Neue Bäume für die Stierstraße

 

m April 2017 klebte an den Haustüren der Stierstraße ein Zettel für die "lieben Nachbarinnen und Nachbarn". Erinnert wurden wir von Anwohnern daran, dass "im letzten Herbst einige unserer Rotdorne in der Straße gefällt wurden. Es sind Lücken entstanden, die nicht schön aussehen. Unsere Nachfragen beim Bezirksamt haben ergeben, dass wir Nachbarn gemeinsam dafür sorgen können, dass im kommenden Herbst mindestens ein, möglicherweise aber auch mehrere neue Bäume angepflanzt werden.

 

Was wir tun müssen? Spenden!

 

IIdealerweise sollten zunächst 500 Euro an Spenden zusammenkommen, von denen ein Baum mitfinanziert werden kann. Je mehr Spendengelder wir aber zusammenbekommen, desto besser. Unsere Chancen auf die Pflanzung aller Bäume steigen damit. Haben Sie Interesse, die Spendenaktion zu unterstützen und bald wieder durch eine vollständig begrünte Stierstraße zu spazieren? Dann nehmen Sie zu uns Kontakt auf. Wir als Ihre Nachbarn garantieren, dass das Geld beim Bezirksamt ankommt. Außerdem informieren wir Sie selbstverständlich, wie viel Geld zusammengekommen ist und wie es weitergeht. Alle Spender erhalten vom Bezirksamt eine Spendenquittung über den jeweils gespendeten Betrag. Wir hoffen auf rege Beteiligung."

 

Unsere Antwort an die Nachbarn

 

Ihr im Grunde ehrenwertes Anliegen, auf die Fällung von Bäumen in der Stierstraße hinzuweisen, ist auch bei uns angekommen. Dass nun aber „wir Nachbarn“ mit einer Spendensammlung dafür sorgen sollen, dass vielleicht ein oder zwei Bäume nachgepflanzt werden, macht – mit Verlaub – den Bock zum Gärtner. Allein die Auskunft des Bezirksamtes auf Ihre Nachfragen ist eine Frechheit. Da stiehlt sich die Verwaltung elegant aus der Verantwortung und nutzt bürgerschaftliches Engagement schamlos aus. Wir sollten nicht so naiv sein, darauf hereinzufallen. Ihr Appell „Neue Bäume für die Stierstraße“ zeugt leider von einer solchen Naivität und sollte doch vielmehr das Bezirksamt mit aller Deutlichkeit in die Verantwortung nehmen.

 

Blicken wir zurück:

 

„Friedenau erweckte durch seinen ursprünglich angelegten Baumschmuck von jeher den Eindruck einer Gartenstadt. Dazu kamen die gut gepflegten Vorgärten und die bestgeschmückten Balkons. Die Gemeindeverwaltung hat sich stets bemüht, diesen Charakter zu erhalten und zu pflegen. Sie hat es verstanden, die in dem engen Bebauungsplan übrig gebliebenen geringen Grünflächen in geschmackvoller Weise anzulegen und gärtnerisch zu erhalten.“

Hans Altmann, Gemeindebaurat von Friedenau 1924)

 

Das war einmal. Jetzt hat Tempelhof-Schöneberg einen Bezirksstadtrat der GRÜNEN, der die Bereiche Stadtentwicklung, Bauen, Sozialraumorientierte Planungskoordination sowie die Serviceeinheit Facility Management an sich gerissen hat. Nach allgemeinem Verständnis ist er damit auch zuständig für die Pflege der Grünanlagen, um die es in Friedenau mehr als schlecht bestellt ist.

 

Es geht doch nicht nur um die drei Rotdorne in der Stierstraße. Wenn Sie durch Bennigsenstraße, Hauptstraße, Lauterstraße oder über den Perelsplatz laufen, dann können Sie mehr als ein Dutzend gefällte Bäume entdecken, die seit geraumer Zeit nicht ersetzt wurden. Für diesen Blick „über den Tellerrand“ liefern wir Ihnen hier gerne die Bilder.

 

Wie gesagt: Ihr Anliegen ist ehrenwert. Aber schauen Sie sich zum Beispiel die Vorgänge am Victoria-Luise-Platz an. Dort haben Bürgerproteste und Druck auf das Bezirksamt dafür gesorgt, dass die ursprüngliche Bepflanzung wieder entstanden ist. Geld ist also da, es geht nur darum, wie SPD und GRÜNE von Tempelhof-Schöneberg es einsetzen. Dafür sollten wir kämpfen.

Peter Hahn & Jürgen Stich, Stierstraße 8, 26. April 2017

 

Zettel an den Haustüren, April 2017

Die Meinung eines Anwohners (Aus dem Netz)

 

"Eine verluderte Landes- und Bezirksverwaltung, die seit Jahr und Tag Millionenbeträge allein im Flughafendesaster Schönefeld versenkt und deren politisch Verantwortliche es dreist verstehen, jede Wahlschlappe zum Weiterwurschteln umzumünzen, freut sich über meine Baumspende!!

Eine der sympathischsten Lehren, welche aus den Folgen des Weltkriegs gezogen wurden – der Tiergarten wurde abgeholzt und mutierte zum Kartoffelacker !- war die beispielgebende und konsequente Umsetzung des Mottos: Stirbt ein Baum, wird postwendend ein neuer gepflanzt!!! Dies wurde in Berlin-West (die Ostberliner Bezirke humpelten aus bekannten Gründen hinterher) mit Bravour durchgehalten. Die Begrünung macht Berlinowitsch attraktiv! ….Bis zum heutigen Tage!!

Die Bürgerschaft wird im weltweiten Maßstabe spitzenmäßig belastet. Nun soll sie auch noch det Spendierhöschen schürzen. Wenn ich die wohllöbliche Bürgerinitiative unterstütze, bleibt mir dennoch die Verluderung im Bewusstsein. Schlimmer noch: ich sehe die schleichende Abkehr, ja ich sehe den Verrat an einer öffentlichen Pflichtaufgabe, die parteiübergreifend einst als sinnvolle ökologischen Übereinkunft galt.

Zähneknirschend spende ich 40 Euronen. Auch mir blutet das Herz, wenn ich die  trostlosen Stümpe sehe! Rüdiger Barasch, Stierstraßenbewohner

 

Zu diesem Thema ganz sicher bald mehr!

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