Die „Platzergreifung“ der BI Breslauer Platz

 

 

 

 

Kommentar

 

Die Bürgerinitiative Breslauer Platz (BI) hat sich wieder einmal gemeldet. Wie immer hält sich der Strippenzieher Dipl.-Ing Architekt Joachim W. Glässel als Sprecher der BI im Hintergrund. Er benutzt die bezirklich subventionierte „Stadtteilzeitung“, zu deren selbstverständlich unabhängigen Redaktion Ottmar Fischer gehört, der selbstverständlich in seinem Artikel verschweigt, dass er führendes Mitglied der BI ist. Wir erfahren, dass sich Glässel – diesmal nicht mit seinem alten Mitstreiter Bezirksstadtrat Oliver Schworck (SPD) – sondern mit der neuen Bezirksstadträtin Christiane Heiß (Grüne) getroffen hat, um uralte und auch ganz neue Wünsche „nunmehr zügig umzusetzen“.

Was fahren die Herren nicht alles auf: Von der „Platzergreifung durch die Bürgerschaft“ wird berichtet, von „dankbaren Flüchtlingskindern“ für den Breslauer (Spiel-)Platz, von „neuen Gefahren durch waghalsige Autobeschleunigungen auf der Lauter-(Spiel)straße, von „Kindern und Müßiggängern“, die sich nicht „mehr arglos bewegen können“, von „parkenden Autos, die den Platz in zwei Hälften teilen und mithin das erwünschte Erscheinungsbild einer einheitlichen Platzfläche“ stören.

Nun will Glässel wieder bauen (lassen): Zur „Verlangsamung eine vorgezogene Bürgersteig-Nase“ an der Einfahrt von der Rhein- in die Niedstraße, eine „Kurzparkzone für die Praxen am Platz in der Rheinstraße“, „quergestellte Fahrradbügel“ und „Achtsamkeitsschwelle“ vor dem Rathaus. Und das alles, obwohl er doch bereits mit undurchdachten Plänen schon genug Schaden angerichtet hat.

Die BI wäre nicht die BI, wenn sie nicht wieder ihr Lieblingsthema „Trinkbrunnen“ anbringen würde. Jetzt präsentiert sie einen „Edelstahl-Säulenbrunnen, der allen Anforderungen der Trinkwasserverordnung genügt“. Dieser soll sich „harmonisch in die gestalterische Vorgabe des gläsernen Pavillons einfügen und somit die Auflagen des Denkmalschutzes erfüllen“. Dabei ist die BI noch nicht einmal in der Lage, ihre zeitgeistigen Blumenkübel von Graffiti zu befreien.

Neues wird auch zur Wiedereröffnung der unterirdischen Toilette verkündet. Im selben Absatz muss die BI aber zugeben, dass sich weder Bezirksamt noch BVG und Land Berlin „bislang entschließen“ konnten, den „Vorschlag der BI zur Wiedereröffnung zu unterstützen“. Ein krasser Widerspruch.

Die von der BI ins Spiel gebrachten „Bastelarbeiten“ am Breslauer Platz würden die Lage noch schlimmer machen. In einem ersten von der BI zu verantwortenden Schritt ist ein „Aufmarschplatz“ entstanden – viel Beton, keine Bäume. Von schlendernden Passanten oder gar spielenden Kindern gibt es keine Spur. Die angeblichen Probleme, die von der BI akribisch aufgelistet und durch sinnlose bauliche Veränderungen entschärft werden sollen, existieren nicht. Die penetrante Behauptung, man würde „Flüchtlingskindern“ einen Spielplatz schaffen, ist perfide. Die BI will Emotionen schüren, um die Unwirtlichkeit des Platzes weiter fortzuführen. Das kann nicht unwidersprochen bleiben. Die Verquickung von BI, rot-grüner Bezirkspolitik, Stadtteilzeitung und persönlichen Interessen ist nicht hinnehmbar.

 

Originalbeitrag der Stadtteilzeitung vom Mai 2017

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Friedenauer Gschaftlhuber

Erst das Geschwätz vom Sprecher der BI Breslauer Platz Joachim W. Glässel, dann die Aufbereitung von Ottmar Fischer in der Stadtteilzeitung und schließlich ein Antrag der SPD-Fraktion von Marijke Höppner aus dem SPD-Wahlkreisbüro Dilek Kolat: "Drucks. Nr: 0292/XX vom 21.06.2017: Brunnen auf dem Breslauer Platz einrichten!" (Mit Ausrufezeichen!) Dabei ist das rot-grüne Bezirksamt noch nicht einmal in der Lage, den als Denkmal deklarierten Sintflutbrunnen auf dem Perelsplatz sprudeln zu lassen. Wie lange noch wollen wir diese Kungelei hinnehmen?

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