung angestrebt.

 

Güterbahnhof Wilmersdorf: Der im Rahmen eines öffentlichen Werkstattverfahrens entwickelte Konsensplan sieht die Entwicklung eines neuen Wohnquartiers mit Dienstleistungen, Handel und Gewerbe und relevanten Grün- und Freiflächen vor. Vertraglich soll sichergestellt werden, dass 25% der Wohnungen durch städtische Gesellschaften errichtet werden bzw. als preiswerte Mietwohnungen nach den Regelungen der Wohnungsneubauförderung angeboten werden können.

 

Neben dem Neubau ist auch die Sicherung des Bestands ein wichtiges Element. Deshalb ist die Prüfung von sozialen Erhaltungsverordnungen durchgeführt worden. Ziel war es, mit den bezirklichen Möglichkeiten dazu beizutragen, die vorhandene soziale Mischung in den Kiezen zu erhalten. In einer ersten Untersuchung wurde deutlich, dass die Gebiete Barbarossaplatz/Bayerischer Platz sowie Großgörschenstraße/Kaiser-Wilhelm-Platz sich grundsätzlich als soziale Millieuschutzgebiete eignen. Im August 2013 hat das Bezirksamt einen Aufstellungsbeschluss gefasst, im Mai 2014 sind die vertiefenden Untersuchungen abgeschlossen worden. Diese haben dazu geführt, dass das Gebiet Großgörschenstraße/Kaiser-Wilhelm-Platz in zwei eigenständige Gebiete – Bautzener Straße und Kaiser-Wilhelm-Platz – unterteilt wurde. Der entsprechende Bezirksamtsbeschluss ist Anfang Juni 2014 erfolgt, die BVV hat am 18.06.2014 die nunmehr drei Gebiete beschlossen. Die Festsetzung der Gebiete ist für den Herbst 2014 geplant.

21.07.2014

OFFENER BRIEF an Frau Dr. Klotz

11. Dezember 2015

Der Brief wurde uns für die Website www.friedenau-aktuell.de von Frau Edelgard Achilles freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

 

Sehr geehrte Frau Dr. Klotz,

 

einige grüne WählerInnen in Tempelhof Schöneberg nehmen erstaunt zur Kenntnis,  dass sich eine grüne Stadträtin dermaßen unkritisch vor den Karren der Bauindustrie spannen lässt. Die Presserklärung der „Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen“ (DGNB) zum Vorzertifikat in Platin für das neue Stadtquartier Bautzener Brache erweckt sprachlich den Eindruck, als würde sie direkt aus dem Büro des HELLWEG-Baumarktbetreibers Semer kommen.

Es geht offenbar vor allem darum, sich als Investor durch den Erwerb eines Vor-Zertifikats im wirtschaftlichen Wettbewerb mit anderen Firmen einen Vorteil zu verschaffen. Auf den Inhalt kommt es den Firmen dabei anscheinend weniger an. DGNB-Präsident Alexander Rudolphi dazu: „Gerade im internationalen Umfeld hängt die Entscheidung für oder gegen ein Zertifizierungssystem vielfach mehr von der Farbe der Auszeichnungsstufe und weniger von den Inhalten und damit überprüften Qualitäten eines Gebäudes oder Stadtquartiers ab.“

 

Wer sind die Gründungsmitglieder von DGNB? Eine kleine Auswahl: Hochtief AG, Union Investment, Eternit AG, BASF SE, Bilfinger Bauperformance GmbH.

 

Stadtquartier Bautzener Straße: „Sozial und ökologisch modelhaft“ (Stadträtin Sibyll Klotz)

 

Dieses Bauprojekt ist vor allem Ausdruck der zur Zeit herrschenden Goldgräberstimmung auf dem Berliner Wohnungsmarkt. Der Investor hat beizeiten ein Grundstück ohne Baurecht äußerst günstig erworben und erhält nun das begehrte Baurecht und die damit verbundene enorme Wertsteigerung – u.a. dank Ihres starken Engagements für dieses Projekt. Bekanntlich haben sich die Grünen des Bezirks in der letzten Legislaturperiode noch für den Brüder-Grimm-Park auf der Bautzener Brache eingesetzt, z.B. auch der grüne Abgeordnete Thomas Birk meines Wahlbezirks. Nach der Wahl kam alles anders. Die Bildung der Zählgemeinschaft mit der SPD hatte offenbar zur Folge, dass etliche grüne Ziele aufgegeben wurden.

Im Gegenzug für das unglaubliche Glück, für ein Spekulationsobjekt so viel Unterstützung durch die Politik zu erhalten, bleibt die Frage, was erhält der Bezirk für dieses Geschenk als Gegenleistung. Diese Antwort würden sicher gerne viele WählerInnen wissen. Die 15 % staatlich geförderte Wohnungen des Bauprojekts werden ja wohl von den SteuerzahlerInnen finanziert.

 

Die Brache ist nicht tot, sondern lebt

 

39 geschützte Bäume wachsen auf der Bautzener Brache. Die meisten stehen seit Jahrzehnten dort und die AnwohnerInnen lieben ihren Anblick und erleben an ihnen die wechselnden Jahreszeiten, für Tiere sind sie ein bedeutsamer Lebensraum. 35 Bäume sollen nach den Plänen des Investors und des Bezirksamtes für das „ökologische“ Bauprojekt gefällt werden, lediglich vier von ihnen werden von der Motorsäge verschont werden.

Ein Investor, der vor ein paar Jahren wegen der illegalen Fällung von 185 Bäumen in Köpenick zu einem Bußgeld von 50.000 Euro verdonnert worden ist (gegen das er natürlich geklagt hat), und der für sein Bauprojekt an der Bautzener Straße fast die gesamte in Jahren gewachsene Natur abräumt (die vor Jahren illegal versiegelte Fläche könnte man super entsiegeln und urbane Gärten anlegen, z.B. für traumatisierte Flüchtlinge wie auf dem Gleisdreieckpark), erfährt eine fragwürdige Unterstützung durch die zuständige Bezirksstadträtin.

 

Die letzte unbebaute Grünfläche am Gleisdreieckpark

 

Für die vielen Menschen (beim Bau des Gleisdreieckparks wurde immer von 300.000 Bürgern gesprochen) die um das Gleisdreieck herum leben, wäre es wesentlich sozialer, diese letzte Fläche für die BürgerInnen zu öffnen und diese zugänglich zu machen. Leider war der Senat 2005 nicht bereit, die gesamte Fläche des Gleisdreiecks der Vivico abzukaufen, obwohl die Bodenpreise damals noch zivil waren. Nach der Bebauung an der Flottwellstraße, am Möckernkiez und am Yorckdreieck kommen jetzt noch zwei weitere Baufelder hinzu, u.a. sechs von vielen Anwohnern als monströs empfundene Hochhäuser auf dem Baufeld Mitte. Das alles bedeutet noch mehr Menschen, die den Park zur Erholung aufsuchen. Gleichzeitig werden durch den geplanten Bau der Stammbahn mehrere wertvolle Hektar Park verloren gehen.

Daher mein Appell an Sie und die BVV: Betonieren Sie nicht die letzte freie Grünfläche am Gleisdreieckpark zu! Statt 300 neue Wohnungen für ein paar Hundert Menschen zu schaffen, wäre es sozialer, für die 300.000 Menschen aus den dicht besiedelten Quartieren und die neuen BewohnerInnen eine zusätzliche größere Grünfläche mit Aufenthaltsqualität zu schaffen. Mehr Grün statt mehr Beton!

Nicht das Bauprojekt Bautzener Straße wäre „sozial und ökologisch“, wie Sie in Ihrer Presseerklärung schreiben, sondern eine zusammen mit den SchönebergerInnen neu zu gestaltende kreative ökologische Grünfläche auf der Bautzener Brache.

Zum Schluss meines offenen Briefes möchte ich noch freundlich daran erinnern – nächstes Jahr wird in Berlin wieder gewählt!

Mit freundlichen Grüßen

Edelgard Achilles

14.12.2015

05.04.2016

08.05.2016

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