Die Schmargendorfer Straße verbindet den Friedrich-Wilhelm-Platz mit dem Breslauer Platz. Der Name existiert seit dem 26. Oktober 1875 – ursprünglich gedacht als Orientierung, da der Weg direkt in das benachbarte Schmargendorf führt. In dieser Straße sind bis heute Landhäuser aus den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts erhalten, deren Entwürfe von den namhaftesten Architekten des frühen Friedenauer Landhausbaus geschaffen wurden: Franz Dreßler, Otto Hoffmann und Max Nagel. Die ein- und zweigeschossigen Landhäuser in Rohziegelbauweise sind typisch für die Kolonie und in dieser Ansammlung einmalig in Friedenau.

 

Schmargendorfer Straße zwischen Friedrich-Wilhelm-Patz und Renée-Sintenis-Platz. Google/H&S, 2019
Schmargendorfer Straße Nr. 14. Topographie Friedenau, 1988

Schmargendorfer Straße Nr. 14

Baudenkmal Landhaus

Entwurf Franz Dreßler

Bauherr Geheimer Registrator A. Bauer

1882-1883

 

Das eingeschossige, vierachsige, traufständige Landhaus ist ein gelber Rohziegelbau mit einem zweigeschossigen Mittelrisalit, vor dem eine kleine Terrasse liegt und der mit einem Quergiebel gedeckt ist. Der Grundriss (14,0 x 9,5 Meter) folgt dem Sechsfelder-Schema. Der Eingang liegt an der Gartenseite und führt in ein kleines Vestibül mit einer Treppe ins Obergeschoss. Vom Vestibül aus sind alle Räume an der Straßen- und der Gartenseite zu erreichen. Die Garage im westlichen Bauwich wurde später angebaut. Topographie Friedenau, 2000

 

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Schmargendorfer Straße Nr. 15. H&S, 2019

Schmargendorfer Straße Nr. 15

Baudenkmal Landhaus

Entwurf Architekt Otto Nagel

18882

Umbau

Entwurf E. Kreuschmer

1901

Bauherr Regierungssekretär A. Szlathohlawek

 

Das freistehende eingeschossige, giebelständige Haus auf einem quadratischen Vierfelder-Grundriss ist ein gelber Rohziegelbau mit reicher farbiger Ziegeldekoration und einem auffallenden dreieckigen Erker im Giebel des ausgebauten Dachgeschosses. Das Haus wird seitlich erschlossen.

Topographie Friedenau, 2000

 

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Schmargendorfer Straße Nr. 16. H&S, 2019

Schmargendorfer Straße Nr. 16

Baudenkmal Landhaus

Entwurf Maurermeister Franz Dreßler

Bauherr Sekretär G. A. Küttner

1882-1883

 

Das zweigeschossige, traufständige Haus, ein gelber Rohziegelbau mit Quergiebelüber dem Mittelrisalit, war ursprünglich nur ein eingeschossiger Bau mit vier Achsen und einem zweigeschossigen Quergiebel. In den dreißiger Jahren wurde es jedoch nach Osten und Westen erweitert und aufgestockt. Topographie Friedenau, 2000

 

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Schmargendorfer Straße Nr. 21. H&S, 2019

Schmargendorfer Straße Nr. 21

Baudenkmal Mietshaus

Entwurf Maurermeister Wilhelm Bröse

Bauherr Oberlehrer Fröhlich

1891-1893

 

Die symmetrische Straßenfassade des viergeschossigen, zwölfachsigen Mietswohnhauses zeigt durch das verputzte Erdgeschoss und die drei Ziegel-Obergeschosse mit den Putzbänderungen und Gurtgesimsen eine horizontale Gliederung; die Fassade erfährt eine vertikale Betonung durch zwei symmetrisch angeordnete Standerker mit Altanen im dritten Obergeschoss. Die Fensterfaschen und -verdachungen sind ebenfalls in weißem Putz ausgeführt. Das durchlaufende dritte Obergeschoss wird von einem kräftigen Konsolgesims abgeschlossen. Auch die Hoffassade ist reich gegliedert und dekoriert. Durch den Abbruch des Landhauses auf dem Grundstück Schmargendorfer Straße 20 am Friedrich-Wilhelm-Platz für die Aufweitung der Schmiljanstraße in den siebziger Jahren hat das Haus Nr. 21 seine bauliche Einbindung auf der Ostseite verloren, der Giebel steht frei zum Platz. Topographie Friedenau, 2000

 

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Schmargendorfer Straße Nr. 22. H&S, 2019

Schmargendorfer Straße Nr. 22

Baudenkmal Landhaus

Entwurf Otto Hoffmann

Bauherr Prof. Dr. E. Winkler

1888-1889

 

Das Haus ist ein ursprünglich eingeschossiges, später aufgestocktes, traufständiges Landhaus mit Risalit, vorspringendem Erker und Quergiebel. Es ist ein gelber Rohziegelbau mit roten Ziegelbändern und farbig glasiertem Ziegelfries über dem Erdgeschoss. Der annähernd quadratische Bau mit Vierfelder-Grundriss wurde 1888-89 von Otto Hoffmann für Professor Dr. E. Winkler erbaut und schon vier Jahre später durch einen Anbau im westlichen Bauwich erweitert. Topographie Friedenau, 2000

 

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Schmargendorfer Straße Nr. 24-25 A. H&S 2019

Schmargendorfer Straße Nr. 24, 25 und 25 A

 

Die Nummerierung der Grundstücke Schmargendorfer Straße Nr. 24, 25 und 25 A bezieht sich auf das heute gültige Liegenschaftskataster. Im März 1882 erwarb Carl Lorenz, bisher am Dorotheenstädtischen Realgymnasium tätig, vom „Landerwerb- und Bauverein auf Aktien“ in der damals noch ziemlich unbebauten Schmargendorfer Straße das Grundstück Nr. 25 A. Den Entwurf für das „zweigeschossige, vierachsige Landhaus auf quadratischem Vierfelder-Grundriss (13 x 13 Meter) lieferte der Architekt Max Nagel. Bauherr des kubischen Rohziegelbaus mit dem verdecktem Flachdach und einem seitlich angelegten Treppenhaus war der Lehrer Carl Lorenz“ (Topographie Friedenau, 2000). In diesen Räumen eröffnete er am 25. März 1883 eine Knabenschule: „Eigentümer Dr. phil. Carl Lorenz, Vorsteher einer Höheren Knabenschule mit Pensionat“.

 

Zeitgleich entstand auf der Doppelparzelle ein weiteres Gebäude (Nr. 24) nach einem Entwurf von Architekt Otto Hoffmann. „Das eingeschossige, traufständige, vierachsige Landhaus wurde auf einem Vierfelder-Grundriss (11,0 x 9,5 Meter) ausgeführt. Es ist ein gelber Rohziegelbau mit einem Rhombenmuster an den Giebelwänden aus roten Ziegeln und weist ein zweigeschossiges Querhaus mit Querdach auf. Der Eingang an der Ostseite erfolgt durch eine Vorlaube aus Holz“ (Topographie Friedenau, 2000). Bauherr und Eigentümer war der Lehrer und Leutnant der Reserve Helmut Bach. Neben ihm wohnten 1886 im Haus „Bach, R. Hauptmann a. D. sowie Bach, Th. Major a. D.“ Knapp zehn Jahre später waren die Bachs aus der Schmargendorfer Straße verschwunden.

 

Es braucht nicht viel Phantasie dazu, um sich vorzustellen, dass Lorenz einige Schwierigkeiten zu überwinden hatte. Da waren Georg und Albert Roenneberg, die von 1875 bis 1902 die Geschicke von Friedenau ganz wesentlich bestimmten, da waren ihre Schwestern Melida und Henriette, die seit 1873 in ihrem Haus Moselstraße Nr. 5 eine private Mädchenschule betrieben. Als die Kommune endlich erkannte, dass sie sich auch um die Schulbildung zu kümmern hatte, was letztendlich 1890 zum Bau des Schulgebäudes und die erste öffentliche Höhere Lehranstalt für Knaben in der Albestraße führte, wandelte Carl Lorenz seine Knabenschule in eine Mädchenschule um. Das starke Wachstum der Schule zwang ihn, 1891 das Nebengrundstück (Nr. 24) zu erwerben. Da auch die erweiterten Räume nicht ausreichten, ließ er sich 1901 nach einem Entwurf von Architekt Otto Hoffmann im Garten seines Hauses in zweiter Baulinie ein viergeschossiges Schulgebäude errichten (Nr. 25): „Der zweibündige Grundriss des Schulgebäudes (16 x 21 Meter) weist an den beiden Giebeln je ein Treppenhaus und auf jeder Flurseite je drei Klassenzimmer pro Geschoss auf“ (Topographie Friedenau, 2000).

 

Das Lorenz-Lyzeum wurde zu „zu einer der stärkstbesuchtesten Privatschulen von ganz Preußen“. Resümee im Friedenauer Lokal-Anzeiger: „Der Erfolg, dessen Herr Dr. Lorenz sich schließlich erfreuen konnte, ist ihm nichts weniger als leicht gemacht worden, und die letzten Jahre mit ihren enorm wachsenden behördlichen Ansprüchen an die Leistungsfähigkeit der Privatschulen haben ihn, da er ausschließlich auf die eigene Kraft angewiesen blieb, einen harten Kampf ums Dasein seiner Schule noch bis in die neuere Zeit hinein bestehen lassen.“

 

Dr. phil. Carl Lorenz, geboren am 17. März 1851, war lange Jahre hindurch Kirchenältester und Mitglied des von ihm mitbegründeten Kirchenchors. Er starb am 31. Januar 1914 „nach langem, schweren Leiden im 63. Lebensjahre“. Beerdigt wurde er auf dem Friedhof Stubenrauchstraße. Die Familiengrabstätte Abt. 33 (23-24-25) ist erhalten. Beigesetzt wurden dort auch Ehefrau Marie geb. Poske (1855-1937) und seine offensichtlich in Friedenau geborenen Kinder Edwin, Berta, Walter und Else.

 

In der zwei Tage nach der Beisetzung abgehaltenen Gemeindevertretersitzung am 5. Februar 1914 ging weder Friedenaus Bürgermeister Erich Walger noch ein Gemeindevertreter auf das Ableben von Carl Lorenz ein.

 

Schmargendorfer Straße Nr. 26, Atelierhaus. Topographie Friedenau, 1999

Schmargendorfer Straße Nr. 26

 

Das letzte Landhaus auf der Südseite, das Haus Schmargendorfer Straße 26, wurde als Atelierhaus für den Maler Emil Hallatz (1837-1888) 1884 von Wilhelm Kerbs erbaut. Der zweigeschossige, knappe, würfelförmige Putzbau mit flach geneigtem Pultdach hinter einer Attika war ursprünglich mit einem Zeltdach gedeckt. Das Haus hat einen Vierfelder-Grundriss (13 x 13 Meter) und zeigt an der Straßenseite nach Norden ein großes Atelierfenster mit einem fünf Meter hohen Atelierraum dahinter. Zum Garten hin ist nach Süden eine Veranda mit einem Altan im Obergeschoss angeordnet. Der Zugang zum Haus befindet sich an der Ostseite im Bauwich (Topographie Friedenau, 2000..

 

Karl Emil Julius Hallatz wurde 1837 in Frankfurt (Oder) geboren. Er erhielt seine künstlerische Ausbildung zunächst auf der Berliner Kunstakademie. Professor Carl Steffeck (1818-1890), von dem vor allem seine Bilder von Pferden und Hunden bekannt sind, bildete Hallatz nach 1859 zum Tier- und Landschaftsmaler aus. In Paris beschäftigte er sich 1862 mit den Tiermalern Constant Troyon und Rosa Bonheur. 1863 hielt er sich in mehreren Städten Italiens auf. Er kehrte nach Berlin zurück, heiratete Ernestine Aumann und ließ sich 1884 von Baumeister Wilhelm Kerbs das Atelierhaus in der Schmargendorfer Straße Nr. 26 erbauen. In den nächsten Jahren entstand dort eine Vielzahl von Tier- und Landschaftsbildern, die heute auf Auktionen mit einem Schätzwert bis 1400 EUR offeriert werden. Emil Hallatz starb am 15. September 1888 in Friedenau.

 

Witwe Ernestine ließ 1902 auf diesem Grundstück in der zweiten Baulinie vom Architekten Otto Hoffmann ein viergeschossiges Zweispänner-Mietswohnhaus bauen. Dieses Gebäude zeigt ähnlich dem Atelierhaus Sockel, Gesimse sowie Fenstergewände, -stürze und -Sohlbänke aus Ziegeln, so dass die Gebäude trotz verschiedener Baukörpergliederung miteinander harmonieren. Ernestine Hallatz verstarb am 4. März 1905 und wurde auf dem Friedhof Stubenrauchstraße beerdigt. Obwohl aus der Traueranzeige hervorgeht, dass das Ehepaar Hallatz Kinder und Erben hinterlassen hatte, war das „Danach“ wohl nicht ganz erfreulich. Der „Friedenauer Lokal-Anzeiger“ berichtete:

 

„Über den Nachlass der am 4. März in Friedenau verstorbenen Witwe Ernestine Hallatz, geb. Aumann, ist am 23. Juni Nachmittags 2 ½ Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Wilhelm Schultze in Berlin, Am Karlsbad Nr. 14, ist zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 19. August bei dem Gericht anzumelden. Es ist zur Beschlussfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die im § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände — auf den 4. Juli 1905, Nachmittags 12 ½ Uhr, — und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf den 5. September 1905, Vormittags 11 ½ Uhr, Termin anberaumt.“

 

„Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Friedenau, Schmargendorfer Straße Nr. 26, belegene, im Grundbuche von Friedenau auf den Namen der Witwe Ernestine Hallatz, geb. Aumann, zu Friedenau, eingetragene Grundstück am 7. November 1905, Mittags 12 Uhr, versteigert werden. Das Grundstück — Hofraum mit Gebäuden und Hausgarten — ist mit 6300 M. Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt.“

 

„Zwangsversteigerungsergebnis. Das Grundstück Schmargendorfer Straße Nr. 26 hierselbst, der Witwe E. Hallatz gehörig. 16,06 Ar groß. Nutzungswert 6300 Mark. Mit dem Gebot von 25570 M. und 105000 M. Hypotheken blieb Wirtschafts-Inspektor R. Nitschke in Kießlingswalde bei Görlitz, Meistbietender.“ Eigentümer ist ab 1907 Kaufmann W. Plambeck.

 

Schmargendorfer Straße Nr. 32, Embassy of Jamaica. H&S ‎2014

Schmargendorfer Straße Nr. 32

Embassy of Jamaica

 

Die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich erreichte Jamaika am 6. August 1962. Heute hat das Land die Staatsform einer Parlamentarischen Monarchie mit Königin Elisabeth II. als Staatsoberhaupt. Jamaika ist seither ein selbstständiger Inselstaat innerhalb des Commonwealth mit der Hauptstadt Kingston. Der Name Jamaica leitet sich vom arawakischen Xaymaca ab, was der Bedeutung von Quellen-, Holz- und Wasserland entspricht. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Jamaica und der Bundesrepublik Deutschland wurden 1967 vereinbart und mit Eröffnung der Botschaft in Alt-Godesberg institutionell dokumentiert. Im Mai 2000 erfolgte der Umzug nach Berlin in das „Gartenhaus“ Schmargendorfer Straße Nr. 32. Da Jamaica keine eigenen Botschaften in der Czech Republic, am Heiligen Stuhl in Rom, bei der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Russian Federation sowie in den Republiken Ungarn, Polen, Slowakei und Ukraine unterhält, werden diese Länder auch von hier aus diplomatisch betreut. Die Botschaft ist zugleich Konsularbezirk für die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.