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Kapelle

 

Noch vor dem Ersten Weltkrieg beschloß die selbstständige Gemeinde Friedenau aufgrund von Platzproblemen auf dem Quartiersfriedhof an der Stubenrauchstraße den Ankauf von 12,25 ha zur Anlage einer zweiten Bestattungsfläche – unmittelbar neben dem Südwestkirchhof. Die Planung und Ausführung oblag Gemeindebaurat Hans Altmann. Der „Waldfriedhof Friedenau“ wurde 1914 eröffnet.

Fakt ist, dass der Friedhof da draußen auf dem Land heute nicht mehr „gebraucht“ wird. In den Mauerjahren von 1961 bis 1989 ist er in Vergessenheit geraten. Die veränderte Bestattungskultur führte dazu, dass nun innerhalb der Stadtgrenzen ein Überangebot von Begräbnisflächen besteht. Mit dem Friedhofsentwicklungsplan von 2006 wurde die Gesamtanlage als „Grünfläche bzw. Park“ ausgewiesen. Seither sind Neubestattungen nicht mehr möglich. Nach dem Gutachten des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege vom 28.05.2001 wurden Gesamtanlage und Bauten wegen des Denkmalwertes unter gesetzlichen Schutz gestellt. Auszug aus dem Gutachten:

 

„Die Kapelle ist ein eigenwilliger großer Ziegelbau mit Klinkerfassade und Kalksteinsockel. Dem Schiff mit halbrundem nördlichem Abschluss und kleinem Dachturm mit abgestuftem Schweifdach über dem Vordergiebel sind eine in drei korbbogigen Arkaden geöffnete Vorhalle mit Pultdach und seitliche Rundbauten mit Kegeldächern vorgelagert. Hinten befinden sich beiderseits Anbauten mit in Voluten auslaufendem Schweifgiebel. Während diese Erinnerungen an barocke Häuser im benachbarten Potsdam hervorrufen und im halbrunden Abschluss romanische Apsiden nachwirken, sind andere Partien des Baues sachlich-modern gehalten. Die kleinen, gespitzten Gauben an verschiedenen Stellen der Kapelle sind schließlich als expressionistische Details anzusprechen. Bei aller Verspieltheit der Formgebung ist der Bau zugleich ausgesprochen funktional angelegt. So dienen die vorderen Rundpavillons als Warteräume für die Trauergäste, die sowohl von der Vorhalle als auch direkt vom Kirchenraum aus zugänglich sind. Der gesamte hintere Teil ist unterkellert. Das sehr großzügige Untergeschoss mit Terrazzoboden und zentralem Aufzug diente als Leichenhalle, zugänglich über eine breite Treppenanlage im rechten der hinteren Anbauten. Der gegenüberliegende Bauteil beherbergte einen Sezierraum. Das hohe, ehemals mit Schindeln gedeckte Satteldach der Kapelle besitzt an der Unterseite der stark überstehenden Traufe Reste ornamentaler Bemalung. In den Längsseiten belichten je drei breite und drei schmale Rechteckfenster das Innere.

Der eigentliche Kirchenraum ist ein breiter, tonnengewölbter Saal mit Altar in der Apsis und Orgelempore auf der Eingangsseite. Bei der Tonne handelt es sich um eine dünne Rabitzdecke, die an der Dachkonstruktion aufgehängt ist. Neben der Uhr am Vordergiebel, Türen und Fenstern blieb auch der Innenraum in einem seit der Bauzeit fast unveränderten Zustand bewahrt. Dazu gehören der steinerne Altar, die dabei stehenden großen Standleuchter, Wandleuchter zwischen den Fenstern, Gestühl, Bodenfliesen sowie die die Architektur unterstreichende Ausmalung der Tonnendecke. Die Eckpavillons weisen die Vorliebe des Architekten für Rundungen auf, für die speziell angepasste Türen und Ausstattungsstücke entwickelt wurden.“

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© Peter Hahn