Erikabrunnen am Südwestkorso. Foto Max Missmann, 1912

Der von Südwestkorso, Landauer Straße und Laubacher Straße gebildete dreieckige Platz erhielt 1990 den Namen Adam-Kuckhoff-Platz, benannt nach dem Schriftsteller und Widerstandskämpfer Adam Kuckhoff (1887-1943). Ursprünglich geplant war die Benennung in Adam und Greta Kuckhoff-Platz. Mit der fadenscheinigen Begründung, es gäbe bereits in Ost-Berlin eine Kuckhoff-Straße, sprach sich die BVV von Schöneberg dagegen aus.

 

Noch ärgerlicher ist die Gedenktafel, die 1990 am Haus Wilhelmshöher Straße Nr. 18 enthüllt wurde: Hier lebte von 1939 bis 1942 Adam Kuckhoff. Richtig ist, daß Adam Kuckhoff 1936 in die Wohnung seiner späteren Ehefrau Greta Kuckhoff (1902-1981) eingezogen ist. 2016 gesteht die Historische Kommission zu Berlin ein, daß Greta Kuckhoff auf der Tafel nicht erwähnt wird, ist in der Tat ein Versäumnis. Es muss davon ausgegangen werden, daß noch im Jahr der Wiedervereinigung mit Platzbenennung und Gedenktafel ein Zusammenhang mit der in der DDR geehrten roten Greta vermieden werden sollte.

 

 

 

 

 

 

 

Der Platz entstand mit der Anlage des Südwestkorso und der Bebauung durch Georg Haberland und seine Terrain-Gesellschaft Berlin-Südwesten zwischen 1906 und 1909. Zur Verschönerung des Straßenzuges erhielt der Bildhauer Emil Cauer (1867-1946) von der Baugesellschaft den Auftrag, einen Brunnen mit 1,20m hohen bronzenen Putten zu gestalten – scherzende, sich neckende Kinder aus Friedenau und Wilmersdorf, die sich gegenseitig mit Wasser bespritzen. Als Vorlage dienten Sohn Günther von Gemeindebaurat Hans Altmann (1871-1965) und Tochter Erika von Bürgermeisters Erich Walger (1867-1945) – eine Erklärung dafür, dass der Name Erikabrunnen populär wurde. Auf dem ältesten erhaltenen Foto von 1912 titelt der Fotograf Max Missmann Erikabrunnen.

 

Unklar bleibt, ob die Bronzefiguren während des Zweiten Weltkriegs eingeschmolzen oder zerstört wurden. 1982 erhielt der Bildhauer Heinz Spilker den Auftrag, die Brunnenanlage mit den Putten zu rekonstruieren. An Details konnte sich Heinz Spilker 2016 nicht mehr erinnern. Der Berliner Senat teilt dazu mit: Auf einem zweigestuften Sockel steht eine Schale mit vier vorgelagerten Podesten. An gegenüberliegenden Seiten sitzen zwei gleiche Putten (Bronze) mit dem Rücken zum Becken (Sandstein) und halten eine Schale über den Kopf, aus der sie Wasser schütten. Auf den anderen beiden Podesten stehen sich Gruppenplastiken gegenüber: zwei spielende Putten mit einer Gans bzw. einem Fisch als Wasserspeier im Arm. Im Becken ist eine Sprudelfontäne installiert. Zwei Figuren wurden von Heinz Spilker frei nachgestaltet. Maße: Sockel Ø 5,70 m, Schale Ø 3,00 m, Schale Höhe 0,70 m, Höhe der Putten 1,10m und 1,20m, Sockel aus Sandstein, Putten aus Bronze.

 

Weiteres unter Wilhelmshöher Straße Nr. 18. Auf der nachfolgenden PDF finden Sie einen Bericht aus dem Friedenauer Lokal-Anzeiger vom 20. Juni 1911 über die Einweihung des Erikabrunnens.

 

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Übergabe des Zierbrunnens, 1911

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