In der Friedenau-Literatur heißt, dass der parallel zur Ringbahntrasse verlaufende Fußweg zum Ringbahnhof Wilmersdorf-Friedenau um 1900 mit dem Namen Varziner Straße bedacht wurde, benannt nach Gut Varzin in Hinterpommern, dass Reichskanzler Bismarck 1867 in Anerkennung seiner Verdienste über eine Dotation von 400.000 des preußischen Königs erwerben konnte.

 

Ganz so einfach war es nicht, da sich die Grenzregulierungen zwischen Friedenau und Wilmersdorf bis 1906 hinzogen. Am Anfang stand der Streit zwischen der Gemeinde Friedenau und dem Eisenbahnfiskus als ursprünglicher Eigentümer, der es abgelehnt hatte, den Fußweg zum Ringbahnhof weiter zu verbessern, da derselbe vorzüglich sei. 1895 behandelte die Friedenauer Gemeindevertretung erstmals die Eingemeindung der Varziner Straße in den Friedenauer Kommunal-Verband. 1906 unterhandelte Friedenau mit Wilmersdorf wegen Übernahme der Varziner- und Laubacher Straße sowie der Straße an der Grenze des Rheingauer Terrains. Die neue Grenze läuft auf der Varzinerstraße zwischen der Laubacher Straße und der Kaiser-Allee in der Unterkante der Eisenbahnböschung und zwischen der Kaiser-Allee und der Prinz-Regenten-Straße am Fuße der Futtermauer der Eisenbahnanlage entlang und erstreckt sich in gradliniger Verlängerung der letzteren Linie über die Prinz-Regenten-Straße bis zur jetzigen Grenze von Wilmersdorf und Schöneberg. Das neuerbaute Weichenstellerhaus, die Kohlenhandlung von Davidsohn und mehrere andere kleinere Gebäude würden zu Friedenau kommen. Im Westen führt die Grenze in der Achse der Laubacher Straße entlang bis zur Achse der Kreuznacher Straße. Friedenau hat nun aus Anlass dieser ‚großen Gebietserweiterung‘ bereits Anlagen am Wilmersdorf-Friedenauer Personenbahnhof angelegt und jetzt mit dem Eisenbahnfiskus einen Vertrag abgeschlossen, der dem Eisenbahnfiskus seinen Bahndamm verschönt, aber Friedenau unterhalten läßt und noch jährlich eine Anerkennungsgebühr von 1 Mark kostet.

 

Die heutige Varziner Straße wird kaum als Einheit wahrgenommen. Sie besteht aus dem Teil Laubacher Straße/Bundesallee und Bundesallee/Handjerystraße, der 1983 mit der Anlage des verkehrsberuhigten Varziner Platzes noch einmal geteilt wurde. Mit dieser Umgestaltung wurde die Brünnhildestraße zur Sackgasse und die Verbindung zwischen Sieglindestraße und Isoldestraße gekappt. Gebracht hat es ein Mehr an Fahrten zur Parkplatzsuche.

 

Die Varziner Straße parallel zur Ringbahn. Aufnahme aus dem Zeppelin, 2002 H&S
Loeser & Wolff Varziner Straße 4. Quelle Deutsche Bauzeitung

Varziner Straße Nr. 4

 

Der Süßkramdealer in der historischen Loeser & Wolff-Zigarrenhandlung von 1906. Zweifel an dieser Behauptung sind allerdings angebracht, weil Loeser & Wolff in der Varziner Straße Nr. 4 erstmals im Jahr 1922 auftauchen. Für das Geschäft macht es sich gut, darauf hinzuweisen, dass die Ladenausstattung – vorwiegend aus Eiche und Mahagoni – bis heute nahezu komplett erhalten ist. Selbst das Immobilien Projekt wirbt mit der alten Zeit, wenn in der Varziner Straße Nr. 16/17 an den Trassen von Autobahn und Ringbahn Maison Viktoria mit 39 modernen Eigentumswohnungen im nachhaltigen KfW-55-Standard an die Leute gebracht werden muss.

 

 

 

 

 

Am 4. Oktober 1906 gab Friedenaus Bürgermeister Schnackenburg bekannt, dass die Nummerierung der Grundstücke des ehemaligen Sportparkgeländes, jetzigen Wagner-Viertels, erfolgt ist. Dieselben haben nach dem aufgestellten Parzellierungsprojekt nachstehende Nummern erhalten, so u. a. auch Varziner Straße Nr. 4/Ecke Sieglindestraße Nr. 1. Als Besitzer des Anwesens wird Theodor Jaretzki aus der Charlottenburger Mommsenstraße Nr. 12 angegeben.

 

Theodor Jaretzki war Architekt, spezialisiert auf Miets- und Geschäftshäuser mit Ladengeschäften, darunter bemerkenswerte Häuser, Giesebrechtstraße 9 (1904), Chausseestraße 25 (1908), Richard-Wagner-Straße 51 (1911) und eben auch das Eckhaus mit diversen Läden am Ringbahnhof Wilmersdorf-Friedenau, das 1906/1907 errichtet wurde. 1908 sind die ersten Mieter verzeichnet: Kaufmann Alexander, Sanitätsrat Dr. Kronecker, Bauunternehmer Preuß, Dentist Roedelius sowie als erster Ladenpächter A. Thomas mit der Zigarrenhandlung. Nach und nach kann Eigentümer Jaretzki weitere Läden verpachten, Friseur, Delikatessen, Kneipe, Papierwaren, Schuhe, Herrenausstatter. Am längsten von 1910 bis mindestens 1943 hält sich der Blumenladen von G. Brachmann.

 

Der Zigarrenladen von A. Thomas wird nach 1914 nicht mehr erwähnt. Mit dem Wechsel 1922/23 von Jaretzki auf den neuen Eigentümer Möldner aus Reval pachtet die Tabakwarenhandlung Loeser & Wolff den Laden. Die Firma Zigarren-Palm, die in Berlin viele Filialen betreibt, hat wahrscheinlich die Innenausstattung übernommen. Das liegt nahe, da die Architekten Otto Firle (1889-1966) und Max Krajewski (1892-1972) zu dieser Zeit für die Zigarettengeschäfte von Eduard Palm ein gutes Dutzend an Inneneinrichtungen entworfen haben, die im Architekturmuseum der TU dokumentiert sind.

 

Die Zigarrenfabrik Loeser & Wolff wurde 1865 von Bernhard Loeser (1835-1901) und Carl Wolff (1825-1902) gegründet. Später kamen Tabakwarenhandlungen hinzu. 1914 existierten 140 Geschäfte. 1937 wurde das Unternehmen arisiert. Nach dem Ende des Weltkriegs gab es keine Zukunft mehr. 1983 wurde die Firma endgültig aufgelöst.

 

Ganz vergessen ist Loeser & Wolff nicht. Alfred Döblin (1878-1957) notiert in Berlin Alexanderplatz (1929): Loeser und Wolff, Berlin-Elbing, erstklassige Qualitäten in allen Geschmacksrichtungen, Brasil, Havanna, Mexiko, Kleine Trösterin, Liliput, Zigarre Nr. 8, das Stück 25 Pfennig, Zigarillos Nr. 10, unsortiert, Sumatradecke, eine Spezialleistung in dieser Preislage, in Kisten zu hundert Stück, 10 Pfennig. Ich schlage alles, du schlägst alles, er schlägt alles mit Kisten zu 50 Stück und Kartonverpackung zu 10 Stück, Versand nach allen Ländern der Erde, Boyero 25 Pfennig, diese Neuigkeit brachte uns viele Freunde, ich schlage alles, du schlägst lang hin.

 

Und Walter Kempowski (1929-2007) leitet sogar den Titel seines Romans Tadellöser & Wolff (1871) direkt vom Firmennamen ab, weil er sich daran erinnerte, dass sein Vater häufig bei Loeser & Wolff“ Zigarren kaufte, die er mit dem Spruch Tadellos, tadellöser, Tadellöser und Wolff lobte. Und schließlich auch Hildegard Knef (1925-2002). Sie erinnert in Der geschenkte Gaul (1970) an den Weg von der Wohnung Bernhardstraße Nr. 5/6 unter dem Ringbahntunnel hindurch zum Tabakladen an der Varziner Straße.

 

Inneneinrichtungen von Firl & Krajewski für Pal-Tabakläden

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Otto Mueller, Selbstporträt 1921

Varziner Straße Nr. 9

Otto Mueller (1874-1930)

 

Otto Mueller zog 1908 nach Berlin. Er wurde Mitglied des Künstlerkreises Die Brücke und lebte unter anderem auch in der Varziner Straße Nr. 9. Charakteristisch für den Maler sind Darstellungen herber, kantiger Figuren, vor allem schlanke Mädchengestalten, hineingestellt in eine ziemlich flächig dargestellte Natur, und mit Leimfarben auf Leinwand gebracht.

 

Sieben Jahre nach dem Tod von Otto Mueller (1874-1930) beschlagnahmten die Nationalsozialisten 357 seiner Werke aus deutschen Museen. 13 von ihnen wurden in der Münchener Ausstellung Entartete Kunst am 19. Juli 1937 diffamiert. In Raum 3 im oberen Stockwerk wurden u. a. Zwei Mädchenakte unter der Überschrift Verhöhnung der deutschen Frau gezeigt. Da die Säuberung der deutschen Kunstsammlungen wie alles im Dritten Reich auch total erfolgen sollte, gaben die nationalsozialistischen Kunstexperten dem Schweizer Kunsthändler und Auktionator Theodor Fischer schon vor der Ausstellungeröffnung Gelegenheit, die beschlagnahmten und im Schloss Niederschönhausen gelagerten Kunstwerke zu besichtigen. Am 30. Juni 1939 war es dann so weit. Im Grand Hotel National in Luzern brachte Fischer das Geschäft mit den Nationalsozialisten auf den Weg. Im Rahmen dieser Auktion wechselten auch jene Bilder von Otto Mueller ihre Besitzer, die in München als Entartete Kunst gezeigt worden waren.

 

 

 

 

 

Zwei Mädchenakte, um 1919 entstanden, hatte die Nationalgalerie Berlin erworben. 1936 verschwand das Bild im Depot, 1937 wurde es vom Staat konfisziert und ab 19. Juli in München unter der Nummer 15995 als Entartete Kunst präsentiert. Zwei Jahre später bekam das Temperagemälde mit einem Schätzpreis von 850 Schweizer Franken auf der Luzerner Fischer-Auktion die Los-Nummer 101. Es fand keinen Interessenten. Verkauft wurde es schließlich für 50 Dollar an den Hamburger Kunsthändler Hildebrand Gurlitt, der für die Verwertungsaktion von beschlagnahmter Entarteter Kunst bestimmt worden war. 1942 erwarb der Kölner Kunstsammler Dr. Josef Haubrich das Bild. Seine Sammlung expressionistischer Kunst hat die Jahre des Nationalsozialismus überlebt. Seit 1946 heißt es im Wallraf-Richartz-Museum Köln: Otto Mueller Zwei Mädchenakte, Schenkung Dr. Haubrich.

 

Ein zweites Bild von Otto Mueller, Drei Frauen, um 1922 entstanden, wurde 1926 neben Arbeiten von  Klee, G. H. Wolff; Feininger, Heckel, Kokoschka, Nolde und Munch in der Sommerausstellung Moderne Abteilung der Galerie Goldschmidt & Wallerstein am Schöneberger Ufer 36 a gezeigt. Wenig später gehören die Drei Frauen zur Sammlung des Kaiser-Wilhelm-Museums in Krefeld. 1937 wurde es vom Staat konfisziert und ab 19. Juli in München unter der Nummer 15972 als Entartete Kunst präsentiert. 1939 befindet es sich auf der Auktion in Luzern zum Schätzwert von 600 Schweizer Franken unter der Los-Nummer 100. Für 310 Schweizer Franken hat es der Kunsthändler Pierre Matisse für den Verleger Joseph Pulitzer in Saint Louis gekauft. 1958 gehört das Bild zur Sammlung des The Saint Louis Art Museum. Am 30. April 1989 kann das Brücke-Museum Berlin das Gemälde auf der Auktion von Christie's London erwerben.

 

Das dritte Bild, Damenbildnis, Öl auf Leinwand, gehörte zur Sammlung des Wallraf-Richartz-Museums in Köln. 1937 wurde es konfisziert. 1939 befindet es sich auf der Auktion in Luzern zum Schätzwert von 600 Schweizer Franken unter der Los-Nummer 99. Es wurde nicht verkauft. Angenommen wird, dass das Bild schließlich auch beim Kunsthändler Hildebrand Gurlitt in Hamburg landete. Der Verbleib war (zumindest bis 1992) unbekannt

 

Bilder von Otto Mueller
Quadriga und Belegschaft 1958. Archiv Noack

Varziner Straße Nr. 16

Bildgießerei Hermann Noack

 

Am 3. August 1958 um sechs Uhr morgens klingelte Werkmeister Schenk seinen Chef aus dem Bett: Die Quadriga ist weg! Der 26-jährige hatte gerade erst die Leitung der Bildgießerei Hermann Noack von seinem Vater übernommen. Nun war er verantwortlich für die Fertigstellung der Schadowschen Figurengruppe auf dem Brandenburger Tor. Am Vortag hatte er die in seiner Werkstatt rekonstruierte – immerhin fünf Meter hohe und in Kupfer getriebene – Skulptur auf dem Pariser Platz abgestellt. Und nun sollte sie verschwunden sein? Ich hab mich sofort angezogen und bin dann mit dem Auto dahin gefahren. Und die Quadriga war wirklich weg! In der Nacht hatte die DDR die Einzelteile zusammengepackt und heimlich in den Neuen Marstall verfrachtet.

 

Als die Quadriga nach Monaten wieder auftauchte und auf dem Brandenburger Tor installiert wurde, fehlten der wagenlenkenden Siegesgöttin Viktoria das Eiserne Kreuz und der Preußenadler. Man hätte es sich denken können, dass Ost-Berlin die originalgetreue Rekonstruktion nicht so ohne weiteres hinnehmen würde. Als der Ost-Berliner Magistrat am 21. September 1956 beschlossen hatte, das im Zweiten Weltkrieg beschädigte Brandenburger Tor zu erneuern, musste auch die Quadriga vollständig neugeschaffen werden – allerdings ohne die Embleme des preußisch-deutschen Militarismus.

 

 

 

 

 

Den Auftrag erhielt die West-Berliner Bildgießerei Hermann Noack. Die Firma hatte im Osten einen guten Ruf. Bereits 1945 hatte sie die von Bildhauer Lew E. Kerbel (1971-2003) geschaffene überlebensgroße Bronzefigur des Sowjetsoldaten für das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten gegossen. 1949 wurde Noack wieder gerufen, als es galt, den Entwurf des Schöpferkollektives unter der Leitung des Architekten Jakow S. Belopolski, des Bildhauers Jewgeni W. Wutschetitsch, des Malers Alexander A. Gorpenko und der Ingenieurin Sarra S. Walerius für das Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park in Bronze umzusetzen.

 

Das Familienunternehmen wurde 1897 gegründet. Zwei Jahre später entstand in der Fehlerstraße Nr. 8 die Werkstatt der Bildgießerei Hermann Noack, inzwischen die bedeutendste Bronzegießerei in Deutschland. Zur Geschichte des Hauses gehört, dass über mittlerweile vier Generationen der jeweilige Chef des Hauses den gleichen Vornamen trägt: Von Hermann I. (1867–1941) ging es zu Hermann II. (1895–1958). Gegenwärtig leitet Hermann III. (geboren 1931) zusammen mit seinem Sohn Hermann IV. (geboren 1966) die Firma.

 

Zur Tradition gehört aber wohl auch, dass gute Handwerker von je her ein gutes Verhältnis zu Künstlern, Kunsthändlern, Architekten, Galerien und Museen haben. Das begann mit dem  Tierbildhauer August Gaul (1869-1921), von dem 1899 (nicht nur) die Bronze der Stehenden Löwin gegossen wurde (heute im Museum Hanau-Großauheim), sondern nahezu sein gesamtes Lebenswerk – bis hin zur Skulptur Löwe im Kolonnadenhof der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel. Oder Wilhelm Lehmbruck (1881-1919), dessen Kniende sich heute im Museum of Modern Art in New York befindet. Wer ging in der Fehlerstraße nicht alles ein und aus: Reinhold Begas, Ernst Barlach, Georg Kolbe, Käthe Kollwitz, Bernhard Heiliger, Henry Moore, Anselm Kiefer, Joseph Beuys, Georg Baselitz und viele andere.

 

Noack hat mit seiner Handwerkskunst das Berlin-Bild geprägt: Die Goldelse auf der Siegessäule, der Große Kurfürst am Charlottenburger Schloss, Henry Moores Big Butterfly vor dem Haus der Kulturen der Welt, die Plastik Pieta von Käthe Kollwitz, 1937 erstmals in Bronze gegossen, dann 1993 als vergrößerte Kopie aufgestellt in der Neuen Wache, Rainer Fettings Willy Brandt im SPD-Haus an der Wilhelmstraße. Nicht zu vergessen Renée Sintenis. Aus ihrer bereits 1932 geschaffenen Bronze Junger Bär wurde der Goldene Bär der Berliner Filmfestspiele. Hunderte Berlinale-Bären hat die Bildgießerei Hermann Noack in der Fehlerstraße Nr. 8 bisher gegossen. Weitere werden folgen, allerdings nicht mehr aus Friedenau, sondern vom neuen Standort Skulpturenzentrum am Spreebord in Charlottenburg.

 

Ehemalige Bildgießerei Hermann Noack, Varziner Straße 16 & 17

Varziner Straße Nr. 16 & 17

 

Nachdem die Bildgießerei Noack 2010 ihre Werkstatt von der Varziner Straße Nr. 16 & 17 an das Spreeufer verlegt hatte, konnten Baupläne für das Grundstück entwickelt werden. Zum Zuge kam PROJECT Immobilien Wohnen AG Nürnberg, die parallel zum Stadtring an der Wexstraße bereits die einfallslosen Bauten ParkCarré und Studio Living Mikro-Apartments in die Höhe gezogen hat.Nun offeriert diese Firma in der Varziner Straße Nr. 16 & 17 ein Mehrfamilienhaus mit 39 Eigentumswohnungen in klassisch-zeitloser Architektur mit eleganter Fassade und harmonischer Bepflanzung in lila und weiß, dazu Personenaufzüge und Tiefgaragenstellplätze. Innen wird es auch schön, mit Echtholzparkett, Fußbodenheizung und stilvollen Ausstattungsdetails mit edlen Armaturen und hochwertiger Sanitärkeramik von Grohe, Keramag und Villeroy & Boch. Ein wahres Schnäppchen: Im EG 3 Zimmer mit Terrasse 88 m² zu 462.000 €, in den Obergeschossen 2 Zimmer mit Balkon auf 59 m² zu 351.000 € bis 4 Zimmer mit Balkon auf 104 m² zu 566.000 €. Selbstverständlich gibt es auch eine 4-Zimmer Dachterrassenwohnung auf 102 m² zu 696.000 €.

 

 

Vermarktet wird das alles unter dem Begriff Maison VIKTORIA, und gemeint ist damit die Goldelse auf der Siegessäule, die der Bildhauer Friedrich Drake (1805-1882) im Jahr 1873 geschaffen hatte und mittlerweile von der Firma Noack mehrmals vergoldet werden musste. Gewiss kein gutes Omen. Geworben wird mit bunten Bilderchen, Grass-Haus, Marlene-Grab, liebevoll geführte Nikolaische Buchhandlung, kleine, inhabergeführte und innovationsfreudige Lokale und Fachgeschäfte wie Tante Behrens Torten, Lula am Markt, dem nur wenige Hausnummern entfernten Ladengeschäft Süßkramdealer, in dem schon Hildegard Knef als Kind einkehrte, um für ihren Vater Tabak zu kaufen. Die Leute wissen jedenfalls schon vorab Bescheid.