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Waldfriedhof Friedenau

Eingang zum ehemaligen Waldfriedhof Friedenau, heute Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde, Potsdamer Damm 11A-C. Foto: H&S, 2015

Da die Kirche von Wilmersdorf weitere Bestattungen nicht mehr dulden wollte, sah sich die Gemeinde Friedenau im Jahre 1877 gezwungen, einen eigenen Friedhof anzulegen. „Geopfert“ wurde der Hamburger Platz, ein Schmuckplatz mitten im Quartier – der heutige Quartiersfriedhof an der Stubenrauchstraße.

Dreißig Jahre später wurde der Platz knapp. Die Gemeinde beschloss den Ankauf einer Fläche von 12,25 Hektar in der Gemarkung Gütergotz (heute Güterfelde) zur Anlage einer neuen Bestattungsfläche. Die Planung übernahm der Friedenauer Gemeindebaurat Hans Altmann.

Altmanns Anlage erinnert mit ihren im Halbrund geschwungenen Wegen und Schmuckplätzen an den Friedenauer Ortsgrundriss – eine Wiederholung der gerühmten „Carstenn-Figur“ aus den 1870er Jahren, jene regelmäßige städtebauliche Straßenstruktur mit Allee, umlaufenden Straßenzügen und Schmuckplätzen. Es entstanden Kapelle, Verwaltungsgebäude, Blumenladen, Wirtschaftshof und Gärtnerei.

Die Begräbnisstätte wurde 1914 als „Waldfriedhof Friedenau in Gütergotz“ eröffnet. Mit der Bildung von Groß-Berlin im Jahr 1920 verlor Friedenau seine Eigenständigkeit und wurde Ortsteil von Schöneberg. Der Friedhof erhielt den Namen „Waldfriedhof Schöneberg in Gütergotz“. 1937 übernahm der Bezirk Wilmersdorf die Verwaltung. Nun war es der „Wilmersdorfer Waldfriedhof Gütergotz“. Als die Nationalsozialisten 1937 alles Slawische aus dem Sprachgebrauch tilgten, wurde aus Gütergotz Güterfelde. Fortan war es der „Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde“.

So ist es geblieben, und so kam es, dass das Bezirksamt Wilmersdorf für die Unterhaltung zuständig und der Güterfelder Friedhofsverwalter als DDR-Bürger auch in den Mauerjahren Angestellter von Wilmersdorf war – wobei sein Gehalt 1:1 ausgezahlt wurde – eine DM West zu einer Mark Ost.

Nach dem Bau der Mauer 1961 wurde es ganz ruhig um den Friedenauer Friedhof in Güterfelde. Nur noch Tote aus der näheren Umgebung fanden dort ihre letzte Ruhe. So kam es letztendlich, dass in den einhundert Jahren weniger als die Hälfte der Gesamtfläche belegt wurde. Nach der Wiedervereinigung war es nur eine Frage der Zeit, bis der Berliner Senat im Jahr 2006 auf das Überangebot von Friedhofsflächen reagierte. Insgesamt werden 700 Hektar überflüssig, darunter die 12,25 Hektar des Wilmersdorfer Waldfriedhofs Güterfelde.

Es besteht die Gefahr, dass Berlin verwertbare Teile der Anlage verkauft. Interessenten gibt es. Damit wäre aber die unter Denkmalschutz stehende Anlage mit ihren Bauten als Ganzes gefährdet. Um diesen Gedankenspielen Einhalt zu gebieten, wurde inzwischen der „Förderverein Hans-Altmann-Park“ gegründet. Er möchte mit seinen Aktivitäten deutlich machen, dass vor den Toren der Stadt mit dem Südwestkirchhof (1909) von Gartenbaumeister Louis Meyer, dem Friedenauer Friedhof in Güterfelde von Hans Altmann (1914) und dem Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf (1920) von Stadtgartendirektor Erwin Barth Totengärten von überregionaler Bedeutung entstanden sind, die mit all ihren Bauten als Ganzes für die Nachwelt zu erhalten sind. Ziel des Vereins ist der Erhalt der Friedenauer Anlage als Ganzes für die Öffentlichkeit durch Umwandlung in einen Friedhofspark und die Nutzung von Bauten und Park für Kunst und Kultur. http://hans-altmann-park.net.

 

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© Peter Hahn