Gut vorbedacht - schon halb gemacht.

In Tempelhof-Schöneberg?

 

Rot-Rot-Grün ist mit dem Versprechen angetreten, alles „besser“ machen zu wollen. Nach nur einem Jahr wenden sich schon mal die sozialdemokratischen Getreuen ab. Während Ed Koch in „paperpress“ noch konziliant und allgemein formuliert, dass „es mit der gegenwärtigen Berliner Bezirks- und Senatsverwaltungsstruktur nicht klappt“, titelt der „Tagesspiegel“ am 27.10.2017: „Zwei SPD-Abgeordnete rechnen mit Michael Müller ab“. Gemeint sind Dennis Buchner und Sven Kohlmeier, die unter der Überschrift „Nicht mehr auf der Höhe der Zeit“ einen Beitrag zur aktuellen Lage der SPD in Berlin verfasst haben, und darin feststellen, dass „es organisatorisch an vielen Stellen nicht stimmt“, dass es an politischer Klarheit fehlt, an überzeugenden Persönlichkeiten.“

 

Harter Tobak! Bleiben wir aber bei den „Kleinigkeiten“ von Friedenau. Seit September 2016 ließ das Bezirksamt die ehemalige Bedürfnisanstalt am Perelsplatz vom Architekturbüro Hagemann+Liss aufwändig sanieren, um das Häuschen demnächst wieder einer gastronomischen Nutzung zuzuführen. Parallel dazu bekam die Landschaftsarchitektin Anke Werner den Auftrag, Grünanlagen und Wege rundherum wieder auf Vordermann zu bringen.

 

Wer angenommen hatte, dass damit der gesamte heruntergekommene Grünstreifen von der Lauterstraße bis zur Friedrich-Bergius-Schule „aufgearbeitet“ würde, also von Turnhalle über Volleyballplatz und Kita bis hin zur Gedenktafel für Friedrich Justus Perels, wurde enttäuscht. Noch vor dem Ende der Turnhalle endete nach wenigen Metern „das Projekt“.

 

Nun, da das vom Bezirksamt eingeleitete „Interessenbekundungsverfahren zur Nutzung des denkmalgeschützten Fachwerkpavillons“ erst einmal zu keinem Ergebnis geführt hat, weil ein Pächter dem Bezirksamt jährlich 5.590 Euro zu zahlen hätte, zuzüglich der Ausgaben für Möblierung, Küche und Grünflächenpflege sowie der Verpflichtung, das Kleinod ganzjährig zu heizen, kam die Wende. Das Bezirksamt plante um. Inzwischen wird der Grünstreifen bis hin zur Kita-Villa „bearbeitet“.

 

Bisher nicht berücksichtigt werden das verwilderte Grün vor Schule und Perels-Gedenktafel und auch nicht der nach Regen nicht mehr betretbare Weg vom Sintflutbrunnen zum „Fachwerkpavillon“, für dessen feine Sanierung wohl rund 500.000 Euro ausgegeben wurden.

 

Wenn Ed Koch in „paperpress“ schreibt, dass „die Berliner Verwaltungsstruktur dringend verändert werden muss“ und zu dem Schluss kommt, dass „für die Bezirke genügend Aufgaben übrig“ bleiben, darunter die „Pflege der Grünanlagen“, dann muss ihm – Beispiel Perelsplatz – entschieden widersprochen werden. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg ist dazu nicht in der Lage.

 

 

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