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Friedenauer Gedenktafeln

Die „Berliner Gedenktafel“ aus Porzellan der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) wurde 1985 in Vorbereitung der 750-Jahr-Feier der Stadt im Jahr 1987 eingeführt. Kriterium der zu Ehrenden sind die Leistungen für oder in Berlin, die auch von überregionaler Bedeutung sind. Damals wurden die Gedenktafeln durch die Berliner Sparkasse gesponsert. Nunmehr muss ein Antragsteller eine Kostenübernahmeerklärung über etwa 2500 Euro abgeben, vom Eigentümer des Anbringungsortes muss dessen schriftliches Einverständnis zur Anbringung vorliegen und die Bezirksverordnetenversammlung muss ihr positives Votum abgegeben haben. Anschließend erstellt die Historische Kommission zu Berlin e. V. im Einvernehmen mit dem Antragsteller den Text für die Gedenktafel. Abschließend sorgt der Antragsteller für die Anbringung der Tafel, die in das Eigentum des jeweiligen Bezirksamtes übergeht.

Friedenau, immer wieder als Ort von Künstlern, Literaten, Wissenschaftlern und Politikern besungen, hat von den offiziellen Berliner Gedenktafeln kaum etwas abbekommen: Die Porzellane für Max Bruch, Comedian Harmonists, Kurt Hiller, Hannah Höch und Adam Kuckhoff dokumentieren der Nachwelt nur ansatzweise, was Friedenau einst als „Künstlerort“ war.

Neben diesen eher „offiziellen“ Gedenktafeln, für die von der Historischen Kommission zu Berlin manch fehlerhafte, fragwürdige und auch peinliche Texte geliefert wurden, existieren in Friedenau eine Reihe eher durch „Privatinitiative“ geschaffene Gedenktafeln, darunter für Karl Schmidt-Rottluff, Uwe Johnson und Karl Kautsky.

Es würde Friedenau gut tun, wenigstens darüber nachzudenken, ob Gedenktafeln für Max Schreck (Albestraße 5), Max Herrmann-Neiße (Stierstraße 14/15), Blandine Ebinger & Friedrich Hollaender (Dickhardtstraße 44), Elfriede Mechnig & Erich Kästner (Niedstraße 5), Emil Rudolf Weiß (Goßlerstraße 27), Ehm Welk (Laubacher Straße 16), Otto Mueller (Varziner Straße 9), Erwin Magnus (Isoldestraße 1), Leon Jessel (Ortrudstraße 2) Max Frisch (Sarrazinstraße 8), Uwe Johnson (Stierstraße 3), Valentino Casal (Görresstraße 7) oder Walter Trier (Elsastraße 2) nicht angebracht wären.

 

Diese Form des Gedenkens wäre eine sinnvolle zweite Erinnerungslinie neben den zahlreichen „Stolpersteinen“, die in den Straßen Friedenaus an Opfer der Nationalsozialisten mahnen, ohne dass deren Persönlichkeit und Lebensweg wirklich deutlich wird. Die Gedenktafeln würden das Bild des Ortsteils für Bewohner und Besucher erst richtig abrunden.

 

Wir stellen zur Diskussion, wobei Gestaltung und Texte nur als erste Vorschläge anzusehen sind:

 

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© Peter Hahn