Tipps

 

Schleuse Kleinmachnow. Foto Lutz Hannemann, 2015

Schleuse Kleinmachnow

 

Der erste Spatenstich für den Bau des Teltowkanals erfolgte am 22. Dezember 1900 im Schlosspark Babelsberg. In Kleinmachnow entstand die einzige Schleuse der Wasserstraße. Sie trennt die Spree-Haltung (den durch die Wehre am Berliner Mühlendamm und im Spreekanal gehaltenen Wasserstand) von der Havel-Haltung (begrenzt durch die Stauanlage in Brandenburg an der Havel) und vermittelt den Ab- und Aufstieg der Schiffe bei einem Wassergefälle von 2,74 Meter. Am 2. Juni 1906 fuhr die Yacht „Alexandria“ mit Kaiser Wilhelm II. in die Südkammer ein. Das vom ehemaligen Kreis Teltow finanzierte Kanalbauwerk war eröffnet. Bereits während der Planung lag für die Baumeister Max Contag und Christian Havestadt „der Gedanke nahe, das interessante, in schöner Landschaft aufgebaute Schleusenbauwerk auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen und zugleich zu einem behaglichen Ruhepunkt für diejenigen zu gestalten, denen nebenbei ein Stück modernen Verkehrslebens von Interesse ist“. Die Doppelschleuse besteht aus zwei nebeneinander liegenden Kammern, der Süd- und Mittelkammer. Sie sind durch eine 12 Meter breite Plattform getrennt. Geblieben ist aus der Erbauungszeit (neben den faszinierenden Bauten von Unter- und Oberhaupt) die Schleusnerbude auf der Schleusenplanie. Von dort aus leitete einst der Schleusenmeister die „Schleuserei“ der Schiffe. Da sie ihre ursprüngliche Funktion längst verloren hatte, wurden Schleusnerbude und Plattform am 9. Mai 2008 öffentlich zugänglich gemacht. Eine Investition, die sich gelohnt hat. Die Attraktion an der Schleuse Kleinmachnow erwartet die Besucher jeweils samstags, sonntags und feiertags von 12 bis 18 Uhr.

 

Thüringer Klöße

 

Wer in der Jugendzeit erlebt hat, was sich jeden Sonntagvormittag in den thüringisch-fränkischen Küchen abspielte, möchte heutzutage weder das älteste handschriftlich überlieferte Rezept von Pfarrer Friedrich Timotheus Heim aus Effelder (1808) noch jenes vom Küchenmeister des Herzogs von Sachsen-Coburg-Gotha Christian Oehm 1854 veröffentlichte „Praktische Kochbuch für bürgerliche Hausfrauen, Wirthschafterinnen, Köche und Köchinnen“ ausprobieren. Obwohl das Rezept der Sonneberger Kochschulchefin Hedwig Kost aus dem „Kochbuch Thüringisch-fränkische Küche“ von 1887 heute zu den zumeist gefertigten Thüringer Kloß-Rezepten gehört, bleibt die Frage, wer sich in dieser Gegend die aufwendige Sonntagsarbeit noch zumutet.

 

Rohe oder Thüringer Klöße nach Hedwig Kost

„9 ½ Pfd. Rohe, geschälte Kartoffeln (6 Pfd. davon zum Reiben, 3 ½ Pfd. zum Brei), 2 Semmeln zu Bröckchen, 30 g Butter, 40 g Salz, 1 l Wasser, 20 g Salz zum Brei, 4 bis 5 l Kochwasser. Die Reibekartoffeln werden schnell in lauwarmes Wasser gerieben, dann mit lauwarmem Wasser zweimal abgewässert und im Sack durch die Presse vollständig trocken ausgepreßt. Die Semmeln werden kleingeschnitten und die Bröckchen in Butter geröstet. Die Breikartoffeln werden mit kaltem Wasser und Salz aufgesetzt, weichgekocht und mit dem Wasser zu einem dickflüssigen Brei gestampft. Den fertigen Brei bringt man zum starken Kochen, während man die Kartoffeln aus der Presse nimmt und mit dem abgewässerten Kartoffelmehl und 40 g Salz in einer Schüssel mit den Händen verreibt. Dann wird die Masse mit dem sprudelnd kochenden Brei in drei Absätzen überbrüht und unter Stampfen mit einem großen Quirl zu einem glatten Teig verarbeitet. Man formt die Klöße mit nassen Händen, füllt sie mit Brötchen und gibt sie in kochendes Wasser, in dem sie 10 Minuten ziehen, nicht kochen dürfen. – Wichtig ist, dass Kloßwasser und Brei kochen, ehe man die Kartoffeln aus der Presse nimmt, sonst wird die Masse durch längeres Stehen rot, und die Klöße bekommen eine dunkle Farbe. Die Masse ergibt etwa 18 Stück.“

 

Da zwischen Rennsteig und Main (und oft genug auch in Berlin) immer noch der Spruch gilt, „Ein Sonntag ohne Klöße verlöre viel von seiner Größe“, geben wir einen Tipp: Die „Klößerei Lindenhof“ im Dreieck zwischen Effelder, Neustadt bei Coburg und Sonneberg hat sich darauf spezialisiert, einen „fertigen“ Kloßteig herzustellen, der sich (ganz nah) an den alten Rezepten orientiert und den Hausfrauen viel Küchenarbeit erspart. 1000 g Kloßteig ergeben ca. 7 Klöße und kosten 3,20 €.

 

Die Kloßmacher haben an alles gedacht: „Der Versand der vakuumverpackten Kloßmasse erfolgt per Postpaket von Montag bis Donnerstag. Bitte beachten Sie, dass sich unsere Versandtage auf Montag bis Donnerstag beschränken. Nur so können wir Ihnen frische Produkte garantieren. Das heißt, bestellen Sie beispielsweise am Freitag, versenden wir Ihre Ware erst am folgenden Montag.“ Probieren Sie es aus: Klößerei Lindenhof, Ketschenbacher Straße 161, 96465 Neustadt bei Coburg. Telefon: 09568 2872. E-Mail: info@linden-hof.com; http://www.linden-hof.com.

 

Kräutergarten

 

Ein im wahrsten Sinne des Wortes biblischer Kräutergarten liegt auf dem Gelände des „Evangelischen Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin“ an der Lichterfelder Allee in Teltow – gehegt und gepflegt von Menschen mit Behinderung. Dort können fast einhundert in der Heiligen Schrift erwähnte Gewächse in natura bewundert – und erworben werden. Ob Zitronenverbene, Basilikum, Salbei, Rosmarin, Jamaika-Thymian, Kreta-Majoran, Kubanischer-Oregano oder Marokkanische-Minze – im Topf für den Balkon und als frische Schnittware für die Küche. Gemüse, Salat, Obst und Blumen gibt es auch, aber nur, wenn dafür die Zeit gekommen ist. Alles aus Eigenproduktion und alles garantiert „ohne Chemie“.

Der Kräutergarten ist Montag bis Freitag von 8.00-12.30 Uhr und 13.15-15.00 Uhr geöffnet, von April bis September auch samstags von 10.00-14.00 Uhr. Lichterfelder Allee 45, 14513 Teltow, Tel. 03328-43 34 59.

 

Hotel Villa Agnese

 

An der ligurischen Küste haben wir lange genug nach einer Bleibe für den Urlaub gesucht. Gefunden haben wir zwischen Genua und La Spezia schließlich das „Hotel Villa Agnese“ in Sestri Levante. Die touristischen Attraktionen der Gegend, Portofino und die Cinque Terre-Dörfer Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola, Riomaggiore sind nah – zum Glück auch weit genug weg. Gestritten haben wir darüber, ob wir den Tipp für uns behalten sollten. Da wir aber dort nur vor und nach der Saison absteigen, fanden wir das zu egoistisch.

Das „Hotelchen“ befindet sich außerhalb von Sestri Levante. In den ehemaligen Gutshof der aus dem 17. Jahrhundert stammenden Villa Pallavicini wurden – ähnlich einer Klosteranlage – zwei einstöckige Gebäude gesetzt. Dazwischen Garten und Pool, den wir allerdings noch nie benutzt haben. Es gibt (nur) 16 großzügig ausgestattete Zimmer mit allem Drumherum. Zur Kulisse gehören die von Pinien gesäumte Auffahrt zur Villa, der Hang mit Wein und Zitronen, die barocke Kirche „Santa Margherita di Fossa Lupara“. Ein Restaurant erübrigte sich, da man in unmittelbarer Nähe vor die Wahl Ristorante, Trattoria oder Osteria gestellt wird. Dafür wird zwischen 7.30 und 10.30 Uhr ein wahrhaft opulentes Frühstücksbuffet serviert.

Sestri Levante selbst ist ein typischer italienischer Badeort: Hinter der langen Strandpromenade die überschaubare Altstadt mit Fußgängerzone und dem Üblichen. Die Sandstrände „Baia del Silenzio“ und „Baia della Favole“ bitten zum (größtenteils kostenpflichtigen) Baden. Wir halten uns aus alldem heraus, ziehen den Strand im nahen Riva Trigoso vor und bevorzugen das mittelalterliche Chiavari mit Markt und den Bogengängen „portici neri“, und erinnern uns daran, dass aus diesem Ort die Familien von Giuseppe Garibaldi und Giuseppe Mazzini stammen.

 

Hotel Villa Agnese

Via alla Fattoria Pallavicini 1A, I-16039 Sestri Levante (GE), Tel. 0039 0185 457583

E-Mail: info@hotelvillaagnese.com; www.hotelvillaagnese.com

 

Herzlieb’s Hofladen in Thyrow

 

Wir gestehen, dass wir von einem „Eichberg-Haus“ in Thyrow bis vor kurzem nichts wussten. Dort wohnte in den 1930er Jahren der Regisseur Richard Eichberg (1888-1952), der 1938 mit den Filmen „Der Tiger von Eschnapur“ und „Das indische Grabmal“ sensationelle Publikumserfolge erzielte. Sein unter Denkmalschutz stehendes Wohnhaus ist in einem jämmerlichen Zustand. Auch dafür haben wir uns bisher nicht interessiert, weil wir in Thyrow nur den Landwirtschaftsbetrieb Herzlieb ansteuerten. Da ist das Vieh das ganze Jahr auf der Weide, da laufen die Hühner noch quer durch die Landschaft, und da gibt es einen urigen Bauerngarten mit Gemüse, Blumen und Obst, auf dem geerntet wird, was eben an der Zeit ist. Für das Fleisch, Rouladen, Filet, Lende, Beinscheiben, muss man den Kalender parat haben. Geschlachtet wird nur in der kalten Jahreszeit. Im Hofladen hängen schon die Schlachttermine fürs zweite Halbjahr 2016 aus: 8. und 22. Oktober, 5. und 19. November, 3. und 17. Dezember. An diesen Tagen ist von 9 bis 18 Uhr richtig was los – bei Herzlieb’s in der Dorfstraße 11, 14959 Thyrow. Telefon 033731/15459.

 

Vanille aus eigenem Anbau

 

Nachdem wir uns lange genug über die in Glasröhrchen gesteckten (angetrockneten und teuren) Vanilleschoten geärgert hatten, machten wir uns im Internet auf die Suche und entdeckten die etwas irritierende Adresse http://madavanilla.de. Die Vanilleschoten von Christian Terno sollten „aus familieneigenem Anbau auf Madagaskar kommen“. Geglaubt haben wir das nicht, aber dennoch über den Online Shop bestellt. Es war eine Entdeckung, „guat & günschtig“ obendrein. Einige Zeit später erfuhren wir, dass die Familie im Nordosten Madagaskars auch eine Pfefferplantage betreibt. Wir bestellten und mussten zugestehen, dass dieser Pfeffer sehr viel mehr aromatischer ist als andere Pfeffersorten. Mehr ist zu Vanille und Pfeffer aus Madagaskar/Peutenhausen nicht mitzuteilen.

Madavanilla, 86565 Peutenhausen, Tel. 08252 8817769

 

Das Schwein unter den Fischen

 

Geräuchert erregt er großes Erstaunen, geliert aufrichtige Bewunderung, gebacken stille Befriedigung, gebraten lauten Beifall und gebläut inniges Entzücken. Das Schwein unter den Fischen, wie der Karpfen wegen seiner nicht gerade wählerischen Freßsucht auch genannt wird, kommt ab September auf den Markt, erlebt um Silvester seinen Höhepunkt und bekommt mit dem Mai seine Schonzeit.

 

 

 

 

Irgendwann kam er vom Schwarzen Meer über die Donau herauf, wie, das wissen die Götter, bestenfalls noch die Zisterzienser, weil die bereits im 11. Jahrhundert wussten, was zur fleischlosen Fastenzeit gut ist: Böhmische Karpfen aus den fünfhundert Fischteichen um Budweis, Fränkische Karpfen aus den Aischgründer Teichen und Niederlausitzer Karpfen aus dem größtem deutschen Teichgebiet bei Peitz.

 

Peitz liegt am Eingang zum Spreewald. Charakteristikum dieser Landschaft ist der häufige Wechsel von Wald, Wiesen, Äckern, Sümpfen, Teichen, Seen und Wasserläufen. Als der brandenburgische Kurfürst Joachim II. erfuhr, daß sich nur wenige Meter unter der Humus- und Torfschicht der Niederungsgebiete größere Lager von Raseneisenstein mit einem Gehalt von dreißig Prozent reinem Eisen befanden, und sich dieser im Tagebau leicht abbauen ließ, wurde um 1520 ein Eisenhüttenwerk errichtet. In den leergeräumten Abbaugruben wurden in der Folge Teiche angelegt. Später hinterließen Braunkohle, Braunkohletagebaue und Braunkohlekraftwerke deutliche Spuren. Die inzwischen (weitgehend) stillgelegten Anlagen wurden längst allseits beliebte Walfahrtsorte: die mit einer Länge von 502 Metern größte begehbare Förderbrücke der Welt und das Kraftwerk Jänschwalde sind zu Industriedenkmalen befördert worden.

 

In dieser von starken Gegensätzen geprägten Gegend liegt also Peitz. Der Ort wurde 1301 erstmals urkundlich als Burg Pizne erwähnt. Es folgte eine bewegte Geschichte mit einem ständigen Hin und Her zwischen Österreichern und Brandenburgern. Von der Historie ist nicht viel geblieben, ein Altstadtkern, ein Festungsturm, ein Stück Festungswerk und ein Dutzend ansehnlicher Bürgerhäuser. Obwohl Peitz mit dem Gubener Frieden von 1462 endgültig Brandenburg zugesprochen wurde, spricht ein Teil der Bevölkerung bis heute wendisch, und so kommt es in der Niederlausitz, daß an den Ortsschildern von Cottbus, Lübbenau und Peitz auch die sorbischen Namen Chosebuz, Lubnjow und Picnjo stehen.

 

Wer Peitz und seinen Karpfen einen Besuch abstatten möchte, nimmt am besten die Autobahn A 15 bis zu den Ausfahrten Cottbus West oder Süd und fährt dann fünfzehn Kilometer über die B 97 in Richtung Guben. Den Nimmersatten wird allerdings auch die Ausfahrt Cottbus Süd empfohlen, weil es am Wegesrand noch die einmalige Gelegenheit gäbe, dem einstigen Dessertcréateur Fürst Pückler im Schloss Branitz einen Besuch abzustatten. In der Nacht kann auch der zehn Kilometer entfernte Verkehrslandeplatz Cottbus-Drewitz (Drjejce) angeflogen werden, was für den Anglerfreund von Vorteil wäre, da sich das scheue Tier tagsüber meist an tiefen Stellen aufhält und erst ab der Dämmerung im schlammigen Untergrund auf die Suche nach Würmern, Kleinkrebsen, Insektenlarven und Pflanzen geht.

 

Das alles ist für den Cyprinus carpio in den sumpfigen, flachen und ziemlich warmen Gewässern reichlich vorhanden. Allerdings wurde Peitz mit seinen Teichfischen erst im Jahr 1897 berühmt. Da erhielt der Amtsrat Karl Kuhnert auf der Deutschen Fischereiausstellung in Kiel mehrere Auszeichnungen für seine neu gezüchtete Fischsorte „Peitzer Karpfen“. Die Lausitzer Exemplare unterscheiden sich von den hochrückigen und schuppenarmen Modellen durch ihren gestreckten Körper. Angeboten wird der grätenreiche Fisch wie anderswo auch vorwiegend von September bis April, kann aber, wie Gastronomie und Handel im Widerspruch zur alten Bauernregel glauben machen möchten, auch außerhalb der Saison und nicht nur in den Monaten mit „r“ gegessen werden.

 

Unterschieden werden im Prinzip drei verschiedene Arten, und obwohl der Spiegelkarpfen landläufig als der vornehmste gilt, schmeckt er deshalb nicht besser als der Schuppen- oder Lederkarpfen. Für den Feinschmecker ist dies eigentlich ohne Bedeutung, weil beim Fisch sowieso die Herrichtung entscheidend ist. Dazu gehört beispielsweise beim blauen Karpfen, daß diese Variante niemals geschuppt werden darf, damit die Haut nicht verletzt wird. Ihre Schleimschicht bewirkt in Verbindung mit Essig die gefragte Blaufärbung. Wenn schon geschuppt werden muß, dann mit dem Messerrücken und gegen den Strich. Das alles und mehr erfährt man in und um Peitz herum. Konkrete Tipps, das haben wir auf unseren „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ inzwischen gelernt, sind auch bei dieser Station zu vermeiden. Mehr denn je gilt das Wort des märkischen Wanderers Theodor Fontane: „Wer reisen will, muß zunächst Liebe zu Land und Leute mitbringen, zumindest keine Voreingenommenheit. Er muß guten Willen haben, das Gute zu finden anstatt es durch Vergleiche tot zu machen.“

Peter Hahn in Frankfurter Allgemeine, 22.09.2005

 

Adressen:

Teichwirtschaft Glinzig der Teichgut Peitz GmbH, 03099 Kolkwitz/ Glinzig, Telefon (035604) 4 03 00

Peitzer Fischmarkt, Ladengeschäft Am Teufelsteich 1, 03185 Peitz, Telefon (035601) 3 17 69

Wilder Kaiser Honig

 

Die Familie Christen von der „Tiroler Bienenalm“ in Thiersee offeriert Honig von Kastanien, Akazien, Wildblüten und Tannenwald, was schließlich auch bedeutet, dass Imker Christen in der Tiroler Gegend um den Wilden Kaiser ziemlich schauen muss, bevor er für seine Bienenstöcke den richtigen Platz gefunden hat. Bis von 1600 Meter Höhe holen sich seine Bienen den Nektar. Wir bevorzugen nicht zuletzt deshalb den „Wilder Kaiser Waldhonig“. Eine Sorte mit einem kräftigen, harzigen und würzigen Geschmack von einer dunklen Farbe von rotbraun bis grünlich-schwarz. Die Christens amüsieren sich immer, wenn wir ausdrücklich „kandierten“, also kristallisierten Honig möchten, weil die meisten ihrer Kunden lieber flüssigen Honig nehmen. Irgendwann wurden wir aufgeklärt: „Das Kandieren ist ein sicheres Qualitätsmerkmal, spricht für den richtigen Erntezeitpunkt und die Naturbelassenheit. Wer den festen Honig lieber flüssig genießen möchte, kann dies bei einer maximalen Temperatur von 40°C ohne Qualitätsverlust wieder tun.

Wer nicht nach Tirol und Thiersee kommt, kann auch bestellen: Tiroler Bienenalm, Krückl 3, A-6335 Thiersee, Telefon 0043 53 76 21 344, Mobil: 0043 664 260 1937. info@tirolerbienenalm.at, http://www.tirolerbienenalm.at.

 

Buchal Kerzen

 

Die Geschichte der Kerzenzieherei Reetzerhütten begann 1924 in Berlin. In der Getschinerstraße gründete der Wachsziehermeister Heribert Buchal die „Kerzen- und Wachswarenfabrik Drechsler und Buchal“. Während des Zweiten Weltkrieges wurden Maschinen und Werkzeuge nach Reetzerhütten in Sicherheit gebracht. 1946 entstand hier eine Kerzenfabrik unter der Leitung des Bruders Kurt Buchal. Nach seinem Tod im Jahre 1966 führte Tochter Asta Klenke geborene Buchal das Unternehmen weiter. Um der Enteignung durch die DDR zu entgehen und die Altarkerzenproduktion zu sichern, wurden nun im Rahmen der Kampagne „Waren des täglichen Bedarfs“ zusätzlich Puppenkerzen produziert. Heute ist es Juniorchef Christian Klenke, der Neugierige in der Werkstatt das Werden von Kerzen demonstriert. Es ist eine mühsame Prozedur. Immer wieder schöpft er das heiße Wachs aus dem Kessel und gießt es über den Docht. So entsteht Schicht um Schicht. Es ist faszinierend, wie vor den Augen des Betrachters die Kerze dicker und dicker wird. Man ist erstaunt, wie viel Mühe es macht, bis eine Kerze zum Strahlen kommen kann. Bei Buchal ist eine Manufaktur aus einem vergangenen Jahrhundert zu erleben, in der Handwerk noch zelebriert wird – mit einer der letzten Handzugbänke in Deutschland. Bei Buchal sind Besucher immer willkommen.

Buchal Kerzen, 14827 Reetzerhütten. Tel. 033849-50366. Mail: info@buchal-kerzen.de

 

 

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