Bedürfnisanstalt am Maybachplatz, nach 1910

Bedürfnisanstalt Maybachplatz

Architekt Hans Altmann, 1902

(heute Perelsplatz)

 

Am Ostrand des Maybachplatzes hat der Friedenauer Gemeindebaurat und Architekt Hans Altmann 1909 eine eingeschossige Bedürfnisanstalt errichtet. Der Fachwerkpavillon mit geschwungenem und schiefergedecktem Bohlenbinderdach hat zwei Zugänge. Im Osten zur Lauterstraße hin befand sich der Eingang zum Pissoir für das Stehpinkeln von Männern. Zum Westen hin entstand als halboffene Laube ein Vorraum zum Toilettenzugang für Damen.

Das unter Denkmalschutz stehende Häuschen war lange Zeit als „Parkoase“ ein beliebter Treffpunkt. Da der Betreiber und das Bezirksamt keine Einigung für das unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten äußerst schwierig zu betreibende Café erzielen konnten, gab der Pächter auf – zurück blieb ein Schandfleck.

 

 

Der Perelsplatz hieß von 1873 bis 1884 Berliner Platz, danach bis 1961 Maybachplatz, benannt nach dem preußischen Handelsminister und Minister für öffentliche Arbeiten Albert von Maybach (1822-1904). Über viele Jahrzehnte wurde die Grünanlage auch als „Birkenwäldchen“ bezeichnet, da die ursprüngliche Bepflanzung von Birken dominiert war. Die Gestaltung des Platzes wurde 1907 nach einem Entwurf von Gartenbaudirektor Fritz Zahn (1872-1942) ausgeführt. Das Typische ist verloren gegangen, weil inzwischen eine große Artenvielfalt an Bäumen und Sträuchern entstanden ist. 1961 wurde die Anlage in Perelsplatz umbenannt, zur Erinnerung an Friedrich Justus Perels (1910-1945), der von 1920 bis 1929 Schüler des damaligen Gymnasiums war. Der Widerstandskämpfer und Jurist der „Bekennenden Kirche“ wurde am 2. Februar 1945 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 erschossen.

 

Die ehemalige Bedürfnisanstalt wird seit Anfang September 2016 saniert. Nach Abschluss der Arbeiten soll in einem Interessenbekundungsverfahren ergründet werden, ob sich ein privater Anbieter für eine gastronomische Nutzung finden läßt, der dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg die Leistungen für Unterhalt und Betrieb erspart. Nicht erspart bleiben dem Bezirksamt Antworten zur verkommenen Grünanlage, zu den Wegen, zum Sintflutbrunnen und einer fehlenden Toilettenanlage für die Cafégäste und die Nutzer des Spielplatzes.

 

 

Weiteres in Vorbereitung

Druckversion Druckversion | Sitemap
      Twitter & Facebook      © friedenau-aktuell, 2017