Name seit dem 12. Januar 1892, vorher Straße 9. Benannt nach dem italienischen Bildhauer Antonio Canova (1737-1822). Die Straße führte ursprünglich von der Thorwaldsenstraße über die Rubensstraße bis zum Grazer Damm. Der Straßenteil zwischen Rubensstraße und Grazer Damm wurde 1960 entwidmet und gehört seither zum AVK-Gelände.

 

 

Canovastraße, Plan von 1901

Canova und der Tanz

 

Antonio Canova (1757-1822) hatte eine Passion für den Tanz. Das begann als pubertierender Jüngling, als er mit seinem Freund Antonio D'Este unschuldige Mädchen beim Tanzen beobachtete. Später schuf er dann lebensgroße Tänzerinnen in Marmor. Drei davon wurden im letzten Jahr in der Ausstellung „Canova und der Tanz“ im Bode-Museum gezeigt: „Tänzerin mit den Händen in den Hüften“ (aus der Eremitage St. Petersburg), „Tänzerin mit dem Finger am Kinn“ (als Modell aus dem Museo Canova Possagno) und „Tänzerin mit Zimbeln“ (aus der Berliner Skulpturensammlung).

 

Canova hatte eine Vorliebe für die Gestaltung scheinbar schwereloser Körper. Sie waren sein Ideal von weiblicher Anmut. Mit 14 Jahren begann er eine Bildhauerlehre, mit 18 war er Bildhauer. Als er starb, wurde sein Körper in einem Mausoleum in der Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari in Venedig begraben, aber sein Herz kam in eine Porphyrvase der Accademia di belle arti di Venezia.

 

 

 

In seinem Geburtsort Possagno entstand als „Pantheon“ eine Pfarrkirche, der „Tempio Canoviano“ und in seinem Geburtshaus die „Gipsotheca Canoviana“, in der jene in Ton und Terracotta ausgeführten Modelle seiner Marmorstatuen zu betrachten sind, die sein Stiefbruder Sartori nach dem Tod von Antonio Canova gesammelt hatte. Bemerkenswert an dieser Präsentation sind die Modelle mit einer Vielzahl von Punkten, an denen sich Canova bei der Umsetzung von Gipsmodell zur Marmorskulptur orientieren konnte.

 

 

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Unweit von Canovastraße und Auguste-Viktoria- Krankenhaus wurde im Jahre 1924 die Kleingartenkolonie „Canova“ gegründet. Als Ende der 1930er Jahre der Grazer Damm angelegt wurde, musste das Kleingartengelände verkleinert werden. Auf dem Gelände entstand die Bebauung zwischen Grazer Damm und Riemenschneiderweg. Als Hitlers Generalbauinspektor Albert Speer für die Reichshauptstadt die Nord-Süd-Achse und den Südbahnhof projektierte, wurden die Kleingärten gekündigt. Da der Zweite Weltkrieg und alles ganz anders kam, konnten ab etwa 1949 wieder Parzellen vergeben werden. 1972 wurde die Kolonie im Flächennutzungsplan als Dauergrünfläche ausgewiesen. 1973 entstand der  „Kleingartenverein Canova“. Ohne die Einwände und Eingaben der Kleingärtner zu berücksichtigen, beschloss das Bezirksamt Schöneberg im Jahr 1993 den Bau einer Kindertagesstätte inmitten der Anlage. 14 Kleingärten mussten weichen. Die Kolonie wurde auseinandergerissen und in zwei räumlich getrennte Teile zerlegt.

 

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