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Kuppenheimer Straße

Original: Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Bebauungsplan Güterbahnhof Wilmersdorf, ergänzt durch das Baufeld zwischen Wex-, Kuppenheimer- und Durchlacher Straße,

Park Carré & Park Suites

 

Stadtplanung findet in Berlin offensichtlich nicht mehr statt. Solange den Bezirken die Hoheit über Bebauungspläne zugebilligt wird, solange werden sich findige Baumeister im Kielwasser von pfiffigen Investoren immer wieder das Berliner Verwaltungschaos zunutze machen. Als Beispiel stehen dafür im "Grenzbereich" zwischen den Ortsteilen Friedenau, Schöneberg und Wilmersdorf die Bauvorhaben Güterbahnhof Wilmersdorf (Bezirks Schöneberg) und Kuppenheimer Straße (Bezirk Wilmersdorf).

 

Durch eine Immobilienanzeige im „Tagesspiegel“ am 7. Mai 2016 wurde bekanntr, dass die PROJECT Immobilien Wohnen AG Nürnberg in einem ersten Bauabschnitt das Park Carré mit 73 Eigentumswohnungen und gleich nebenan die Park-Suites mit 207 Ein-Zimmer-Apartments errichtet. „Das Park Carré entsteht an der Ecke von Durlacher Straße und dem Fußweg Kuppenheimer Straße. Nicht einmal 100 Meter entfernt befindet sich der Volkspark. Anschluss an das S- und U-Bahn-Netz bietet der nahe gelegene Bundesplatz und die Stadtautobahn A100 erreichen Sie von der Durlacher Straße aus in nur zwei Minuten.“ Für Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen zwischen 38 bis 129 m² und zu Preisen von 149.000 € bis 849.000 € ganz sicher „ideal geeignet als renditestarke und krisensichere Kapitalanlage“.

 

Die so romantisch als Fußweg bezeichnete Kuppenheimer Straße ist auch für Ortskundige kaum ein Begriff. Sie liegt zwischen Durlacher- und Wexstraße und verläuft parallel zum Flachbau von ALDI. Der Name des badischen Ortes Kuppenheim hat mit Preußen zu tun. Er soll an das Gefecht vom 25. Juni 1849 erinnern, bei dem die preußischen Interventionstruppen unter Oberbefehl von Prinz Wilhelm, dem späteren Kaiser Wilhelm I., für das Ende der Badischen Revolution sorgten.

 

Der eifrige Kriegsberichterstatter Theodor Fontane war damals an Ort und Stelle und berichtet in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ auch über das „Ruppiner Garnison Regiment Mecklenburg-Schwerin Nr. 24“ und dessen Feldzug: „Das Gefecht bei Kuppenheim stand eine Zeitlang nicht allzu günstig für uns. Das Erscheinen des 24. Regiments war entscheidend. Die Freudigkeit, mit der es ins Gefecht ging, ist über alles Lob erhaben, und bald waren auch das verlorengegangene Terrain und noch mehr gewonnen. Damit war der Feldzug abgeschlossen. Die Verluste in Baden: 3 Tote, 18 Verwundete.“ Das ist Geschichte.

 

Interessanter dürfte im Hinblick auf die Kapitalanlage bzw. das zukünftige Wohnen die Information sein, dass genau vor den Fenstern die Autobahnauffahrt Wexstraße und die sechsspurige Stadtautobahn A100 liegt. Doch damit nicht genug. Unmittelbar dahinter folgen die S-Bahn nebst zwei nächtlichen Abstellgleisen und eine zweigleisige Güterzugtrasse, auf der im September 2016 der Verkehr mit Dieselloks aufgenommen wird.

 

Doch damit immer noch nicht genug. Hinter diesen Verkehrsanlagen soll ein über 500 Meter langer und 68,5 m über NHN hoher Gebäuderiegel entstehen, der ein geplantes Wohngebiet für 940 Wohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Wilmersdorf vor dem Verkehrslärm schützen soll. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ist davon auszugehen, dass der Gebäuderiegel den Schall zurückwirft. Da das den Bewohnern von Park Carré und Park-Suites nicht gut tun wird, weisen die Immobilienverkäufer im Prospekt vorsorglich schon mal daraufhin, dass innerhalb der neuen Anlage ein „ruhiger Innenhof mit großer Grünanlage“ vorgesehen ist.

Die Veröffentlichung der Animationen erfolgt mit freundlicher Genehmigung der PROJECT Immobilien Wohnen AG Nürnberg.

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© Peter Hahn