Offizieller Name seit dem 29.4.1884. Die Straße war bereits seit 1873 so bezeichnet. Benannt nach dem Kaufmann Johann Christian August Sponholz (1827-1907). Er ließ das Land ab 1873 parzellieren und sorgte zusammen mit weiteren Terraingesellschaften und Banken für den Bau des Eisenbahn-Stationsgebäudes Friedenau – auf Schöneberger Gebiet. Ab 1874 konnten die zwischen Berlin und Potsdam verkehrenden Lokalzüge in Friedenau halten.

Liegenschaftsbuch von 1875. Archiv Lutz Sponholz
Johann Christian August Sponholz. Archiv Lutz Sponholz

Johann Christian August Sponholz (1827-1907)

 

Namensgeber der Straße ist Johann Christian August Sponholz (1827-1907). Nachdem Johann Anton Wilhelm Carstenn 1871 mit Genehmigung des damals zuständigen Kreises Teltow dem Rittergut Deutsch-Wilmersdorf einige Hundert Morgen abgekauft hatte und über den „Landerwerb- und Bauverein auf Actien“ einen Bebauungsplan für eine Siedlung Friedenau hatte erstellen lassen, kam auch der August Sponholz auf die Idee, am östlichen Rand und schon auf der Gemarkung Schöneberg Grundstücke zu erwerben.

Auf dem Plan von 1876 ist „seine“ Straße bereits eingezeichnet – namenlos. Bereits ab 1873 ließ er das Land parzellieren. Für beide Straßenseiten wurden Mietshäuser mit zwei und drei Geschossen konzipiert, großzügige Wohnungen zwischen 130 und 230 Quadratmetern, Parkett, Flügeltüren, Balkone, Vorgärten und immer mit einem Stückchen Grün hinter den Häusern. Die Entwürfe stammen durchweg von Maurermeistern, die zugleich als Bauherrn fungierten. Dafür stehen die unter Denkmalschutz stehenden Häuser mit den Nummern 4a, 4b, 8, 23, 24, 31 und 49 aus den Jahren 1885 bis 1891. Eine Ausnahme bildet das aus gelb-roten Sichtziegeln erstellte Landhaus Sponholzstraße 33 Ecke Semperstraße 1, das der Architekt Max Nagel 1885 für die Besitzer der Tapetenfabrik, Glasmalerei und Kunstglaserei Gebrüder Hildebrandt geschaffen hatte. Am 29. April 1884 erhielt die etwa einen Kilometer lange Straße den amtlichen Namen Sponholzstraße.

In der Nähe fuhren auf den Gleisen der Stammbahn seit 1838 die Züge zwischen Berlin und Zehlendorf – ohne Halt in dieser Gegend. August Sponholz verbündete sich mit den Friedenauer Terraingesellschaften. Sie sammelten Geld für den Bau eines Stationsgebäudes und Sponholz schenkte der Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahngesellschaft obendrein noch 200 Quadratmeter Land für die Station. Am 1. November 1874 wurde ein erster Bahnhof „Friedenau“ in Betrieb genommen..

 

 

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